Zühlke – Empowering Ideas

Teamwork and an open feedback culture for improved mental wellbeing
Insights

Mental Team Health Indexing

Caz Farrell

Projekt Managerin Caz Farrell hat sich schon immer für mentale Gesundheit interessiert. Sie findet den regelmäßigen Austausch im Team heute wichtiger als je zuvor und teilt hier ihre Erfahrungen und Best Practices, wie sie entsprechende Einblicke sammelt, versteht und umsetzt, um das mentale Wohlbefinden des Teams zu fördern.

Erfahre mehr über Caz‘ Erfahrung mit Befragungen zum Thema mentale Gesundheit und finde heraus, wie Du anfängst und was Du für Dich und Dein Team gewinnen kannst.

Insight in brief

  • Warum das Beobachten mentaler Teamgesundheit gerade jetzt entscheidend ist
  • Erste Schritte, wie Du die mentale Gesundheit des Teams messen kannst
  • Profitiere von Deinen Einblicken: So liest Du die Daten und setzt sie um

Seit einem Jahr arbeiten unsere Projektteams überall auf der Welt mehrheitlich oder sogar ausschließlich im Homeoffice. Viele von uns haben die neuen Herausforderungen, die Remote Work an unser mentales Wohlbefinden gestellt hat, selbst erlebt – sowohl im Bereich des individuellen Wohlbefindens, aber auch in der Zusammenarbeit und der Stimmung im Team.

Psychologie und menschliches Verhalten haben es Caz, Principal Agile Project Manager, schon immer angetan. Sie hat sich schon eine ganze Zeitlang damit beschäftigt, wie sich der Gesundheitszustand eines Teams messen und dann auch im Auge behalten lässt. Dann hat die Pandemie den Fokus noch mehr auf mentale Aspekte von Team Health gelenkt.

Teamzufriedenheit und mentale Gesundheit messen – wo anfangen?

Die Idee, Teamzufriedenheit zu messen, ist Caz nicht neu. „In meiner vorhergehenden Position als Agile Coach fand ich es ausgesprochen nützlich, die Stimmung im Team zu messen. Ich habe einfach angefangen, kurz und gezielt zu fragen. Zum Beispiel ‚Wie nützlich war dieser Tag für euch?‛ Die Leute konnten anonym auf einer Skala von 1 bis 5 antworten,” berichtet Caz.

So konnte Caz die Stimmung nach einem bestimmten Training geschickt einfangen. Mit dieser Frage wusste sie aber noch nicht, warum es so war und wie sie es in Zukunft besser machen könnte.

Vom Messen der inneren Beteiligung war es nur ein kurzer Schritt zum Erfassen der Zufriedenheit des Teams, aber die Einblicke hier brachten sie nicht wesentlich voran. „Wenn ich die Zufriedenheit der Leute kenne, sagt mir das noch nicht viel über ihre Zufriedenheit am Arbeitsplatz. Eine ganze Reihe externer Faktoren wirkt sich auf das Wohlbefinden der Leute aus”, fasst sie zusammen.

Die folgenden Überlegungen haben Caz entscheidend weitergeholfen, um maßgebliche Erkenntnisse zu gewinnen:

Aus dem gewünschten Zielzustand die richtigen Fragen ableiten

Stelle als Erstes die richtigen Fragen. Der springende Punkt ist, eine Zielvorstellung des gewünschten Zustands oder der gewünschten Arbeitsumgebung zu haben. Erst wenn Du das weißt, kannst du zielführende Fragen ableiten und aus den Antworten den Zustand des Teams verstehen.

„Wenn immer möglich lohnt es sich, die zentralen Zielbedingungen gemeinsam mit dem Team festzulegen. So vermeidet man, dass die Fragen von den eigenen Vorstellungen beeinflusst werden”, führt Caz aus. „Es ist ein Kinderspiel, Suggestivfragen aufzuschreiben, wenn Du (bewusst oder unbewusst) meinst Du wüsstest, wo im Team der Schuh drückt. Man läuft aber Gefahr, daneben zu greifen und dann kann es Dir passieren, dass das Team nicht sagen kann, was wirklich das Problem ist.”

Mögliche Zielbedingungen sind etwa: Die Teammitglieder …

  • verstehen die Vision / das Ziel des Teams
  • glauben an die Mission / das Ziel
  • verstehen ihre Rolle im Team
  • halten das Ziel für erreichbar
  • haben das Gefühl, einen Mehrwert zu schaffen
  • fühlen sich wertgeschätzt
  • haben das Gefühl, dass man auf sie hört
  • fühlen sich mit dem Team verbunden
  • empfinden das Arbeitstempo als angenehm
  • trauen sich, andere Meinungen zu hinterfragen
  • erleben Eigenverantwortung
  • gehen motiviert in die anstehende Woche

Konsequenz ist der Schlüssel, um Tendenzen in der Entstehungsphase zu erkennen

Zweitens stelle die Fragen regelmäßig. Mentale Teamgesundheit ist etwas Dynamisches, das sich mit wechselnden Erwartungen, Projektphasen und Stakeholdern verändern kann. Es ist von herausragender Bedeutung, eine Tendenz frühzeitig zu erkennen, da Du damit einen Wandel in der Stimmung im Team in den ersten Ansätzen erkennen kannst.

