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Insights

7 Tipps für gute Mitarbeiterführung in der Softwareentwicklung

Veljko Savić

Wie kann man in der Softwareentwicklung in ein anderes Arbeitsgebiet wechseln? Welche Führungsqualitäten braucht ein Team? Was sind die wichtigsten Faktoren, um ein Unternehmen erfolgreich zu führen und neue Arbeitsformen einzuführen?

Gönn dir einen Kaffee, schalte entspannende Musik ein, und erlebe mit uns die zweite Folge von „The Hüb“. Diesmal teilt Veljko Savić seine Erfahrungen, die er als Head of Workplace and Communication bei Zühlke gesammelt hat. In dieser Position trägt Veljko die Verantwortung für das Management und die Steuerung der internen und externen Kommunikation und erarbeitet nachhaltige Arbeitsplatzlösungen und Geschäftsstrategien, um das unternehmerische Wachstum zu unterstützen.

Insight in brief

Herzlich willkommen auf dem Hüb – einem Ort, an dem Fachleute ihre Expertise und ihr Wissen weitergeben. Wir informieren über die Branche, gestalten deren Zukunft mit und halten dich über alle wichtigen Trends auf dem Laufenden.

Wie hat Dir ein Schritt zurück geholfen, in Deiner Karriere voranzukommen?

Meine Aufgabe als Head of Workplace and Communication ist es, meinen Kolleginnen und Kollegen dabei zu unterstützen, sich weiterzuentwickeln und ihre Ziele zu erreichen. Mir gefällt diese Coaching-Idee. Ich habe zehn Jahre im Bereich technischer Supports und Systeme gearbeitet, aber dann wurde mir das zu komfortabel und ich verlor den Spaß an der Sache.

Zühlke Serbien hatte damals um die 40 Mitarbeitenden, deren Arbeit im Aufbau eines Global Delivery Center bestand. Sie brauchten jemanden mit breitem Wissen im Bereich Systeme, der eine Brücke zum Rest des Unternehmens schlagen konnte. Manche haben sich gewundert, warum ich das Stellenangebot von Zühlke angenommen habe, für das ich eigentlich überqualifiziert war.

Aber Weiterentwicklung ist nicht immer geradlinig, manchmal muss man einen Schritt zurückgehen, um zwei Schritte vorwärts zu kommen.

Nach 15 Jahren Erfahrung im technischen Support beschloss ich, Operations den Rücken zu kehren und mich auf die Unterstützung anderer zu konzentrieren, mit denen ich bis dahin eine gemeinsame Laufbahn hatte. Meine Hauptaufgabe ist nun die Arbeitsqualität, und somit das Weiterkommen des Unternehmens, zu fördern. Die Zufriedenheit der Mitarbeitenden ist dabei für mich das Wichtigste.

Lernen, was Unternehmen für den Erfolg brauchen

Es ist wichtig, dass die Mitarbeitenden qualitativ hohe Arbeit leisten können. Wir müssen auch bedenken, dass sich die Bedingungen aufgrund von COVID verändert haben.

  • Mit an erster Stelle steht das Arbeitsumfeld – in unserem Fall ein moderner digitaler Arbeitsplatz. Er ermöglicht uns ein effizientes Ressourcenmanagement, unabhängig von unserem Standort, und passend zu unseren Unternehmensrichtlinien (Security, Business Requests). COVID hat uns gezeigt, dass Gebäude und die Anzahl der Stockwerke gar nicht so wichtig sind, vor allem wenn es um Denkarbeit geht. Es ist in Ordnung, diese Option heute zu nutzen, nur nicht auf Kosten des Miteinanders. Dank all meiner Kolleginnen und Kollegen waren wir glücklicherweise schon lange vor COVID auf einen reibungslosen Übergang vom Büro zum Homeoffice vorbereitet.
     
  • Es ist auch wichtig, anderen einen Schritt voraus zu sein und neue Arbeitsformen zuzulassen. So können wir mehr Chancengleichheit für alle erreichen. Wenn beispielsweise ein Kandidat oder eine Kandidatin aus Mauritius den Anforderungen unserer Stellenausschreibung entspricht, kann sie oder er eingestellt werden. Wir könnten auch gleichzeitig mit Menschen aus verschiedenen Kontinenten zusammenarbeiten (unter Berücksichtigung der Security und Richtlinien des Unternehmens). Man muss nur offen sein und das Potenzial der Kommunikations- und Informationstechnologien voll ausschöpfen.

Wie unterscheidet sich die Arbeit von heute zu früher?

Sich Wissen anzueignen war früher schwerer, weil man nicht so einfach an hochwertige Ressourcen und Literatur herankam. Auch mit dem Rest der Welt mitzuhalten war damals eine echte Herausforderung. Als jeder schon Glasfasernetze nutzte, hatten wir in Serbien noch Telefonleitungen. Wer das nötige Geld hatte, konnte sich eine Backup-Verbindung per GPRS leisten, das entsprechende Equipment installieren und mit dem AT-Befehlssatz herumfummeln.

