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Fällt beim Einstieg in den Beruf das Lernen flach?

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Warum Weiterbildung und Job Hand in Hand gehen und wie Deine Karriere und Dein Privatleben davon profitieren.  

 

Hol Dir einen Kaffee, mach Dir entspannende Musik an, und begleite uns zur dreizehnten Folge von The Hüb. Diesmal teilt Marko Ivanović die wertvollen Erfahrungen, die er als Lead Software Architect bei Zühlke gesammelt hat.

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Was ist Bildung?

Beginnen wir am besten bei der traditionellen Schulbildung, die vor dem Berufsleben kommt, um uns dann auf die berufliche Bildung zu konzentrieren. In der Grundschule und an den weiterbildenden Schulen werden uns unterschiedliche Konzepte vermittelt, wie wir lernen, denken und unsere Interessen analysieren können. Auf dieser Grundlage wählen wir unseren weiteren (Aus-)Bildungsweg. Wir legen unsere Interessen fest und schlagen dann die dazu passende Ausbildungsrichtung ein. Wir positionieren uns nun auf dem Markt und bereiten uns auf den Job vor, der uns wirklich interessiert, und lernen gezielt dafür.

Aber das ist nur der Anfang. Wir hören nicht auf zu lernen, wenn wir in den Job einsteigen. Hier beginnen wir, Berufserfahrung zu sammeln. Dieser Lernprozess lässt sich in drei Phasen gliedern:

  1. Das Wissen anwenden, das wir uns bisher angeeignet haben
  2. Unsere Kenntnisse auf den Prüfstand der Praxistauglichkeit stellen
  3. Mit dem Feedback aus der Praxis erhalten wir das Extra an Informationen, auf das wir unser zukünftiges Lernen aufbauen.

Warum Dein Gehirn gerne lernt

Zwei Aspekte wirken sich auf den Lerneifer aus: der psychologische und der biologische.

Der psychologische Aspekt entsteht bei der Entwicklung des kritischen Denkens. Ich finde, dass diese Fähigkeit enorm hilft; Lernen auf höherer Ebene hilft auch; mit dem Denken fängt es an und ab da schauen wir recht kritisch auf die Lerninhalte. Wir nehmen nicht mehr alles so selbstverständlich, wie das noch in der Schulzeit der Fall war. Jetzt entwickeln wir unsere eigene Meinung und unsere eigene Einstellung.

Hier kommt der biologische Aspekt ins Spiel. Es ist schon interessant, dass Lernen – neben der körperlichen Betätigung – einer der anerkannten Auslöser für die Ausschüttung von drei Hormonen ist, die uns glücklich machen: Dopamin, Serotonin und Endorphin.

Der Hippocampus ist der Teil des Gehirns, der aufgenommene Informationen einspeichert und sie vom Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis, ins Ortsgedächtnis usw. überträgt. Vom Hipocampus erhalten wir die Mitteilung, ob eine bestimmte Deutung, die sich unser Gehirn aufgrund seiner Erinnerungen und Informationen zurechtlegt, mit dem übereinstimmt, was wir über unsere Sinne aufnehmen. Wenn wir etwas lernen oder uns in einer Sache verbessern, werden Glückshormone ausgeschüttet, die uns anspornen, mit dem was wir tun weiterzumachen.

Was sich besonders lohnt, um effektiver zu lernen

In unserer Branche geht es im Grunde immer darum, wie wir unterschiedlichste Informationen am besten aufnehmen.

Daher tun wir gut daran, die Art und Weise unserer Aus- und Weiterbildung nochmals unter die Lupe zu nehmen – uns mal genau anzuschauen, wie wir bisher gelernt haben; herauszufinden, mit welchen Techniken wir bisher am besten gelernt haben: Welche Faktoren haben es uns leichter gemacht, mal ein Buch in die Hand zu nehmen? Wie konnten wir uns Informationen am besten merken?

Hier geht es nicht nur darum, etwas zu einem bestimmten Thema zu lernen. Es geht vielmehr darum, etwas über mich selbst herauszufinden: Welche Kräfte muss ich mobilisieren, um mir dieses Wissen anzueignen? Entspricht es meinen Interessen eher, wenn ich mir ganz nach Lust und Laune Schulungsvideos reinziehe – oder bin ich eher eine Person, die gerne Bücher liest, verschiedene Medien kombiniert, Vorträge oder Trainings besucht, um nur einige Möglichkeiten zu nennen?

Die beste Methode ist es vielleicht, Dir Ziele zu setzen, die sich an der Aus- und Weiterbildung im Berufsleben orientieren. Das Mindmapping ist eine solche Möglichkeit. In einem ersten Schritt beantwortest Du hier drei oder vier Fragen, etwa: Was möchte ich tun oder welches Ziel möchte ich erreichen? Aus der Hauptidee lassen sich dann Abzweigungen zu verschiedenen Optionen entwickeln: Wie möchte ich dieses Ziel erreichen? Bis wann möchte ich es erreicht haben? Wie möchte ich dabei vorgehen?

 Wir müssen auch daran denken, Zeit zum Lernen einzuplanen. Dabei ist es von Vorteil, wenn das Unternehmen Dich unterstützt und Dir den Raum und die Ressourcen zum Lernen und zur Weiterentwicklung zur Verfügung stellt. Möglicherweise kann Dir das Unternehmen gezielt Lerninhalte aufzeigen oder durch Schulungsangebote und Prüfungen Anregungen geben. Die Wirkung ist viel größer, wenn die Weiterentwicklung Teil der Jobverantwortlichkeiten ist und die Mitarbeitenden ihre Schulungen in den Joballtag einbauen können.

Trainiere Dein Gehirn und hab Spaß dabei

Leg Dir ein Hobby zu. Wenn Du etwas Neues und Aufregendes lernst, trainierst Du Dein Gehirn auf unterschiedliche Arten: Es lernt neue Herangehensweisen und Gedächtnistechniken. Mach Dir also keine Sorgen, wenn Du Dich auch mal für Dinge interessierst, die nicht direkt zu Deinem Job gehören.

Aufgrund unserer begrenzten Kapazität und allerlei Verpflichtungen, die wir im Leben haben, müssen wir dabei geschickt vorgehen und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den verschiedenen Elementen herstellen. Tendenziell sollten wir uns ruhig häufiger in ein Thema hineinknien, das uns interessiert, und zwar unabhängig davon, ob wir es im Job brauchen oder nicht. Dinge, die uns einfach am Herzen liegen. Dadurch werden wir achtsamer und erwerben einen reichen Wissensschatz. Unsere Neugier und unser kritisches Denkvermögen profitieren davon und wir sind zufriedener, weil wir dann mehr über die Welt um uns herum wissen. Und je zufriedener wir mit uns selbst sind, umso mehr reflektiert unsere Zufriedenheit in alle anderen Bereiche hinein – besonders in das Jobleben.

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Ansprechpartner für Serbien

Marko Ivanović

Lead Software Architect

Marko Ivanović wurde im April 1986 geboren. Er studierte an der Universität Belgrad an der Fakultät Organizational Science im Bereich Informationssysteme und -technologien und hat einen Bachelor in Computer Science.


Marko arbeitet seit April 2015 bei Zühlke. Er blickt auf über 10 Jahre Erfahrung in der IT-Branche zurück und war an einer Reihe von Projekten mit unterschiedlichen Technologien und Frameworks als Java Developer, Tech Lead, Team Lead und Architect beteiligt.


Sein Schwerpunkt liegt auf der Weiterentwicklung im Beruf, für sich selbst und für andere.

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