E-Mobilität: Datengestützte Optimierung für den Ausbau der Lade-Infrastruktur
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Energiewirtschaft & Versorgung
Gemeinsam mit Zühlke überarbeitet die UK Energy Networks Association (ENA) ihr Datentriage-Playbook und entwickelt ein standardisiertes Framework für den verantwortungsvollen Datenaustausch. Die Zusammenarbeit ermöglicht es Energienetzen, konsistente und prüfbare Entscheidungen darüber zu treffen, wann Daten geöffnet und geteilt werden. So lassen sich Daten einfacher finden, verstehen und weiterverwenden.

Da sich das Ökosystem rund um den Austausch und die Sicherheit von Daten im Energiesektor stetig weiterentwickelt, möchten Netzbetreiber sicherstellen, dass ihr Datentriage-Playbook weiterhin zweckmäßig bleibt und neuen Risiken gerecht wird.
Über einen Zeitraum von drei Monaten hat Zühlke eine Reihe von Workshops mit Energieversorgungsunternehmen im Vereinigten Königreich durchgeführt. Gemeinsam mit Vertreter:innen der Netzbetreiber analysiert das Team bestehende Ansätze und entwickelt eine konsistentere Methode zur Datentriage.
Das neue Datentriage-Playbook und das Bewertungsframework bieten Netzbetreibern eine gemeinsame, praxisnahe Struktur, um konsistente Entscheidungen und Ergebnisse bei gleichzeitig flexibler Gestaltung interner Prozesse zu erzielen.

Die Energy Networks Association (ENA) ist ein gemeinnütziger Branchenverband, der Unternehmen vertritt, die Energienetze in Großbritannien und Irland betreiben. Sie unterstützt ihre Mitglieder dabei, Energie sicher, nachhaltig und zuverlässig bereitzustellen.
Mit der zunehmenden Dezentralisierung und Datenorientierung des Energiesystems übernehmen Netzbetreiber eine zentrale Rolle – nicht nur beim Betrieb physischer Infrastruktur, sondern auch beim Aufbau eines transparenten Datenökosystems. Die von ihnen veröffentlichten Daten bilden die Grundlage für Entscheidungen von Entwickler:innen, Innovator:innen, Kommunen und Regulierungsbehörden und beeinflussen unter anderem Netzplanung und den Einsatz kohlenstoffarmer Technologien.
Als Ofgem im Jahr 2021 im Rahmen seiner Data Best Practice Guidance das formale Prinzip ‘Presumed Open’ einführte, mussten Energienetze Daten standardmäßig als offen behandeln. Als Datenverantwortliche tragen sie die Beweislast dafür, warum bestimmte Informationen nicht veröffentlicht werden sollten.
Diese Veränderung spiegelt eine übergeordnete Zielsetzung im gesamten Sektor wider: den Wert von Energiedaten für Verbraucher:innen und Marktteilnehmende zu erschließen und gleichzeitig sensible Informationen angemessen zu schützen. Richtig umgesetzt ermöglichen offene Energiedaten fundiertere Investitionsentscheidungen, neue Services, bessere lokale Planung und mehr Transparenz im gesamten System.
Die neuen Vorgaben erfordern konsistente Prozesse zur Datentriage, um Risiken zu identifizieren und zu minimieren sowie Entscheidungen transparent zu dokumentieren. Gleichzeitig entwickelt sich das operative Umfeld weiter, insbesondere im Hinblick auf Datensicherheit und das Risiko unbefugter Zugriffe.
Die ENA hatte erkannt, dass ihr ursprüngliches Datentriage-Playbook überarbeitet werden muss, um optimale Ergebnisse für Verbraucher:innen zu erzielen und den Anforderungen von Ofgem gerecht zu werden. Gleichzeitig soll es Netzbetreibern helfen, klarere und stärker standardisierte Triage-Ergebnisse zu liefern, die Endnutzer:innen Vertrauen in Datenqualität, Kontext und Governance geben.
Aufbauend auf der Erfahrung in der Umsetzung digitaler und datengetriebener Initiativen im britischen Energiesektor, unter anderem in Zusammenarbeit mit Ofgem und National Grid ESO, ist das Zühlke-Team bestens positioniert, um die ENA dabei zu unterstützen, eine einheitliche Vorgehensweise zur Datentriage zu etablieren.
“Energienetze liefern Daten, die für Entwicklende, Kommunen und Pioniere zunehmend an Wert gewinnen. Eine konsistente Datentriage sichert das verantwortungsvolle Sharing von Informationen und schafft die Basis für fundiertere Entscheidungen sowie ein resilientes Energiesystem.”
Gemeinsam entwickelt das Projektteam einen strukturierten, kollaborativen Ansatz, um eine einheitliche Ausrichtung zwischen den Energienetzen zu erreichen. Stets unter Berücksichtigung der Komplexität regulatorischer Vorgaben sowie unterschiedlicher Arbeitsweisen und Risikobereitschaften der Unternehmen.
In vier Workshops über einen Zeitraum von drei Monaten werden Vertreter:innen der Energienetze zusammengebracht, um das ursprüngliche Datentriage-Playbook zu überprüfen. Seine Stärken und Schwächen als praktisches Werkzeug werden bewertet und analysiert, wie gut es mit der Data Best Practice Guidance von Ofgem übereinstimmt.
Jede Session verfolgt dabei klare Ziele:
“Von Anfang an hat das Team von Zühlke die Komplexität unserer Herausforderung im Energiesektor verstanden. Es brachte fundierte Expertise in Daten- und Digitalstrategien ein, stellte kritische Fragen, wies auf Aspekte hin, die wir noch nicht berücksichtigt hatten, und half uns, Klarheit zu gewinnen.”
Während des gesamten Prozesses ist die Hauptaufgabe von Zühlke, Klarheit zu schaffen: Dabei werden regulatorische Anforderungen in konkrete Entscheidungskriterien übersetzt, der konstruktive Austausch wird moderiert und die Gruppe dabei unterstützt, sich auf eine konsistente Struktur zur Dokumentation von Triage-Ergebnissen zu verständigen.
Zwischen den Workshops konsolidiert das Team die Diskussionen in Form von Entwürfen, Vergleichsframeworks und weiteren praxisnahen Artefakten. Dieser iterative Ansatz stellt sicher, dass die Überarbeitung auf der operativen Realität basiert und die Perspektiven der Netzbetreiber kontinuierlich in das Playbook einfließen.
Im Verlauf der Zusammenarbeit wird klar, dass die Netzbetreiber zwar robuste interne Ansätze entwickelt hatten, unterschiedliche Interpretationen jedoch zu Abweichungen bei der Darstellung von Triage-Ergebnissen im gesamten Sektor führen. Diese Transparenz eröffnet die Chance, Klarheit und Konsistenz zu verbessern, ohne bestehende Governance-Strukturen zu beeinträchtigen.

