Was kann ein Unternehmen tun, um Innovation zu fördern?

7 September 2016
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Wer muss und möchte heute nicht innovativ sein? Wie in meinem letzten Blog bereits erläutert, träumt eigentlich jeder Mensch und jedes Unternehmen davon, innovativ zu sein oder als innovativ wahrgenommen zu werden. Denn Innovation geht mit Erfolg einher. Denn wenn wir von Innovation sprechen, geht es um weit mehr als nur um «glatte Ideen» – es geht um erfolgreiche Ideen.

Viele Unternehmen gehen die Herausforderung «Innovation» so an, dass sie sie auf dieselbe Art anpacken wie alles andere im Unternehmen. Sie definieren Rollen, z.B. einen Innovationsmanager, sie definieren Prozesse z.B. mit verschiedenen Gates an denen Ideen priorisiert und Budgets freigegeben werden und sie stellen über ihr Intranet ein Tool zur Verfügung, über welches Mitarbeitende ihre Ideen eingeben können.

Meines Erachtens können diese Instrumente, sofern sie pragmatisch aufgesetzt werden, eine gewisse Wirkung zeigen. Jedoch nicht, wenn sie der erste Schritt in Richtung innovativeres Unternehmen sein sollen.

Aus meiner Sicht stellt «die Kultur» das wichtigste Element eines innovativen Unternehmens dar. Aber «die Kultur» ist gegebenermassen viel schwieriger zu verändern, als eine Innovationsmanager-Rolle zu kreieren, Prozesse zu definieren oder ein Ideen-Tool einzuführen.

Innovation fördern im Unternehmen

Mit welchen ersten Schritten kann man sich mehr Richtung Innovation bewegen?

Wichtig ist, dass das Top-Management die Innovationsfähigkeit des Unternehmens wirklich verbessern will und dies mit allen einhergehenden Konsequenzen. Angefangen beim eigenen Verhalten. Es genügt nicht, dass sich das Top-Management als «Moderator» des Innovationsprozesses sieht. Nein, es muss als Vorbild vorangehen und so die Innovationskultur vorleben.

Aber auch jeder Mitarbeitende der findet, dass das Unternehmen innovativer sein sollte, kann mit ein paar einfachen Verhaltensänderungen und Aktivitäten einen Betrag leisten – für das Unternehmen und für seine persönliche Innovationsfähigkeit.

Also, was soll ich tun?

  • Leben Sie vor, dass Sie nicht in ihrem eigenen Silo verharren, sondern arbeiten Sie persönlich mit anderen Bereichen zusammen und interessieren Sie sich für deren Geschäftsbereiche und Ansichten.
  • Vernetzen Sie sich mit Personen aus ganz anderen Bereichen und halten Sie gezielt Ausschau nach Möglichkeiten, um sich mit Personen aus anderen Tätigkeitsbereichen, Altersgruppen oder Kulturen auszutauschen. Persönlich engagiere ich mich beispielsweise im HSG Alumni Mentoring Programm und erhalte so wertvolle Insights darüber, wie die Studierenden agieren und denken. Dies öffnet neue Blickwickel und gibt Zugang zu Lösungen in anderen Bereichen. Oder engagieren Sie sich als «Volunteer» an einem Sportanlass oder in einer sozialen Einrichtung. Eine andere Möglichkeit ist, sich als «Mystery Shopper» zu engagieren (z.B. bei NeumannZanetti) und sich so gezielt mit dem Thema «Kundenerlebnis» auseinanderzusetzen. Oder setzen sie sich mal anstatt ins (Home-)Office für einen Tag zum Arbeiten ins Coworking Café Auer & CO (wo ich übrigens diesen Blog-Beitrag schrieb) des Impact Hub Zürich. Ich bin sicher ein Tag Engagement in einem dieser Bereiche wird Ihnen mehr bringen als die Teilnahme an einem weiteren Event/Seminar in Ihrem angestammten Fachgebiet.
  • Üben Sie sich im Assoziieren. Wenn sie aus den obgenannten Begegnungen und Eindrücken heraus versuchen Assoziationen zu ihrem Geschäft oder Ihren Herausforderungen zu bilden, dann haben sie bereits viel gewonnen. Assoziationen zu bilden ist Übungssache oder Begabung. Wenn es Ihnen selber noch schwer fällt, Lösungsansätze aus anderen Bereichen auf ihr Business zu adaptieren oder die entsprechenden Parallelen zu sehen, dann ist der folgende ein guter Ansatz: Fragen Sie Ihr Gegenüber, welche Verbindungen oder Parallelen er/sie sieht.
  • Hinterfragen Sie den Status Quo und das «Unantastbare». Dies braucht Mut und Hartnäckigkeit, ist aber eine wichtige Fähigkeit innovativer Köpfe. Es geht um Fragen wie «Warum?», «Warum nicht?» oder «was wäre wenn?». Sie denken sich jetzt wahrscheinlich: «Einfacher gesagt, als getan». Wieso? Wenn Sie neue Denkanstösse einbringen oder zum ersten Mal die Frage «Warum?» stellen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie mit Sätzen wie diesem abgespiesen werden: «Ja weisst du, in unserem Business ist das so», oder «Das ist nicht unser Business Modell», oder «Das funktioniert bei uns nicht». Geben Sie nicht auf. Im Sinne eines sinnvollen Stakeholder Managements empfiehlt sich jedoch, ganz gemäss dem Sprichwort «Steter Tropfen höhlt den Stein» vorzugehen. Das heisst, das Thema an verschiedenen Stellen immer wieder aufbringen, statt einmal mit «Warum?» und «Warum nicht?» Personen vor den Kopf zu stossen. Sie werden sehen, dass wenn Sie diese Fragen in regelmässigen Abständen an verschiedenen Stellen platzieren, Ihre Gedanken und Ideen plötzlich Anklang finden und andere Personen diese übernehmen.
  • Wenden Sie neue Lösungen selber an. Wenn es um innovative neue Lösungen und Angebote geht, ist mir aufgefallen, dass viele Leute darüber sprechen, die Beispiele auch zitieren, aber sie selber noch nie genutzt haben. Haben Sie selber schon Uber, AirBnB oder Twint benutzt? Wenn nicht, wird es höchste Zeit. Nur so können Sie die User Experience und das Offering wirklich beurteilen und reflektieren, welche Auswirkungen diese Art von neuartigen Lösungen in der Zukunft haben können.

Das Argument «Keine Zeit!» gilt nicht. Die meisten dieser Aktivitäten lassen sich gut im Alltag integrieren. Also starten Sie noch heute Ihre Reise in Richtung mehr Innovation.

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