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Insights

7 Tipps um Deine Karriereziele in der Softwareentwicklung zu definieren

Wie planst Du Deine persönliche Weiterentwicklung? Welche Vorteile hat es, Konzepte zu verstehen? Wie können Unternehmen Dir bei Deiner Karriereplanung helfen?

Hol Dir einen Kaffee, mach Dir entspannende Musik an, und begleite uns zur siebten Folge von The Hüb. Diesmal teilt Milan Tončić die wertvollen Erfahrungen, die er als Advanced Software Engineer bei Zühlke gesammelt hat.

 

Insight in brief

Willkommen bei The Hüb – einem Ort, an dem unsere Fachleute offen ihre Meinungen, Ideen, und Erfahrungen sowie ihr Wissen zur Branche, ihrer Zukunft und wichtigen Trends weitergeben.

Was ist für Full Stack Developer die wichtigste Kompetenz?

Ich würde sagen, man muss ein gutes Verständnis der Konzepte haben, die hinter Back-End und Front-End stehen oder, wie ich auch oft sage – eine klare Vorstellung von dem gesamten Stack. Der Full Stack Developer kann problemlos sowohl mit dem Front-End- als auch mit dem Back-End-Developer kommunizieren und sich an die jeweiligen Workflows anpassen.

Ich persönlich bin mit meinem aktuellen Projekt stark in die Back-End-Entwicklung eingebunden. Deshalb halte ich mich durch Nebenprojekte oder Fachlektüre über die neuesten Front-End-Konzepte auf dem Laufenden.

Wie geht persönliche Weiterentwicklung in der Praxis?

Ich finde, man sollte sein Potenzial so weit wie möglich ausschöpfen, denn das ist persönlich bereichernd. Mir jedenfalls macht der Prozess sehr viel Spaß. Ich gehe gerne systematisch an die Sache heran, damit ich meine Fortschritte nachvollziehen kann – wie ich mich weiterentwickle und Gewohnheiten oder Annahmen ändere, die für mich nicht mehr passen.

Persönliche Weiterentwicklung ist nicht an einen Ort oder eine bestimmte Zeit gebunden. Was Du aber brauchst, ist die Entschlossenheit, Dich auf den Weg zu machen. Und außerdem brauchst Du ein Ziel. Das wird oft vergessen, aber ohne Ziel kommt man nirgendwo hin, weder in der beruflichen noch in der persönlichen Entwicklung.

Nehmen wir also an, wir haben eine klare Vorstellung davon, wo wir hinwollen. Ein klares Ziel. Wie kommen wir dann dahin? Dafür brauchen wir eine Strategie, also wie wird der Weg zu unserem Ziel aussehen, welche Gewohnheiten müssen wir uns aneignen und welche ändern, wie sehen die einzelnen Schritte aus? Das letzte wichtige Element ist Flexibilität. Wenn wir merken, dass wir unserem Ziel nicht näher kommen, müssen wir flexibel genug sein, um unser Handeln entsprechend anzupassen.

So würde ich das Thema Selbstentfaltung auf den Punkt bringen. Ich richte mich in meinem Leben danach und finde es sehr bereichernd.

Ich finde, Gewohnheiten sind wichtig. Du solltest Dir die Arbeit an Deinem Ziel zur positiven Gewohnheit machen. Dieser widmest Du dann jeden Tag 30 Minuten und schaust dir wöchentlich Deine Fortschritte an. Was ich absolut wichtig finde, ist Lesen. Egal, ob Du für Dein berufliches Fortkommen lernen oder Dir ein anderes Thema aneignen willst, Lesen ist immer gut. Ich persönlich lese gerne gleich morgens mindestens eine halbe Stunde lang. Für mich ist früh am Morgen ideal, weil ich dann aufnahmefähig bin und keine Ablenkung habe. Ich genieße es, dass ich diesen Teil des Tages für mich habe. Wenn Du die Zeit optimal nutzt, kann das Dein ganzes Leben beeinflussen.

Ich bemühe mich außerdem, die Arbeitszeit möglichst sinnvoll zu nutzen und das Maximale aus ihr herauszuholen. 40 Stunden pro Woche ist schon eine Menge investierte Zeit, und dann noch hochgerechnet auf den Monat, das Jahr ... Die Frage ist: Was machen wir mit der Zeit? Wie gehen wir klug damit um? Konkret würde ich sagen: Mach Code Reviews und versuch nachzuvollziehen, wie erfahrene Kolleginnen und Kollegen denken, wie sie kommunizieren, warum sie den Code so geschrieben haben und nicht anders. Welches Konzept steht hinter der verwendeten Technologie, warum wurde sie gewählt, welche Probleme löst sie, welche Einschränkungen hat sie usw.

Wie können Unternehmen bei der Zielfindung helfen?

Wir haben ein so genanntes Career Planning. Das heißt, ich überlege mir, welche Vision ich für meine Karriere in den nächsten 3 bis 5 Jahren habe und formuliere das dann gemeinsam mit meinem oder meiner Vorgesetzten. Einmal im Jahr definieren wir dann Ziele, die uns dieser Vision näher bringen. Bei diesen Besprechungen stimmen wir unsere individuellen Wünsche mit den Bedürfnissen des Unternehmens bzw. des Marktes ab, planen die Ziele und verfolgen den Fortschritt im Jahresverlauf. Was ich auch sehr zu schätzen weiß, ist das kontinuierliche Lern- und Schulungsangebot von Zühlke, weil ich damit meine Ziele leichter und bequemer erreiche.

