Zühlke – Empowering Ideas

Drei Workshopteilnehmer sitzend vor einer Wand mit Post-Its
Insights

Wer lernt, gewinnt!

Fabienne Lorenz

Die Arbeitswelt hat sich durch die Digitalisierung fundamental verändert: Lebenslanges Lernen im beruflichen Kontext ist heute eine Grundvoraussetzung für Erfolg. Was müssen Unternehmen dabei beachten?

Insight in brief

  • Das angeeignete Wissen aus der Ausbildung reicht nicht mehr für die gesamte Karriere aus
  • Lebenslanges Lernen ist zentral für die erfolgreiche Bewältigung der Herausforderungen der Digitalisierung
  • Unternehmen müssen die dafür notwendigen Rahmenbedingungen und eine entsprechende Lernkultur schaffen

Die Chance ist gross, dass es den Traumberuf aus Kindheitstagen so heute nicht mehr gibt. Die voranschreitende Digitalisierung hat die Art und Weise, wie wir arbeiten, grundlegend verändert. Dies betrifft wie wir mit Information und Kommunikation umgehen, aber auch die Berufe, die wir ausüben.

65 Prozent der heutigen Schulkinder werden vermutlich in Berufen arbeiten, die es heute noch gar nicht gibt. Aktuelle Schätzungen des WEF gehen zudem davon aus, dass bis ins Jahr 2025 rund 85 Millionen Arbeitsplätze durch den technologischen Wandel komplett automatisiert und von Maschinen übernommen werden könnten und gleichzeitig 97 Millionen neue Arbeitsplätze entstehen. Dabei werden vorwiegend Arbeitsplätze verschwinden, die eine geringe Qualifikation erfordern; währenddessen neue, hochqualifizierte Arbeitsplätze entstehen.

Lebenslanges Lernen als Erfolgsfaktor der Digitalisierung

Doch was bedeuten diese Entwicklungen für die Arbeitswelt? Künstliche Intelligenz, Big-Data-Analysen und Cloud Computing gelten als zentrale Treiber für Unternehmenswachstum der nächsten Jahre. Unternehmen sind bestrebt, diese Technologien für ihren Vorteil zu nutzen. Doch die Geschwindigkeit und die Breite der Durchdringung der Digitalisierung in sämtlichen Wirtschaftssektoren stellen Unternehmen vor neue Herausforderungen.

Um neue Technologien einsetzen und nutzen zu können, sind neue Fähigkeiten und Kompetenzen gefragt, die es im Unternehmen erst einmal aufzubauen gilt. Der «Skills Gap» – die Diskrepanz zwischen benötigten und verfügbaren Qualifikationen – gilt mittlerweile als eine der Hauptursachen für mangelnde Konkurrenzfähigkeit von Unternehmen. Das volle Potenzial der Digitalisierung kann nur dann genutzt werden, wenn die Arbeitskräfte über die dafür notwendigen Kompetenzen verfügen. Wenig erstaunlich hat dadurch auch die Relevanz der beruflichen Weiterbildung in den letzten Jahren stetig zugenommen. Die Halbwertszeit von Wissen wird immer kürzer und das angeeignete Wissen aus der Ausbildung oder dem Studium reicht heute nicht mehr für die gesamte Karriere aus.

Unternehmen investieren daher vermehrt in die Weiterentwicklung ihrer Mitarbeitenden, um sicherzustellen, dass sie über die notwendigen Kompetenzen verfügen. Heute wird in diesem Zusammenhang oftmals auch von «lebenslangem Lernen» gesprochen. Dieses beschreibt eine Lernkultur, die als kontinuierlicher Prozess und fester Bestandteil der Organisation verstanden wird und vermehrt in Eigenverantwortung der Mitarbeitenden und im Arbeitsprozess integriert geschieht.

Lebenslanges Lernen gilt als wichtige Voraussetzung, wenn es um die erfolgreiche Bewältigung der Herausforderungen der Digitalisierung geht. Dafür sprechen auch die Zahlen aus der Wirtschaft: Unternehmen mit einem höheren digitalen Reifegrad sind in der Regel nicht nur aktiver in der Weiterbildung der eigenen Mitarbeitenden und investieren mehr Zeit und Geld in die betriebliche Weiterbildung. Sie sind im Durchschnitt auch 26 Prozent profitabler als Unternehmen mit einem geringeren digitalen Reifegrad.

