Wir wollen Karten!

12 November 2014
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Lesezeit: 2 Minutes

Wer heute in der Schweiz eine online-Fahrplanauskunft erhält, der sieht die Haltestellen und die Abfahrtszeiten. Was er nicht sieht, ist, wo genau er durchfahren wird. Das liegt daran, dass diese Information – welche Strasse z. B. ein Bus genau befährt – in den Systemlandschaften der öV-Unternehmen gar nicht vollständig vorhanden ist. Also kann sie auch in keinem Auskunftssystem verwendet werden. BERNMOBIL ist daran, dies zu ändern.

In meinem letzten Blog-Beitrag habe ich Karten für die Mitarbeiter thematisiert. Nun geht es um Karten für die Fahrgäste. Fahrgastinformation wird immer ausführlicher. Dazu gehört  in Zukunft auch, dass dem Fahrgast auf einer Karte angezeigt wird, wo der Bus oder das Tram durchfahren. Heute genügt für die Fahrplanerstellung und Verkehrslenkung die simple Angabe von Zeiten und Distanzen zwischen den Haltestellen. Auch die Koordinaten der Haltestellen sind in den Leitsystemen meist vorhanden, so dass sich der Bordrechner orten kann.

BERNMOBIL geht nun einen Schritt weiter und will auch die Informationen pflegen, auf welchen Strassen sich das Fahrzeug zwischen den Haltestellen bewegt. Wir nennen dieses neu zu modellierende Objekt den „gerouteten Linienfahrweg“. Dieser besteht aus dem „herkömmlichen“ Linienfahrweg (Haltestellen-Abfolge) und der Information, welche Strassen und Spuren dazu verwendet werden. Dabei stellen sich die folgenden Fragen, die wir momentan beantworten:

  • In welchem der (bestehenden?) IT-Systeme modellieren wir den „gerouteten Linienfahrweg“?
  • Wie kommt er von dort in die nachgelagerten Systeme?
  • Wie erheben wir die dazu benötigten Daten?
  • Welche Zielsysteme werden die neu zur Verfügung gestellten Informationen nützen?
  • Welche Standards existieren dazu?

Die grösste Herausforderung dabei ist, dass sich die Aufgabenstellung nur mittels eines geografischen Informationssystems (GIS) lösen lässt. Es gibt aber nicht das GIS für öV-Unternehmen. Vielmehr existiert eine eher heterogene IT-Landschaft, und jeder Hersteller liefert für sein Teilsystem ein eigenes Mini-GIS, das als Silo daherkommt und erst mit den anderen Systemen vernetzt werden muss. Dabei ist zentral, dass jeder Datenpunkt nur an einem Ort verwaltet und gepflegt wird, wobei beliebig viele Systeme lesend auf diesen Datenpunkt zugreifen dürfen.
Im Moment favorisieren wir die Lösung, dass das Objekt „gerouteter Linienfahrweg“ im bestehenden Fahrplanungstool modelliert wird. Vor dort wird es auf eine noch festzulegende Weise an die Folgesysteme verteilt. Die Detailabklärungen dazu sind noch im Gang. Was meint ihr zum Vorgehen? Ich bin gespannt und halte euch gerne in einem nächsten Blogbeitrag über die Projektschritte up to date.

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