Das überarbeitete Datentriage-Playbook bietet klare und praxisnahe Leitlinien dafür, wie Netzbetreiber das ‘Presumed Open’-Prinzip von Ofgem in realen Entscheidungssituationen anwenden. Es schafft einen strukturierteren Ansatz zur Bewertung von Datensätzen – einschließlich der Identifikation von Risiken, der Prüfung von Maßnahmen zur Risikominderung oder -desensibilisierung sowie der transparenten Dokumentation von Ergebnissen.
Das aktualisierte Playbook unterstützt sowohl die reaktive Triage als auch proaktive Bewertungen im Rahmen umfassender Initiativen zur Datenöffnung. Parallel dazu entwickeln das Zühlke-Team und die beteiligten Netzbetreiber gemeinsam ein standardisiertes Triage-Framework. Dieses unterstützt Teams mit einem klar strukturierten Entscheidungsprozess und schafft ein einheitliches Format zur Dokumentation von Begründungen und Ergebnissen.
In der gesamten Branche stärkt das aktualisierte Playbook gemeinsam mit dem Triage-Framework die Data Maturity, verbessert die Transparenz und erhöht das Vertrauen in Entscheidungen rund um offene Daten. Es schafft eine konsistente Grundlage, die das Vertrauen zwischen Netzbetreibern, Regulierungsbehörden und weiteren Stakeholdern stärkt.
Entscheidend ist zudem: Diese Konsistenz erleichtert es externen Datennutzer:innen, Netzwerkinformationen regionsübergreifend zu finden, zu interpretieren und weiterzuverwenden. Langfristig unterstützt dies eine stärker koordinierte, datengetriebene Entwicklung und den Betrieb der Energieinfrastruktur im Vereinigten Königreich. Dies stellt sicher, dass Investitionen in Daten einen konkreten Mehrwert für Verbraucher:innen schaffen.
“Die Zusammenarbeit mit Zühlke hat die Abstimmung zwischen den Energienetzen deutlich verbessert. Das Umfeld ist komplex: Wir arbeiten unterschiedlich und haben verschiedene Risikoprofile. Eine unabhängige, objektive Instanz, die Diskussionen moderiert, Perspektiven zusammenführt und Klarheit schafft, ist von unschätzbarem Wert.”