Innovation in der Industrie

Wenn das Top-Management zum unternehmerischen Risiko wird

28 November 2018
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Lesezeit: 3 Minutes

Um das teilweise enorme Potential der Digitalisierung zu erschliessen, müssen Unternehmen einiges mitbringen: den Mut, neue Ideen auszuprobieren, die Bereitschaft, neue Lösungsansätze anzuwenden, und notabene den Willen, in die Informatik zu investieren. Oft scheitern Innovationsvorhaben, weil das Top-Management Wissensdefizite hat.

Viele Firmen in der Industrie tun sich schwer damit, die Möglichkeiten der Digitalisierung gewinnbringend zu erschliessen. Viele wollen den Schritt in Richtung Digitalisierung machen, scheuen jedoch die erforderlichen Investitionen in die Informatik. Ein typisches Erkennungsmerkmal dafür ist das fehlende Wissen des Top-Managements. Aus Angst vor einem Gesichtsverlust trauen sich die Managerinnen und Manager nicht, die richtigen Fragen zu stellen. Diese Wissensdefizite führen etwa dazu, dass Vorhaben auf die lange Bank geschoben werden oder dass Investitionen in die Informatik zu knapp bemessen sind.

Erschwerende Hemmnisse sind die Angst vor dem Scheitern, starre Prozesse und die fehlende Bereitschaft, den jungen, nachrückenden Kräften Chancen zu gewähren. Damit Industrie-Firmen auf den Innovationszug aufspringen können, müssen sich darum drei grundlegende Aspekte verändern:

1) Mindset-Change auf Führungsebene

Im Top-Management vieler Unternehmen herrscht in Bezug auf Innovation Zurückhaltung und Unsicherheit, die das Unternehmen daran hindern, sich zukunftsorientiert zu entwickeln. Zwar setzen sich die meisten Managerinnen und Manager mit dem Thema Innovation auseinander. Doch wenn es darum geht, die nötigen Anpassungen in der Kultur sowie an den Prozessen und Strukturen vorzunehmen, schrecken viele Führungskräfte zurück – einerseits aufgrund mangelnder Erfahrung in komplexen Innovationsprojekten und andererseits aus Angst vor dem Scheitern. Hier muss ein Paradigmenwechsel stattfinden, der vom Management vorangetrieben wird. Wie unser CEO Nicolas Durville in seinem Beitrag zum Thema Innovation in Unternehmen betont, muss Innovation zur Führungsaufgabe werden, damit sie strategisch und langfristig im Unternehmen verankert werden kann.

2) Etablieren einer unternehmerischen Fehlerkultur

Häufig sind es sich weder die Mitarbeitenden noch die Führungskräfte gewohnt, in einem Umfeld zu arbeiten, in dem eine Fehlerkultur zelebriert und neuen, umwälzenden Ideen Platz gegeben wird. Doch für Innovationsvorhaben ist genau dies essenziell. Was muss passieren, damit revolutionäre Produkte entstehen können?

  • Ideen sollten auf kreative Art und Weise gesucht, getestet und wieder verworfen werden. Und zwar über alle Hierarchiestufen hinweg. Besonders jüngere Mitarbeitende können mit ihrer Sichtweise frischen Wind bringen.
  • Innovationsprojekte müssen auch scheitern dürfen, damit Verbesserungen vorgenommen werden können und die gesammelten Erkenntnisse beim nächsten Versuch zum Erfolg führen.
  • Rasches Feedback vom Markt und den Kunden ist zentral, damit Fehleinschätzungen und
    -investitionen möglichst tief gehalten werden. Dies bedingt allerdings, dass ein Produkt nicht erst dann im Markt getestet wird, wenn es vollständig fehlerfrei entwickelt, sondern noch in einer frühen Prototyp-Phase ist.

3) Modernisieren der IT-Landschaft

Ein elementarer Bestandteil auf dem Weg zu einem innovativen Industrie-Unternehmen ist neben der Kultur und den Prozessen die Informatik. Viele Industrie-Firmen sind mit ihrer Informatik auf einem Komplexitäts- und Entwicklungsstand, der die Digitalisierung der Produkte und Dienstleistungen nahezu unmöglich macht. Allzu oft fehlt hier das Verständnis, dass grössere Investitionen in bestehende und neue Systeme unvermeidbar sind. In dieser Hinsicht gibt es keine Abkürzung: Unternehmen, die im Zeitalter von Big Data, Virtual Reality und Künstlicher Intelligenz überleben wollen, müssen Investitionen in ihre IT-Strukturen als langfristige Anlage in ihre Wettbewerbsfähigkeit sehen.

Dies schliesst auch ein, dass Experten von aussen hinzugezogen werden, damit die sichere und effiziente Transformation des Unternehmens gewährleistet werden kann. Auch hier muss ein Umdenken stattfinden: Der Einbezug von externen Partnern darf nicht als eigenes Unvermögen, sondern als Chance zum erfolgreichen Wandel gesehen werden. Wenn all diese Veränderungen stattfinden, können die Industrie-Firmen das grosse Potential, das sich ihnen durch die Digitalisierung eröffnet, erfolgreich nutzen.

 

Zum ersten Artikel der Innovationsreihe:

Director Business Development

Rolf Höpli

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