Zühlke – Empowering Ideas

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Insights

Interview mit SNF: «Wir sind zu einem Team zusammengewachsen»

Peter Burri

Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) fördert herausragende Forschung an den Hochschulen – von der Physik über die Medizin bis zur Soziologie. Zühlke unterstützt den SNF als strategischen Partner. Im Interview spricht Benjamin Rindlisbacher, Programmleiter beim SNF, über die Herausforderungen, den SNF als Frontrunner in der Digitalisierung sowie die Zusammenarbeit mit Zühlke.

Insight in brief

  • Der Schweizerische Nationalfonds entscheidet sich für Zühlke als strategischen Partner
  • Gemeinsam wird eine Zielarchitektur und eine Migrationsstrategie erarbeitet
  • Agile Werte und Prinzipien sind zentral für dieses komplexe Vorhaben

Vor welchen Herausforderungen im Rahmen der digitalen Transformation steht der SNF?

Benjamin Rindlisbacher: Zuerst ein kurzer Rückblick: Der SNF war in der Vergangenheit bei der Digitalisierung immer an vorderster Front, so gehörten wir vor rund 15 Jahren zu den ersten Förderorganisationen weltweit, die den Forschenden ein webbasiertes Tool zur Einreichung ihrer Forschungsgesuche ermöglichten. Unsere Systeme bieten heute einen sehr grossen Funktionsumfang und es ist in den letzten Jahrzehnten eine umfangreiche Systemlandschaft zur Unterstützung unserer Fördertätigkeiten entstanden.

Diese Systeme sind jedoch teilweise nicht mehr auf dem aktuellen Stand und die Weiterentwicklung ist sehr aufwändig geworden. So haben wir uns entschieden, die aktuellen Systeme zu ersetzen und gleichzeitig die Chance zu nutzen, um unsere ebenfalls historisch gewachsenen Prozesse neu zu denken. Wir möchten unsere Prozesse vereinfachen, die Ausrichtung auf strategische Schwerpunkte stärken, unser Ökosystem noch besser einbinden und mit Innovationen Mehrwert für die Forschenden schaffen. So soll zum Beispiel die Zuordnung von geeigneten Personen zur Evaluation eines Gesuchs in Zukunft mit Methoden der künstlichen Intelligenz unterstützt werden.

Dieses Vorhaben bringt eine hohe Komplexität mit sich, die aus unserer Sicht nur mit einem schrittweisen Vorgehen bewältigt werden kann. Gleichzeitig müssen wir sicherstellen, dass die laufenden Tätigkeiten weiterhin in hoher Qualität ausgeführt werden. Es fordert uns, dies alles unter einen Hut zu bringen.

Welche konkreten Massnahmen werden nun angegangen?

Ein erster Schritt war, dass man ein dediziertes Programm mit einem Team aufgestellt hat, das sich den Herausforderungen annimmt und drei Jahre Zeit hat, um den SNF einen wesentlichen Schritt nach vorne zu bringen.

Nachdem wir letztes Jahr viele Grundsatzentscheidungen gefällt und eine Vision für unsere zukünftigen Prozesse entwickelt haben, läuft nun die konkrete Umsetzung. Dafür bauen wir mit Zühlke als strategischen Partner eine neue, nachhaltige und robuste Architektur, die uns Flexibilität für die Zukunft bietet. Dabei gehen wir in die Cloud und nutzen neue Technologien.

Im Moment arbeiten wir an der ersten Version des neuen Portals, welche im Oktober in Betrieb gehen wird.

Benjamin Rindlisbacher, Programmleiter AARE

Als Programmleiter und Product Manager zeichnet sich Benjamin beim SNF insbesondere fürs Gesamtprojekt und die fachliche Ausgestaltung der zukünftigen Systeme und Prozesse der Forschungsförderung verantwortlich. Vor seiner Funktion im Rahmen des Transformationsprogramms war Benjamin beim SNF in verschiedenen Funktionen tätig, zuletzt als Abteilungsleiter «Daten und Systeme Forschungsförderung». Als Betriebsökonom und mit einem Master-Abschluss in Wirtschaftsinformatik beschäftigt sich Benjamin seit Jahren mit Themen rund um Business und IT, aktuell im Rahmen eines Executive MBA am International Institute for Management in Technology an der Universität Fribourg.

portrait Benjamin Rindlisbacher

Wieso fiel dabei die Wahl auf Zühlke als Partner?