Ich finde, dass man früher bei den verfügbaren Tools ganz genau wissen musste, was man tat. Heutzutage spielt es oft keine Rolle mehr, wie man etwas macht, solange es funktioniert. In der Vergangenheit konnte 1 MB mehr oder weniger darüber entscheiden, ob etwas funktionieren würde oder nicht. Manchmal vergessen wir, was für eine enorme Leistung unsere Computer heute haben.

Heutzutage wird oft die Umgebung vernachlässigt, in der das Endprodukt eingesetzt werden soll. Die Unternehmen, die die Prototypen entwickeln, haben eine ideale Laborumgebung mit 10 GB Kommunikationsbandbreite zwischen den Computern. Ein Produkt muss aber in der Umgebung getestet werden, für die das Produkt bestimmt ist. Das ist essenziell.

Technologien und Lösungsverfahren haben in den vergangenen fünfzehn Jahren immense Fortschritte gemacht. Aber irgendwie erfinden neue Generationen das Rad immer wieder neu, das ist wohl der Lauf der Dinge. Ressourcen können sich nach der verlangten Geschwindigkeit und Performanz richten oder nach festgelegten Budgets.

Wie wichtig ist Datenschutz?

Das ist eine Frage der Perspektive. Versetzen wir uns mal in die Position eines Datenschutzexperten. Diese oder dieser muss sich stets fragen, was zu schützen ist und was es kosten würde, wenn das nicht gelänge. Es kommt also darauf an, wie viel Risiko wir zulassen wollen.

Wir als Unternehmen widmen der Minimierung der bekannten Sicherheitsrisiken große Aufmerksamkeit. Das ist die natürliche Konsequenz der Idee eines modernen Arbeitsumfelds. Das Unternehmen muss Endpunkte, Kommunikationskanäle und das Kernnetzwerk schützen. Und wir kümmern uns auch um die Sicherheit unserer Kunden (Kommunikation und Projekte).

Wir gehören zu den Unternehmen, die solche Dinge bereits in der Pre-Boot-Phase löst.

Was lernt man, wenn man ein Team leitet?

Ich komme aus einem konventionellen Umfeld, in dem wir alle zusammen in einem Büro gearbeitet haben. Heutzutage sind die Büros überwiegend virtuell. Früher war die Kommunikation ungezwungener und spontaner, ebenso verliefen Brainstorming-Sitzungen und der Ideenaustausch. Heute startet man dafür einen Thread, und das kann dann schon etwas länger dauern.

Noch komplexer wird die Lage, wenn man bedenkt wie international die Zusammenarbeit zwischen unseren Teams ist: Derzeit arbeitet ein Zühlke Team mit Teammitgliedern aus Großbritannien, der Schweiz, Deutschland, Serbien und bald auch aus Österreich zusammen an einem Projekt. Mitzubekommen, wie die anderen „ticken“, wann die Atmosphäre locker ist und wann angespannter, ist in einem solchen Setting nicht immer einfach. Auch unsere unterschiedlich ausgeprägten Englischkenntnisse sind manchmal eine Herausforderung.

Um eine gesunde Arbeitsatmosphäre zu schaffen, muss man ein gewisses Maß an Kommunikation erreichen, in der ein hohes Maß an Transparenz selbstverständlich ist. Das ist auf jeden Fall eine Herausforderung, der ich mich ständig stellen muss. Ich muss aber betonen, dass ich damit nicht allein bin und ich bin meinem Team und den Expertinnen und Experten unserer gruppenweiten IT sehr dankbar dafür.

Ich versuche, Entscheidungen so oft wie möglich gemeinsam mit meinem Team zu treffen, je nachdem, wie komplex die vor uns liegende Aufgabe ist. Ich versuche auch Situationen zu vermeiden, in denen ich ein Machtwort sprechen oder Leute beordern muss. Das würde ich als Misserfolg und Zeichen schlechten Leaderships sehen. Es würde bedeuten, dass ich das Team nicht richtig auf das Projekt oder bestimmte Aktivitäten vorbereitet habe.

Die Komplexität einer Aufgabe, die Dauer, die Einflussnahme der Stakeholder, die Prioritäten, das Daily Business und das Einholen neuer Aufträge – all dies sind Teile unserer gemeinsamen Anstrengungen.

Die Pandemie hat für uns also nichts geändert, zumindest was die Fernarbeit des Teams angeht. Wir konnten unser normales Tempo beibehalten. Da hatten wir es im Vergleich zu Unternehmen, die herkömmlicher organisiert sind, deutlich leichter.

