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Was kann UX Design für meine Software Lösungen leisten? Eine Kurzbetrachtung

9 September 2019
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Lesezeit: 3 Minutes

„Ihre Website wird in jedem Fall auf Usability getestet. Wenn Sie es nicht selber tun, machen es Ihre Nutzer.“ – Jacob Nielsen

Digitale Medien einfacher machen – wie geht das?

„Keine Zeit für Kosmetik, das Produkt muss raus – und zwar rasch!“ Kennen Sie diesen oder ähnliche Sätze aus der Software-Entwicklung? Ja? Ich auch! Und ich weiß, dass mit diesen Worten gerne Einwände oder Vorschläge von Usability Experten oder Mitarbeitern mit „UX Design-Affinität“ einfach vom Tisch gefegt werden und zwar egal ob sich das Projekt am Anfang oder Ende der Entwicklung befindet. Die GUI-Entwicklung und jegliche Interaktion mit dem Benutzer wird einfach von den Software Entwicklern miterledigt, für ein eventuell benötigtes Logo oder Farbschema kann man ja dann noch einen Grafikdesigner heranziehen.

Und so entstehen immer noch zahlreiche Softwareprodukte, die richtig schlecht zu bedienen sind und somit ihre Benutzer behindern und frustrieren, obwohl sie von fantastischen Ingenieuren und Programmierern geplant und umgesetzt wurden.

Offen denken: Biegen Sie lieber links oder rechts ab?

Die Ursache dieses Problems liegt für Alan Cooper, den Pionier des „Human-Interaction-Designs“, ganz klar an den unterschiedlichen Denkweisen der „normalen“ Menschen (Homo sapiens) und der technikorientierten Logiker, die er „Homo logicus“ nennt. Programmierer sind aufgrund ihrer Tätigkeit gefordert sehr komplex zu denken. Sie sind Helden, die täglich wirklich hochkomplizierte Herausforderungen meistern müssen. Das Planen von intuitiven und simplen Interaktionen läuft dem allerdings ganz klar entgegen.

Alan Cooper beschreibt einen einfachen und humorvollen Weg zur Unterscheidung beider Spezies, indem er sich vorstellt, dass eine Gruppe von Menschen ein Flugzeug betritt. Es gibt dort die Möglichkeit nach links – also ins Cockpit zu gehen – oder nach rechts wo sich die Passagiersitze befinden: Die einen wenden sich nach links und betreten das Cockpit, völlig fasziniert von der komplexen Technik und der damit verbunden Verantwortung und Kontrolle über das Fluggerät. Die anderen möchten lieber Passagiere sein und gehen nach rechts, wo sie es sich in einem Passagiersessel gemütlich machen und lieber rein gar nichts wissen möchten über die genaue Funktionsweise des Flugzeugs[1]. Sie möchten wissen, dass sie pünktlich ankommen, wann es etwas zu essen gibt und wo man das Licht ein- und ausschaltet.

„Normal humans are quite content not to know how something works, even though they use it and depend on it in their everyday lives… Programmers find such attitudes inscrutable.“[2]

Diese zweite Gruppe entspricht den klassischen Benutzern einer Software. Sie wünschen sich einen intuitiven, einfachen und möglichst stressfreien Weg zur raschen Erreichung ihres Zieles. Komplexität möchten sie so weit als möglich vermeiden und die Funktionsweise des Programmcodes interessiert sie auch nicht. Diese Gruppe entspricht den klassischen Endbenutzern die sich intuitive Bedienbarkeit und im Idealfall dazu noch ein begeisterndes Nutzererlebnis wünschen. Und genau diesen Wunsch kann User Experience Design erfüllen, indem es den Kunden aktiv einbezieht, befragt und beobachtet und somit Pain Points und Wünsche identifiziert und diese in der Planung berücksichtigt.

Deshalb ist UX Design ein entscheidender Erfolgsfaktor in der Entwicklung neuer, innovativer digitaler Services und ein fixer Bestandteil des Entwicklungsprozesses bei Zühlke. Der User-Centered-Design-Prozess ermöglicht es, in der Produkt- und Softwareentwicklung und in der Konzeption von Beginn an kundenzentriert und lösungsfokussiert Ansätze zu finden, zu überprüfen und umzusetzen.

 

Der klassische UX Prozess

Der klassische UX Prozess mit seinen 4 Schwerpunkten. (Grafik: Maya Vinson, Zühlke Österreich)

UX Design schafft Mehrwert und spart Kosten!

UX Design schafft intuitive Bedienung, sowie Inhalte und Funktionen mit langfristigem Mehrwert. Das Beste daran ist aber, dass der Prozess eine frühe Überprüfung des Konzepts und Findung von Problemen ermöglicht und zwar noch bevor die teure Entwicklungsphase begonnen hat. Das wird durch professionelles User Testing möglich.

„If we design and develop digital products in such a way that the people who use them can easily achieve their goals, they will be satisfied, effective, and happy. They will gladly pay for our products – and recommend that others do the same. Assuming that we can do so in a cost-effective manner, this will translate into business success.“[3]

Weitere Infos und Grafiken zu den Ebenen des UX Designs finden Sie hier: http://uxdesign.com/ux-defined 

Sie sind neugierig geworden? Kontaktieren Sie uns und lassen Sie sich beraten, wir von Zühlke machen Ihr Digitalisierungsprojekt erfolgreich.

[1] Cooper, 2014, S. 94.
[2] Cooper, 2004, S. 99.
[3] Cooper, 2014, S. 3.

Literaturverzeichnis

[1]  A. COOPER: The Inmates Are Running the Asylum: Why High Tech Products Drive Us Crazy and How to Restore the Sanity, Auflage 2ed, Pearson Education, 2004.
[2] A. COOPER, R. REIMANN, D. CRONIN, C. NOESSEL et al.: About Face – The Essentials of Interaction Design, Wiley & Sons Inc., Indianapolis 2014.

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