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Haben Frontend und Backend eine gemeinsame Zukunft?

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Lerne die Herausforderungen beim Technologiewechsel kennen, erfahre, wie sich Frontend und Backend unter einen Hut bringen lassen, und informiere Dich, wie Du Dich als Programmierer weiterentwickeln kannst.

 

Willkommen bei The Hüb – einem Ort, an dem unsere Fachleute offen ihre Meinungen, Ideen, und Erfahrungen sowie ihr Wissen zur Branche, ihrer Zukunft und wichtigen Trends weitergeben. Hol Dir einen Kaffee, mach Dir entspannende Musik an, und begleite uns zur zwölften Folge von The Hüb. Diesmal teilt Igor Đurić seine wertvollen Kenntnisse aus seiner Arbeit als Lead Architect bei Zühlke Serbien.  

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Was macht ein Full-Stack Developer?

Das wird eigentlich von Tag zu Tag mehr.

Als ich mit dem Programmieren anfing, war ein Full-Stack Developer eine Person, die sich sowohl mit dem Frontend als auch mit dem Backend auskennt. Das war's aber auch schon. Inzwischen machen Full-Stack Developer viel mehr.

Neben Frontend und Backend müssen wir dem Kunden auch geschriebenen Code liefern, d. h. sehr oft auch den Devops-Bereich abdecken.

Wie schwierig ist es, sich in neue Technologien einzuarbeiten?

Es gibt natürlich eine Lernkurve, die je nach Technologie unterschiedlich steil sein kann.

Als jemand, der sieben Jahre lang in einem produktzentrierten Unternehmen war, hatte ich beim Wechsel zu einem Dienstleister schon das Gefühl, dass es bei mir noch ziemliche Wissenslücken gab. Ohne eigenes Produkt und weil sie sich schnell an den Markt anpassen müssen, brauchen Dienstleister eher den „Universal“-Engineer mit breiter Wissensbasis.

Es wird zwar nur sehr selten vorkommen, aber wenn das gesamte Team auf eine neue Technologie umsteigen müsste, würde man für die Einarbeitung schon eine gewisse Zeit brauchen. Ich bin mir aber sicher, dass ein fortgeschrittener Programmierer in der einen Technologie auch ganz schnell ein fortgeschrittener Programmierer in einer anderen Technologie wird.

Außerdem habe ich festgestellt, dass solche Veränderungen als Lernanreize und für die Motivation sehr wichtig sind.

Können Frontend und Backend zueinander finden?

Das habe ich mich auch immer gefragt.

Als jemand, der in erster Linie Backend-Programmierer ist und Struktur im Leben liebt, hat mich beim Frontend immer gestört, dass es oft nicht den „einen“, besten Weg gibt. Vielmehr gilt: „Wenn's so funktioniert, ist es das.“

Ich habe aber bei der Arbeit an verschiedenen Projekten eine Lösung dafür gefunden, die mir sehr gut gefällt, nämlich TypeScript. TypeScript ist sehr interessant, weil damit eine objektorientierte Programmierung möglich ist, wie sie uns im Grunde vertraut ist. Die Sprache ist sehr einfach zu verwenden und schnell kompiliert. Das sieht nach einer Annäherung von Frontend und Backend aus, und wie ein Trend, der sich in Zukunft wohl fortsetzen wird.

Ich finde es auch toll, dass schon so viele Frameworks in TypeScript entwickelt wurden. Besonders NestJS gefällt mir sehr gut, und ich kann es auch für das Projekt einsetzen, an dem ich gerade arbeite.

Hier sprechen wir ja von der Node-Welt, die, wie ich finde, schon ein perfekt entwickeltes Ökosystem hat. Man kann schon behaupten, dass wir hier mehr Libraries haben, die wir verwenden können, als bei Java.

Mit NestJS lassen sich auch Microservices verbinden. Das beschleunigt die Skalierung. Die Leistungseigenschaften sind so schon gut, und das Ergänzen von Microservices ist total einfach – egal ob es um ganz neue oder Skalierung vorhandener geht. Vor allem aber habe ich nur ein paar Stunden gebraucht, bis ich in der Lage war, damit zu arbeiten.

Wichtige Tipps für alle Programmierer

Du musst Neuem gegenüber aufgeschlossen sein und solltest nicht an Dingen festhalten, die für Deine Aufgabe nicht mehr passen.

Bei einem Partner meines früheren Arbeitgebers wurde ausschließlich in Pearl programmiert, und von einer anderen Sprache wollten die Programmierer noch nicht einmal hören. Im Prinzip hatten sie einen Teil mit nativen Linux-Befehlen verknüpft und konnten ansonsten nichts finden, was auch nur annähernd ein vergleichbares Tempo erreicht hätte. Ein paar Jahre später waren sie durch das Aufkommen von Docker und Containern und generell durch die Entwicklung von Spring Boot und Java-Frameworks, die viel schneller sind und die Entwicklung beschleunigen, praktisch vom Markt verschwunden.

Man darf sich nie nur auf eine Technologie oder eine Vorgehensweise fixieren, denn die Technologien entwickeln sich sehr schnell weiter. Ich finde, man sollte sich so viel Wissen aneignen wie möglich. Es empfiehlt sich ganz allgemein, sich weiterzubilden, während man an Beispielkonzepten arbeitet und an Dingen die konstant bleiben.

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Ansprechpartner für Serbien

Igor Đurić

Lead Software Architect

Dr. Igor Đurić ist Lead Software Architect bei Zühlke. Er studierte und promovierte an der Faculty of Organizational Sciences der Universität Belgrad. Seine berufliche Laufbahn begann er dort 2012 als Lehrbeauftragter des Department of Electronic Business. Anschließend war er als Programmer, Senior Programmer, Team Leader und Development Director tätig.

Er arbeitet vorwiegend mit den Technologie-Stacks Java, ReactJS, SpringBoot und NestJS.

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