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Energiewirtschaft & Versorgung
In Großbritannien hat Zühlke ein komplexes Umfeld digitaler Standards in eine klare Roadmap überführt und das britische Department for Energy Security & Net Zero (DESNZ) dabei begleitet, die Rolle von Energiedatenstandards besser zu verstehen. So entsteht der Weg in eine interoperable Energiezukunft.

Der Energiesektor wird immer komplexer und durchläuft eine tiefgreifende Digitalisierung hin zu einem resilienteren, effizienteren und zukunftsfähigen Energie-Ökosystem. Im Zentrum dieses Wandels steht die Fähigkeit, Daten branchenweit nahtlos zu teilen und zu integrieren. Wirksame Dateninteroperabilität ist deshalb ein zentraler Hebel der Transformation. Sie setzt allerdings voraus, dass gemeinsame Standards über unterschiedliche Systeme und Stakeholder hinweg etabliert und akzeptiert werden.
Das Department for Energy Security & Net Zero (DESNZ) ist das britische Ministerium für Energiesicherheit, den Schutz der Energieverbraucher:innen und das Erreichen von CO2-Neutralität. Es spielt eine zentrale Rolle dabei, den britischen Energiesektor zu modernisieren.
Im August 2024 veröffentlichte DESNZ die Digital Spine Feasibility Study. Die Studie untersuchte, wie sich eine Infrastruktur für den Datenaustausch im britischen Energiesektor aufbauen lässt. Sie identifizierte priorisierte Anwendungsfälle, die von Dateninteroperabilität profitieren würden. Im nächsten Schritt galt es, Empfehlungen für künftige Standards auszuarbeiten, die einen interoperablen Datenaustausch über die Infrastruktur des Energiesystems hinweg ermöglichen.

Dateninteroperabilität beschreibt die Fähigkeit verschiedener Systeme, Organisationen und Technologien, Daten nahtlos abzurufen, auszutauschen, zu verstehen und zu nutzen, ohne dass aufwendige Umformatierungen oder manuelle Eingriffe nötig sind.
Geräte wie Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen, Elektrofahrzeuge und die Netzinfrastruktur an sich sind immer stärker vernetzt. Damit wächst die Notwendigkeit, dass ihre Softwaresysteme „dieselbe Sprache sprechen“.
Genau das ermöglicht Dateninteroperabilität. Sie sorgt für reibungslose Abläufe bei den Verbraucher:innen und schafft die Grundlage, um den Energiesektor langfristig weiterzuentwickeln. Im Zentrum stehen dabei Datenstandards, sie bilden das Fundament für Interoperabilität.
Erfahren Sie, warum die Standardisierung von Daten für die Energieversorgungssicherheit entscheidend ist
DESNZ wandte sich an Zühlke aufgrund der Expertise in der Digitalisierung des Energiesektors und erfolgreichen Projekten mit Ofgem und National Grid ESO.
Um herauszufinden, wie sich wirksame Dateninteroperabilität in einem zunehmend komplexen Ökosystem ermöglichen lässt, erstellte das Zühlke Team zunächst eine umfassende Übersicht über die digitalen Standards im britischen Energiesektor. Das Resultat: ein Flickenteppich. Unterschiedliche Organisationen und Geräte verfolgen häufig eigene Ansätze und treiben damit die Fragmentierung voran. Einzelne Standards existieren, etwa für Haushaltsgeräte. Doch viele Lücken bleiben offen und verschiedene Akteure versuchen unabhängig voneinander, diese zu schließen.
Um zu konkreten Handlungsempfehlungen zu gelangen, sichtete das Team Zehntausende für den Energiesektor relevante Datentypen. Anschließend nutzten die Expert:innen einen KI-gestützten Prozess, um diese Datentypen systematisch bestehenden Standards zuzuordnen und herauszuarbeiten, welche davon Interoperabilität am besten unterstützen. Dieses trichterförmige Vorgehen führte zu einer Shortlist von 50 besonders relevanten Standards.
Die Expert:innen von Zühlke nahmen anschließend acht Kerngruppen von Standards genauer unter die Lupe und bewerteten ihre Anwendbarkeit und ihren Reifegrad. Auf dieser Basis entwickelte das Team eine übergeordnete Hierarchie der Standards, die als Fundament für einen interoperablen Datenaustausch in der Branche dienen kann. Dieses Framework markiert einen entscheidenden ersten Schritt hin zu einem digital integrierten, zukunftsfähigen Energiesystem.
Das Team von Zühlke stellte dabei fest, wie wichtig es ist, Informationen formell zu modellieren, um Interoperabilität zu gewährleisten. Zudem zeigte die Analyse einen großen Bedarf an institutioneller Führung: eine zentrale Koordinierungsrolle, die die Arbeit branchenweit vorantreibt.
Zühlke verschaffte DESNZ einen klareren Überblick über bestehende Standards, identifizierte zentrale Lücken und definierte das weitere Vorgehen für ein stärker integriertes, zukunftsfähiges digitales Energiesystem.
Die Analyse beschleunigte den Fortschritt von DESNZ, indem sie eine komplexe, fragmentierte Landschaft an Standards in einen praxistauglichen, umsetzbaren Rahmen überführte.

Dazu trugen mehrere konkrete Ergebnisse bei:
Zühlke versteht diese Arbeit als Fundament für eine langfristig starke Energiebranche. Wirklich interoperable Datenflüsse entstehen nicht über Nacht, sondern durch pragmatische, schrittweise Verbesserungen. Das Team begleitet diesen Weg mit Stolz und arbeitet weiter mit den führenden Akteuren der britischen Energiebranche zusammen, um eine effizientere, resilientere und nachhaltigere Energiezukunft zu gestalten.