Zühlke und Aiducation

Mit Design Thinking lernen, Fehler zu machen

6 Juni 2018
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Aus- und Weiterbildung schreiben wir bei Zühlke gross. Sie ist zentral für die Weiterentwicklung jedes Einzelnen, aber auch für die eines ganzen Unternehmens und darüber hinaus. Diesen Gedanken tragen wir auch nach aussen – wie vergangene Woche in der philippinischen Hauptstadt Manila.

Was für eine Woche! Die erste Zühlke Innovation Academy in den Philippinen liegt hinter uns. Zu sechst sind wir nach Manila gereist. Unser Team deckte das breite Spektrum an Spezialisten ab, das unser Unternehmen ausmacht: Vom Business Analysten über den Webentwickler bis zu mir als Recruiting Specialist. Schnell zeigte sich, dass diese Diversität ein Erfolgsrezept ist. Denn die Woche forderte nicht nur viel Flexibilität von uns, sondern auch die unterschiedlichsten Kompetenzen.

Bildung für Junge

Dass überhaupt Zühlkeianer dazu kommen, eine Academy-Woche auf den Philippinen zu veranstalten, liegt am sozialen Engagement unseres Unternehmens. Seit letztem Jahr engagiert sich Zühlke zusammen mit ihrer Partnerorganisation Aiducation International Schweiz für die Ausbildung junger Leute in Kenia und in den Philippinen. Zum einen unterstützen wir Studierende explizit bei ihrer Ausbildung, zum anderen haben wir letzte Woche in Manila unsere erste «Zühlke Innovation Academy» mit lokalen Teilnehmenden durchgeführt.

Zusammen mit Aiducation und deren lokalem Partner Pathways to higher education hatten wir uns im Vorfeld ausführlich Gedanken dazu gemacht, welches Know-how wir in dieser Woche vermitteln wollen. Da unter den 42 Teilnehmenden vom Philosophie-Studenten bis zum angehenden Architekten Fachleute verschiedenster Disziplinen vertreten waren, wollten wir den Inhalt entsprechend für alle ausrichten.

Fail forward

In der Woche setzten wir darum auf das Thema Design Thinking. Denn von unserem lokalen Partner erfuhren wir, dass die Ausbildung in philippinischen Schulen schon von Beginn an sehr strukturiert verläuft und die Studierenden darum häufig kaum mit Fehlern umzugehen wissen. Aus unserer Erfahrung bei Zühlke sind wir es dagegen gewohnt, Fehler als wichtigen Bestandteil zum stetigen Verbessern einer Lösung zu sehen – sie gehören zum Innovationsprozess dazu. Wichtig ist, die Fehler so früh wie möglich zu erkennen und daraus zu lernen.

Der Design-Thinking-Prozesses zwingt die Teilnehmenden dazu, sich ständig zu verbessern: Man generiert neue Ideen, verwirft sie wieder, vertieft Ideen, erstellt Prototypen, verbessert Lösungen, verwirft nochmals und holt ständig Rückmeldungen durch Tests ein. Anhand des Prozesses bringen wir den Studierenden das Konzept fail forward näher: Macht Fehler, lernt daraus und macht es beim nächsten Mal besser.

Roland Sailer hält einen Vortrag über Design Thinking bei Zühlke Aidiucation.

In der Aiducation-Woche stand Design Thinking im Zentrum. (Zühlke)

Kritisieren lernen

Der Gedanke von challenge each-other nahmen wir vom ersten Tag an mit in den Kurs. Den Kaffeetisch, der erst nur Mentorinnen und Mentoren vorbehalten war, widmeten wir kurzerhand um in einen Kaffeetisch für jedermann. Die Sitzordnung warfen wir bereits am ersten Tag über den Haufen und baten die Studierenden, sich neu zu arrangieren, so dass die Zusammenarbeit besser möglich ist. Bald zeigte sich, dass den Teilnehmenden das kritische Diskutieren, wie wir es kennen, nicht vertraut ist.