Außerdem haben wir Capability Owner – das sind Leute, die für einen bestimmten Bereich die Anforderungen des Marktes im Blick behalten. Ein Beispiel sind Cloud Capability Owner. Wenn ich mich im Bereich Cloud Development weiterbilden möchte, kann ich diese Leute ansprechen, damit sie mir Anhaltspunkte geben und bei der Zielformulierung helfen.

Welche internen Programme gibt es bei Zühlke für Dein Weiterkommen?

Wir haben das Konzept der „Topic Teams“. Damit kannst Du bei Themen weiterkommen, die Du bei Deinem aktuellen Projekt vernachlässigen musst, z. B. wegen des Technologie-Stacks. Du kannst Dir hierfür die Zeit nehmen und gemeinsam mit anderen das Wissen in diesem Interessenbereich ausbauen – auch um die im Unternehmen vorhandenen Kompetenzen zu fördern. Ihr könnt auch etwas entwickeln, wovon die Kollegenschaft einen Nutzen hat, was einen internen Prozess erleichtert oder sogar etwas, das in kommerziellen Projekten verwendet werden kann. Außerdem kannst Du mit Leuten anderer Standorte zusammenarbeiten, auch wenn Du dort gerade nicht an einem Projekt mitarbeitest. Aber das ist wirklich nur ein ganz grober Überblick über das Potenzial dieser Topic Teams.

Wie wichtig sind eigentlich Soft Skills?

Manche glauben, dass für gute Soft Skills weder Zeit- noch Übungsaufwand nötig sind, aber ich bin da ganz anderer Meinung. Sonst bleibt man leicht bei alten Gewohnheiten, ohne sich die Mühe zu machen, das Gelernte bewusst anzuwenden.

Der Umgang mit Feedback ist ein gutes Beispiel dafür, warum Soft Skills wichtig sind – sowohl auf der Sender- als auch der Empfängerseite. Ich habe schon oft erlebt, dass Leute zwar an Schulungen teilnehmen, die neuen Skills dann aber nur oberflächlich anwenden. Es reicht nicht, theoretisch zu wissen, was die „Sandwich-Technik“ ist (die Person loben, dann sofort die verbesserungswürdigen Punkte nennen und dann noch ein Lob aussprechen). Dazu gehört wesentlich mehr. Man muss ein Vertrauensverhältnis zu dieser Person aufbauen, und das scheinen viele noch nicht begriffen zu haben. Wenn das Vertrauen da ist und kein Zweifel an Deiner guten Absicht besteht, dann kannst Du auch Dinge ansprechen, die verbesserungswürdig sind.

Für eine gesunde Feedback-Kultur braucht man vor allem eine gute Gesamtatmosphäre im Unternehmen – und die Gewissheit, dass immer jemand da ist, der einem weiterhilft. Wenn man weiß, dass man Unterstützung hat und nicht fallengelassen wird, kann man sich auch was trauen. Nur dann kannst Du Initiative zeigen, wirst Du im Zweifel versuchen, Prozesse voranzutreiben, wirst Du Deine Komfortzone verlassen. Und genau darin besteht echtes Vorankommen – auch wenn es erst einmal banal klingt.

Sollte man sich spezialisieren oder universelle Kompetenz aufbauen?

Für mich war es die richtige Entscheidung, als Generalist voranzukommen. In unserer Branche weiß man nie, welche Technologien die Zukunft bringen wird. Wenn Du aber die Konzepte verstanden hast, auf denen die Technologien beruhen, hast Du es in der Zukunft leichter. Bei mir geht das gut, indem ich von anderen lerne, indem ich ihre Denkweise nachvollziehe. Wenn man mit Leuten spricht, die 10 Jahre und länger im Beruf sind und ein enormes Fachwissen in ihrem Gebiet haben, stellt man fest, dass sie in Konzepten denken, nicht nur in Technologien. Eine Technologie zu erlernen und anzuwenden ist relativ einfach. Das eigentlich Anspruchsvolle ist zu verstehen, was dahinter steckt.

Wie sieht es mit Zufriedenheit im Beruf aus?

Ich empfinde Programmieren als kreative Tätigkeit, durch die wir unsere Ideen Wirklichkeit werden lassen. Unser Medium sind Programmiersprachen – so wie wir natürliche Sprachen verwenden, wenn wir mit anderen Menschen kommunizieren. Nur das wir hier eben mit einer Maschine kommunizieren. Was mich am Programmieren fasziniert, ist der kreative Prozess, der Dir keine Grenzen setzt. Projekte sind definiert, aber das Programmieren selbst lässt Dir Gestaltungsfreiheit. Das Lösen von Problemen ist außerdem genau das, was Entwicklung ausmacht. Wir haben komplexe Projekte und Probleme – unendlich viele Dinge, die man im Laufe seines Berufslebens frei wählen und entwickeln kann. Du kannst also wirklich Deinen Interessen nachgehen!

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Milan Tončić

Advanced Software Engineer
Ansprechpartner für Serbien

Milan Tončić arbeitet seit November 2017 als Advanced Software Engineer bei Zühlke. Seine großen Interessensgebiete sind Software und berufliche Selbstverwirklichung, wobei beide ständigem Wandel unterliegen und sich gegenseitig ergänzen. Er war schon an verschiedenen Agile-Projekten mit dezentralem Setup beteiligt, hauptsächlich im .NET-Ökosystem. Er hat sich der Full-Stack Entwicklung verschrieben und liefert zuverlässige, hochwertige Softwarelösungen.