Wir haben ein mehrstufiges Auswahlverfahren genutzt, um den richtigen Partner für unser Vorhaben zu finden. In der letzten Runde haben wir mit den Anbietern gemeinsam in Workshops Lösungsansätze und ein Modell für die Zusammenarbeit erarbeitet. Zühlke hat uns dabei sehr überzeugt. Besonders herausgestochen haben das umfassende Knowhow und die nützlichen Erfahrungen aus ähnlichen Vorhaben. Wir legten Wert darauf, dass uns Zühlke als strategischer Partner auf allen Ebenen von der Entwicklung bis zur Programmsteuerung unterstützen kann und auch den Knowhow-Transfer zum SNF sicherstellt. Wir haben gespürt, dass Zühlke gemeinsam mit uns in einem «One-Team-Ansatz» die Verantwortung für die Ergebnisse und den Erfolg des Vorhabens übernehmen möchte.

Wie wird die Zusammenarbeit mit Zühlke bisher erlebt?

Der Eindruck beim Auswahlverfahren hat zum Glück nicht getäuscht (lacht). Wir sind zu einem Team zusammengewachsen. Und dies trotz der schwierigen Situation, dass wir uns aufgrund der Corona-Pandemie in den ersten Monaten gar nicht physisch treffen konnten. Die Mitarbeitenden von Zühlke bringen viel Knowhow ein, das wir mit unserem Fachwissen verbinden. So ergänzen wir uns gegenseitig, pflegen einen offenen Austausch und lernen gemeinsam. Besonders freut mich, dass Zühlke die Entwicklung des neuen Portals mit viel Elan vorwärtstreibt, und sich stark für die Sache und den SNF engagiert. Nun müssen wir noch beweisen, dass die gute Zusammenarbeit auch zu erfolgreichen Produkten führt.

Wie wird im Rahmen des Projekts vorgegangen und welche Methoden oder Ansätze kommen dabei zum Einsatz (Stichwort: Agilität)?

Basierend auf einer Roadmap teilen wir unser Vorhaben in Initiativen auf, die dann jeweils eine Discovery, Alpha, Beta und Live-Phase durchlaufen, basierend auf einer von Zühlke eingebrachten «Agile Delivery Method». Die Entwicklung wird nach dem Vorgehensmodell SCRUM geführt.

Wir haben gemeinsam mit Zühlke eine Zielarchitektur und eine Migrationsstrategie erarbeitet. Dabei teilen wir unsere zukünftigen Systeme in Kontexte auf, die unabhängig funktionieren und miteinander kommunizieren. Diese Kontexte werden wir nun nach und nach aufbauen. Für die Transition von alten zu neuen Systemen gehen wir schrittweise vor.

Agile Werte und Prinzipien sind zentral für unser komplexes Vorhaben. Wir wollen rasch Resultate liefern, Feedback einholen und Fehlentwicklungen vermeiden. Wir arbeiten in crossfunktionalen Teams, bei denen alle Personen mit den notwendigen Disziplinen für den ganzen Prozess von der Entstehung bis zum Betrieb der neuen Systeme und Prozesse eng zusammenarbeiten und Verantwortung übernehmen.

Wichtig ist uns auch ein Prozess nach der User-Centered-Design-Methode. So binden wir verschiedene Nutzungsgruppen gezielt und möglichst früh in die Entwicklung ein, um das SNF Portal optimal auf die neuen Nutzungsbedürfnisse auszurichten.

“Zühlke hat uns sehr überzeugt. Besonders herausgestochen haben das umfassende Knowhow und die nützlichen Erfahrungen aus ähnlichen Vorhaben.” 

Was motiviert sie persönlich an der Mitarbeit an diesem Projekt?

Mir ist sehr wichtig, dass ich mich mit dem Zweck meiner Arbeit identifizieren kann. Die durch den SNF geförderte Forschung schafft Wissen, das gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fortschritt ermöglicht. Der SNF trägt somit langfristig zur Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz und zu Wohlstand und Lebensqualität bei. Die Förderung der Forschung liegt mir daher am Herzen, und das Projekt ist eine einmalige Gelegenheit, die Zukunft der Forschungsförderung im SNF mitzugestalten. Es motiviert mich, mein Wissen optimal ins Projekt einbringen zu können und trotzdem jeden Tag Neues dazu zu lernen. Zudem empfinde ich es als sehr motivierend, dass der SNF vorausschauend in die digitale Transformation investiert.

Peter Burri Zühlke

Peter Burri

Senior Business Development Manager
Ansprechpartner für die Schweiz

Peter Burri ist Senior Business Development Manager in der Bundeshauptstadt Bern und verantwortet den Public Sektor (Öffentliche Verwaltungen) für die Schweiz. Seine über 30 jährige Erfahrung in IT- und Engineering-Projekten in verschiedensten Branchen ermöglicht es ihm, Kunden agil in vielfältigen Prozess- und Business Innovations-Vorhaben entlang der Wertschöpfungskette zu unterstützen.