Gruppenbild der Mentoren der Zühlke Innocation Academy

Die Mentoren der Zühlke Innovation Academy. (Aiducation International)

Viele Studierende trauten sich zu Beginn nicht, ihre Meinung zu sagen oder die Ideen anderer kritisch zu hinterfragen, da sich die andere Person angegriffen fühlen könnte. Wir habend uns darum ab dem zweiten Tag mit der «Steve Jobs Rolle» beholfen. Sie verlangt vom Inhaber, Ideen, Inputs und Aussagen von Teammitgliedern kritisch zu hinterfragen. Durch diesen Kniff konnten wir den Teilnehmenden aufzeigen, dass solche Diskussionen in besseren Resultaten endeten.

Eines meiner Highlights war die Retrospektive am vierten Tag: Unter dem Punkt Keep doing fand das Post-it «Challenging each others ideas» den Weg an die Wand. Auf Nachfrage sagten die Studierenden, dass sie im Team viel angeregter diskutierten und realisiert hätten, dass dies kein persönlicher Angriff sei, sondern der Lösung der Aufgabe dient.

Karaoke und Fondue

Über die Tage hinweg hatten wir auch verschiedene Input-Sessions zu Themen wie Global Citizenship, Global Trends oder Cross-cultural Skills, um den Studierenden die Wichtigkeit von globalen Skills und internationalen Beziehungen aufzuzeigen. Die Abende nutzten wir, um uns persönlich auszutauschen und besser kennenzulernen: Wir veranstalteten einen philippinischen Abend mit einer Tanzgruppe und verbrachten etliche Stunden mit Karaokesingen. Uns wurde schnell klart: Philippinos singen überall, zu jeder Zeit, mit voller Hingabe. Wir gaben unser Bestes und boten «W.Nuss vo Bümpliz» und «99 Luftballons» dar.

Zühlke Aiducation Folklore-Abend.

Eine Woche in den Philippinen wäre nicht vollständig ohne einen Abend mit lokaler Folklore. (Zühlke)

Einen Schweizer Abend hatten wir auch geplant. Wir gaben ihnen einen Einblick in unsere Kultur und wir spielten «Lueged nöd ume, dä Fuchs gaht ume». Zur Überraschung aller konnten wir für das Nachtessen Fondue-Käse von Emmi auftreiben – die Studierenden liebten es!

Zühlke Aiducation Schweizer Abend.

Am Schweizer Abend gab’s Fondue für alle – auch wenn die Temperaturen nicht dazu gepasst haben. (Zühlke)

Tränen zum Abschied

Wir waren alle verblüfft, wie schnell unsere Studierenden die Kursinhalte verinnerlicht haben. Entsprechend weit sind wir in dieser einen Woche gekommen. Dies hängt mit Sicherheit auch mit der offenen und warmherzigen Kultur zusammen, die wir erlebt haben. Diese Bereitschaft zu Spitzenleistung und Positivität habe ich so sonst noch nirgends angetroffen.

Prototyp aus dem Design Thinking Workshop von Zühlke Aiducation.

In wenigen Tagen entstanden dank Design Thinking weit gediehene Prototypen. (Zühlke)

Die Warmherzigkeit bekamen wir besonders auch am Ende der Woche nochmals zu spüren: Zur Überraschung aller Mentoren hatten die Studierenden einen Abschiedsabend geplant. Sie zeigten uns ihre Wertschätzung mit persönlichen Dankeskarten, und der Abend war sehr ergreifend. Wer hätte gedacht, dass wir alle nach nur einer Woche Kurs Tränen vergiessen beim Abschied?

Mit dem Ergebnis dieser Academy-Woche sind wir sehr zufrieden. Wir haben die Teilnehmenden zum kritischen Denken angeregt und die Akzeptanz von Fehlern erhöht, zudem haben wir alle unser Bewusstsein für kulturelle Unterschiede geschärft. Wir freuen uns, solches Engagement in Zusammenarbeit mit «Aiducation International Schweiz» weiter zu vertiefen. Und natürlich hoffen wir auf weiteren Wissensaustausch mit ambitionierten, jungen Talenten über kulturelle Grenzen hinweg.

 

Talent Relation & Recruiting Specialist

Nicole Feusi

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