Lebenslanges Lernen: Weibliche Person mit Post-Its
Lebenslanges Lernen gilt als wichtige Voraussetzung, wenn es um die erfolgreiche Bewältigung der Herausforderungen der Digitalisierung geht

Diese Kompetenzen haben Zukunft

Unternehmen nehmen zunehmend eine aktive Rolle ein, was die Umschulung und Weiterbildung ihrer Belegschaft betrifft. Neben dem Aufbau von fachlichem Know-how, gelten folgende vier Kompetenzen als Erfolgsfaktoren für die zunehmend digitale Arbeitswelt von heute.

Digitale Kompetenzen
Digitale Kompetenzen gelten aufgrund der zunehmenden Globalisierung und des damit einhergehenden steigenden Wettbewerbsdrucks als zentrale Voraussetzung für die erfolgreiche Zukunftsentwicklung von Unternehmen. Damit gemeint sind einerseits Fähigkeiten zur Nutzung von digitalen Geräten und Anwendungen, andererseits aber auch fortgeschrittene technologische Kompetenzen, die das Vorantreiben der digitalen Transformation in unterschiedlichen Geschäftsprozessen und -bereichen ermöglichen.

Digital Leadership
Digitalisierung erfordert eine neue Art von Führung: Technologie hält mittlerweile in sämtlichen Geschäftsbereichen Einzug. Führungskräfte müssen in einem zunehmend komplexen und dynamischen Umfeld navigieren können. Dies setzt voraus, dass heutige Business-Leaders mit diesen Veränderungen und Umständen umgehen können und ein Verständnis für das Potenzial der Digitalisierung haben. Digital Leadership zeichnet sich zudem häufig durch eine stärker agile Unternehmensorganisation sowie eine flexible und dezentrale Arbeitsorganisation aus.

Soft Skills
Unser Arbeitsumfeld wird zunehmend komplexer: Teams werden immer häufiger länderübergreifend und interdisziplinär zusammengesetzt. In diesem Kontext gewinnen Soft Skills wie emotionale Intelligenz, Resilienz und weitere zwischenmenschliche Fähigkeiten an Bedeutung. Sie gelten als wichtige Voraussetzung für die Bewältigung des immer komplexer werdenden Arbeitsumfeldes sowie dem Vorantreiben von Innovationen. Gleichzeitig erhalten Arbeitskräfte durch die Digitalisierung tendenziell mehr Handlungsfreiheit in ihren beruflichen Tätigkeiten, wodurch Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit sowie selbstständiges Arbeiten relevanter werden.

Lernkompetenz
Lebenslanges Lernen bringt in der Regel mit sich, dass Arbeitskräfte mehr Eigenverantwortung für ihre berufliche Weiterentwicklung übernehmen. Lernen geschieht vermehrt selbstgesteuert, aufs Individuum zugeschnitten und im Arbeitsumfeld eingebettet. Diese Art des Lernens erfordert eine entsprechende Lernkompetenz. Diese umfasst einerseits das Verständnis für das eigene Lernverhalten, aber auch die Fähigkeit einen Lernprozess selbstständig zu gestalten. Damit diese Art des Lernens in einem Unternehmen stattfinden kann, müssen die dafür notwendigen Rahmenbedingungen und eine entsprechende Lernkultur geschaffen werden.

Unternehmen sollten also ihren Fokus auf diese vier Erfolgsfaktoren richten. Gerne stehe ich für einen weiterführenden Austausch zu diesem Thema zur Verfügung. Einen Einblick in die Lernkultur bei Zühlke bietet dieses Interview mit Reto Schmid, Learning & Development Lead.

Fabienne Lorenz Zühlke

Fabienne Lorenz

Head of Zühlke Academy Switzerland
Ansprechpartner für die Schweiz

Als Leiterin der Zühlke Academy unterstützt Fabienne Lorenz IT-Professionals und Management beim zielgerichteten Aufbau und Praxistransfer von Wissen. Sie ist verantwortlich für die Angebotsgestaltung und Weiterentwicklung des Schulungs-Portfolios sowie die Sicherstellung der Kundenzufriedenheit. Ihr beruflicher Hintergrund liegt in den Bereichen Kommunikation und Marketing, mit den Schwerpunkten Customer Experience, Design Thinking und Innovationsmanagement.