Zühlke – Empowering Ideas

Three colleagues checking important KPIs on a laptop
Insights

Messgrößen, auf die es wirklich ankommt: Behalten Sie bei der Digital Delivery den Überblick

Giovanni Asproni

Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Thema "ganzheitlicher Ansatz", der sowohl produkt- als auch leistungsbezogene Metriken verwendet und die bereitgestellten Informationen in einen Kontext setzt.

Insight in brief

  • Herkömmliche Methoden zur Effizienzmessung sind in der Sofwareentwicklung nicht erfolgreich
  • Es ist wichtig, sich die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Metriken vor Augen zu führen, um valide Entscheidungen zu treffen.

Das Problem besteht darin, dass herkömmliche Methoden zur Effizienzmessung von Softwareteams kein vollständiges Gesamtbild liefern. Und dies erschwert es wiederum Managern, gute Entscheidungen zu treffen, wenn es um die Priorisierung von Arbeitsaufgaben und die Verteilung der entsprechenden Ressourcen geht.

Das soll nicht heißen, dass derartige Messgrößen nicht nützlich sind. Der Durchsatz ist zum Beispiel ein wertvolles Maß für die Rate, mit der neuer Code in Produktion gegeben wird. Die Vorlaufzeit bietet einen hilfreichen Einblick in die Zeit, die zwischen der Identifizierung einer neuen Anforderung und ihrer Übergabe an die Produktion vergeht. Die Zykluszeit, eine weitere nützliche Messgröße, gibt an, wie viel Zeit zwischen dem tatsächlichen Beginn der Arbeit an einem Stück Code und seinem Go-live vergeht.

Durchsatz- im Vergleich zur Vorlaufzeit

Throughput vs Lead Time.

Doch in vielen Unternehmen, vor allem in größeren, können diese Messgrößen in der Praxis großen Schwankungen ausgesetzt sein, insbesondere wenn Manager angesichts eines bevorstehenden Liefertermins mehr Mitarbeiter zur Behebung eines Problems einsetzen.

Und was noch wichtiger ist, sie liefern kein vollständiges Gesamtbild. Es werden weitere Dimensionen benötigt, um den Fortschritt im Vergleich zu dem des digitalen Wandels genauer zu messen. Derzeit werden vor allem noch nicht die produktbezogenen Messgrößen abgebildet: zum Beispiel die Qualität des Codes, wie sie sich in Fehlerquoten zeigt; und ob das Gesamtniveau der technischen Schulden (der Umfang der späteren Nachbesserung, wenn die Lieferung eines Stücks Code vorgezogen wird) im Laufe der Zeit entweder ansteigt oder reduziert wird.

Durchsatz im Vergleich zu technischen Schulden und Fehlerquote

Throughput vs Technical Debt vs Defects

Diese produktbezogenen Messgrößen sind wegen ihres engen Zusammenspiels mit den leistungsbezogenen Messgrößen, die wir zuvor erläutert haben, von entscheidender Bedeutung. Wenn man zum Beispiel den Durchsatz stärker forciert, kann dies einen Anstieg der Fehler oder der technischen Schulden bewirken. Umgekehrt können Bemühungen zur Reduzierung der technischen Schulden zu einem entsprechend sinkenden Durchsatz führen. Demnach kann das Management die vollständigen Auswirkungen seiner Entscheidungen auf den Gesamtfortschritt nur verstehen, wenn diese Daten gesammelt und miteinander in Verbindung gebracht werden, um dadurch entsprechende Muster zu identifizieren.

Bei Zühlke verfolgen wir einen messgrößenorientierten Ansatz, der auf eine ganzheitliche Perspektive setzt, indem er sich auf beide Arten von Maßeinheiten konzentriert. Wir halten dies nicht nur bei unserer eigenen Arbeit für nützlich, sondern auch, wenn wir die Leistung der Teams unserer Kunden für digitale Lieferungen beurteilen und ihnen aufzeigen, wo und wie sie sich verbessern könnten, um ihre digitalen Ziele zu erreichen. Unser Ansatz konzentriert sich auf die Einführung produktbezogener Daten, die zum Beispiel aus JIRA-Ticketsystemen und GitHub bezogen werden, und deren Kombination mit leistungsbezogenen Messgrößen in leicht zu interpretierenden Dashboards.

Mithilfe dieser Dashboards können Anwender auf einen Blick Muster und Trends erkennen – und auf dieser Basis, mit der richtigen Schulung und dem Wissen über das Geschäftsumfeld, Korrelationen zwischen getroffenen Entscheidungen und Anstiegen/Rückgängen der Leistung finden.

Die von den Messgrößen gelieferten Informationen müssen im jeweiligen Kontext interpretiert werden. Denn allein anhand der Messungen lassen sich keine Aussagen darüber treffen, ob eine Situation gut oder schlecht ist. So könnte zum Beispiel eine Umverteilung von Ressourcen nach dem Motto „jeder einzelne ist gefragt“, um einen neuen Großkunden zu gewinnen, eine negative Auswirkung auf die technischen Schulden, die Vorlaufzeit und die Zykluszeit haben. Wenn jedoch der von der Anschaffung bereitgestellte Wert viel höher ist als die Kosten für die Behebung der dadurch verursachten Probleme, war die Umverteilung eine gute Entscheidung.

Messgrößen sind gewöhnlich Spätindikatoren, doch es gibt auch einige, die beinahe als Prognose dienen können. So kann zum Beispiel die Kombination der Messung technischer Schulden mit der Häufigkeit der Änderung von Quelldateien bei der Entscheidung helfen, wo eine gemeinsame Anstrengung bei der Reduzierung technischer Schulden wahrscheinlich die größten Langzeitgewinne bei Durchsatz, Zykluszeit, Vorlaufzeit usw. bietet. Wenn eine derartige Analyse richtig durchgeführt wird, erhält das Unternehmen dadurch wertvolle Einblicke, die es für zukünftige Projekte gewinnbringend nutzen kann.

Für welchen Ansatz sich ein Unternehmen auch entscheidet: Schulungen sind unentbehrlich. Ein Managementteam, das geradezu von Daten überflutet wird, sie aber überhaupt nicht nutzen kann, wird wahrscheinlich sehr schnell die Orientierung verlieren. Doch jemand, der weiß, wie man visuelle Anhaltspunkte herausarbeiten, sie richtig interpretieren und ihre Ergebnisse nutzen kann, um fundiertere Entscheidungen zu treffen, wird wissen, welche Richtung er einschlagen soll. Deshalb sind wir davon überzeugt, dass jedes Unternehmen mit den Messgrößen, die in seinem Bereich relevant sind, die Herausforderung des digitalen Wandels mit neuem Selbstvertrauen angehen kann.