So lässt sich zurückverfolgen, was den Stimmungswandel ausgelöst hat. Und Du kannst verschiedene Optionen durchspielen, um einen negativen Trend umzukehren oder die Dynamik einer positiven Tendenz zu unterstützen. Durch konsequentes Nachhaken gelingt es Dir auch, eine Sensibilität für Auslösefaktoren zu entwickeln und die Wirksamkeit einzelner Maßnahmen für zukünftiges Handeln zu erkennen.

Daher setzt Caz darauf, Befragungen mindestens monatlich durchzuführen – ein zweiwöchentlicher Rhythmus ist ihr sogar noch lieber.

Das Geheimnis einer hohen Antwortquote: Zugänglichkeit und Anonymität

Eine hohe Antwortquote spielt eine große Rolle, um die mentale Teamgesundheit zu messen. Daher legt Caz Wert darauf, dass die Befragung anonym und schnell und problemlos auszufüllen ist. „Ich halte sie kurz und bündig – Du willst nicht, dass jemand mehr als zwei Minuten damit verbringt”, erklärt sie.

Caz erstellt ihre Befragungen mit Hilfe von SurveyMonkey. „In diesem Tool finde ich alle Features, die ich brauche. Es gibt mir auch an, wie lange das Ausfüllen dauert”, so Caz. Sie kann den Link auch bequem in den Meeting-Chat am Anfang oder am Ende des Meetings einfügen. Wenn die Befragung als Teil des Meetings beantwortet werden kann, hebt das natürlich die Antwortquote.

Einblicke analysieren, diskutieren und umsetzen

Nichts würgt Engagement so sehr ab wie die Leute nach ihrem mentalen Wohlbefinden zu fragen und dich dann nicht für ihre Antworten zu interessieren. „Ich kann das gar nicht genug betonen: Frag nicht nach Team Health, wenn Du nichts unternehmen willst”, betont Caz. Daher diskutiert sie die Ergebnisse immer in einer Retrospektive oder einem Team-Meeting. Maßnahmen zum laufenden Projekt haltet sie schriftlich fest, damit sie im Nachhinein ein Gespür dafür entwickelt, ob eine Maßnahme etwas bewirkt hat.

Um die Ergebnisse gut analysierbar zu machen, verwendet Caz häufig Single-Choice-Optionen und lässt eine mittlere Antwortmöglichkeit weg. Dann müssen die Mitarbeitenden wirklich ihre Gefühle in Bezug auf die Aussage erforschen – es gibt keine „weder noch” Option.

Under 50% satisfaction with the progress on the project that week

Caz erinnert sich an eine Situation, in der sie sich wegen einbrechender Werte zu der Aussage „Ich habe das Gefühl, dass man auf mich hört” Sorgen machte, nachdem in einem Projekt ein paar Entscheidungen getroffen worden waren. Sie stellte dem Team die Ergebnisse zur Team Health vor und bat die Teammitglieder, mutig zu sein und mitzuteilen, wie sie sich fühlten. „Es ist phantastisch, wie eine Person, die sich traut die eigene Meinung zu sagen, die kollektive Stimme der Gruppe lösen kann”, erzählt Caz.

Der Moderator muss darauf eingestellt sein, am Anfang ein unbequemes Schweigen durchzustehen, aber die anschließende Diskussion führte zu unglaublich wertvollen Erkenntnissen. In diesem Fall stellte es sich heraus, dass die Teamleitung versucht hatte, das Team von Diskussionen im Hintergrund abzuschirmen. Dadurch enthielt sie dem Team aber auch wichtige Zusammenhänge vor, die nötig gewesen wären, um das Gesamtbild im Auge zu behalten.

„Einfach die Konversation mit dem Team führen und die Argumentationslinie erklären zu können führte dazu, dass das Team Fragen stellen und es verstehen konnte”, erinnert sich Caz. „Innerhalb eines Monats waren die Werte wieder im positiven Bereich.”

Jetzt mehr als je zuvor ist es an der Zeit, Team Health Indexing umzusetzen

Seit Caz bei Zühlke ist, ist sie zu der Überzeugung gelangt, dass Team Health Indexing nützlicher und wichtiger geworden ist. Die Auswirkungen von Covid und die Tatsache, dass wir uns nicht jeden Tag im Büro sehen, haben unser Augenmerk darauf gerichtet, wie wichtig das mentale Wohlbefinden und die mentale Gesundheit ist. Wir müssen das gewohnte Mittelmaß hinter uns lassen; nur so können wir sicherstellen, dass sich alle im Team wertgeschätzt fühlen und darauf vertrauen können, dass ihr Engagement zählt.  

Am besten legst Du einfach los. Wenn Dich Team Health interessiert, warum nicht etwas ausarbeiten? Frag Dein Team doch gleich einmal, wie es sich in Bezug auf die Arbeit gerade fühlt.