Was ist die größte Herausforderung in deiner täglichen Arbeit?

Der Stakeholder, die Prioritäten, das Daily Business und das Einholen neuer Aufträge – all dies sind Teile unserer gemeinsamen Anstrengungen.

Die Pandemie hat für uns also nichts geändert, zumindest was die Fernarbeit des Teams angeht. Wir konnten unser normales Tempo beibehalten. Da hatten wir es im Vergleich zu Unternehmen, die herkömmlicher organisiert sind, deutlich leichter.

Kommunikation ist immer eine wichtige Aufgabe, egal ob es sich um ein Projekt, eine Produktionsfreigabe, Testing oder andere Werte handelt ... Wenn etwas am Ende nicht funktioniert war fast immer mangelhafte Kommunikation im Spiel. Wenn so etwas geschieht, muss man nicht nur begreifen, warum das passiert ist, sondern auch wie man dafür sorgt, dass es nicht noch einmal passiert.

Man muss sich klar machen, in welcher Umgebung man sich befindet, egal ob es um Dienstleistungen oder Produkte geht. Letzten Endes ist die IT dazu da, das Unternehmen zu unterstützen. Manchmal ist es wichtig für das Unternehmen, dass die IT anderen in Sachen Technologie einen Schritt voraus ist, und manchmal geht es einfach nur darum, eine bereits vorhandene Umgebung zu pflegen und zu optimieren. Auf jeden Fall gibt es immer Gelegenheit etwas zu lernen und weiterzukommen.

Von der Kommunikation kann auch abhängen, ob jemand mit den Dingen reaktiv oder proaktiv umgeht. Heute wird oft diskutiert, wie sehr IT-Spezialisten und Spezialistinnen das Geschäft verstehen müssen und daran beteiligt sein sollen. Ich finde das eine berechtige Frage, schließlich leben wir in einem Zeitalter des Kapitalismus.

Mit der Kommunikation steht und fällt alles – sowohl die Arbeit als auch die Idee. Deshalb ist es wichtig, dass jede Seite klare Erwartungen an die andere Seite formuliert.

Das lernt man nicht an der Uni. Es ist eine eher abstrakte Fähigkeit, ich weiß nicht so recht, wie ich das beschreiben soll. Aus Fehlern lernen, die richtigen Fragen stellen, neues Wissen erwerben und dieses auch weiterzugeben, das ist wichtig.

Wie wird man besser im Job?

Was immer man im Leben tut, ob es einem gefällt oder nicht – es kommt darauf an, wie man mit Verantwortung umgeht und wie man an jede neue Aufgabe herangeht. Hiervon hängt auch ab, wie andere dich wahrnehmen. So erwirbt man sich Respekt in seinem Arbeitsumfeld.

Stell dir vor, deine Arbeit ist so gut, dass sie Maßstäbe für die zukünftige Arbeit in diesem Bereich setzt. Das ist nicht mit Geld aufzuwiegen. Man kann immer etwas schneller, besser und mit höherer Qualität machen, aber manchmal müssen Dinge einfach erst einmal erledigt werden, und man kann sie später anpassen. Ich lasse mir gerne Rückmeldung von den Leuten geben, mit denen ich zusammenarbeite, damit ich den richtigen Eindruck von den vor uns liegenden Herausforderungen bekomme. So können wir sie gemeinsam - und besser - meistern. Ich glaube, das ist ein echtes Qualitätszeichen für Leadership Skills. Das ist ein Vorteil des unternehmerisch orientierten Umfelds und gemeinsamer Werte.

Und noch ein Tipp: Du musst an dein Team glauben und die positivsten Eigenschaften jedes Einzelnen fördern. In einem solchen Umfeld können Teams sehr erfolgreich und effektiv werden.

Wenn man sich nur auf das Misslingen eines Problems konzentriert, sitzt man in der Falle. Und damit steckt man ungewollt andere an. An erster Stelle steht der respektvolle Umgang miteinander, dann erst kommt die Technologie.

Veljko Savic is Head Of Workplace and Communication at Zühlke Group

Veljko Savić

Head of Workplace and Communication
Ansprechpartner für Serbien

Veljko Savic hat in den vergangenen 16 Jahren verschiedene Positionen im IT-Sektor bekleidet, im technischen Support, als Systemadministrator, als Product Owner, als Projektmanager und als Teamleiter. Er leitet ein verteiltes Team von System Engineers mit Sitz in der Schweiz, Deutschland, Großbritannien und Serbien, die für Endpoint Management, Endpoint Security und Virtualisierung zuständig sind. Veljko ist davon überzeugt, dass Kommunikation der wesentliche Kern seiner Arbeit ist und legt seine Schwerpunkte deshalb auf seine Teammitglieder, die Planung und Koordination von Aktivitäten und Inside-Out Kommunikation.