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Von Raketen und Teflon-Pfannen. Oder: Was steckt hinter dem Hype um „Big Data“?

14 Mai 2013
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Lesezeit: 3 Minutes

Das Phänomen „Big Data“ kann als Synonym für die enormen Herausforderungen angesehen werden, denen sich rapide wachsende Web-Unternehmen wie Google, Facebook, Twitter oder Amazon gegenüber sahen. Diese Unternehmen waren bereits groß genug, um sich die Grundlagenforschung zu leisten, die ihre Datenprobleme löste. Dabei haben sie ganz neue Paradigmen entwickelt, die heute auch von Dritten genutzt werden. Beispiele dafür sind:

  • Google = Hadoop
  • Facebook = Scribe
  • Twitter = Storm
  • Amazon = Cloud Services

Mit diesen neuen NoSQL- und Cloud-basierten Datenarchitekturen haben die Unternehmen tatsächlich die Herausforderungen hinsichtlich Datenhaltung und Skalierung gemeistert. Und dabei ganz neue Kategorien von Lösungen in die Welt gebracht.

Was ist daran neu?

NoSQL-Datenbanken verzichten auf das zwar generische jedoch auch einengende relationale Schema. Sie versuchen damit nicht mehr eine Lösung für alle Datenanforderungen zu sein, sondern schränken bewusst einen der Datenbankattribute wie Konsistenz, Verfügbarkeit oder Partitionstoleranz ein, um die übrigen umso besser zu unterstützen. Cloud-Computing ist hingegen eine abstrahierte IT-Infrastruktur, die bedarfsorientiert über Netzwerke genutzt werden kann und so technisch und wirtschaftlich flexibel skaliert.

Bedeutet dies, dass diese „Big Data“-Technologien nur für Unternehmen mit riesigen Datenmengen interessant sind? Nein. Denn das ist, was tatsächlich hinter dem Hype steckt: eine Fülle neuer Technologien, Architekturen und Möglichkeiten, die auch für „Not-so-Big Data-Szenarien“ interessant sind. Daher lohnt es sich nun auch für viele andere Unternehmen, sich mit diesen Technologien zu beschäftigen. Als Vorteile der NoSQL/Cloud-Datenarchitekturen ergeben sich insbesondere:

  • kürzerer Time-to-Market
  • Kosteneinsparung
  • einfache Skalierung
  • Umgang mit unstrukturierten Daten
  • einfache Erweiterbarkeit

Wir sehen bei „Big Data“ also aktuell einen „Technology-Push“ im Mainstream, der durch den ursprünglichen „Market-Pull“ der großen Web-Unternehmen erst möglich wurde. Diese Entwicklung lässt sich vergleichen mit der teuren Raketenforschung, die den im Volksmund bekannten Nebeneffekt hat, dass wir heute beim Spiegeleierbraten die Vorzüge einer Teflon-Pfanne genießen können.

Anwendungsszenario: Vernetzte Geräte

Ein Trend, dem die Big-Data Entwicklung sehr zu Gute kommt, ist die zunehmende Vernetzung von Geräten. Heizungshersteller sammeln Gerätedaten für F&E-Aktivitäten, Maschinenhersteller sammeln Sensordaten, um proaktive Wartungsdienste anbieten zu können und SmartHome-Devices senden Ihre Daten in die Cloud, damit der Anwender sein Heim auch im Urlaub über das Smartphone steuern kann. In den meißten dieser Fälle müssen die Unternehmen für die vernetzten Geräte eine neue IT aufbauen, da die klassische Unternehmens-IT mit solchen Produktdatenströmen bisher keine Erfahrung hat.

Big-Data-Technologien für eine günstige IT der vernetzen Geräte

Für die IT-Abteilung bietet sich durch die Cloud ein Lösungsweg, der günstig aufzubauen ist, wenig Support-Aufwand verursacht und mit dem Erfolg der neuen, vernetzungsbasierten Geschäftsmodellen skaliert. Dies ist besonders wichtig, da es sehr ungewiss ist, wie gut die vernetzten Geräte vom Markt tatsächlich aufgenommen werden. Durch den Einsatz von NoSQL-Datenbanken lassen sich die vielen, häufig unstrukturierten Daten sammeln und auch erst zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden, wie diese ausgewertet werden. Diese „Schemalosigkeit“ beschleunigt den Time-to-Market und unterstützt eine agile Vorgehensweise bei der Entwicklung und der Datenanalyse.

Fazit: Schauen Sie sich Cloud, NoSQL und Co. genauer an

Die Technologien, die rund um das Thema „Big Data“ entstanden sind, bieten große Potenziale – auch für kleinere Datenmengen. Es lohnt sich für IT-Abteilungen und Entwickler, Cloud-Lösungen und NoSQL-Datenbanken genauer anzusehen, um den eigenen Werkzeugkasten um diese interessanten Alternativen für die eigenen Projekte zu erweitern.

Ein Tipp: Geben Sie Ihren IT-Mitarbeitern eine Kreditkarte mit 50 € Guthaben und laden Sie sie ein, damit Cloud-Dienste wie Amazon Web Services oder Microsoft Azure mit eigenen kleinen Projekten auszuprobieren. Da es hier teilweise um ganze neue Paradigmen geht, müssen die Erfahrungen  „hands on“ gesammelt werden. Das ist prima investiertes Geld und motiviert gleichzeitig die Mitarbeiter.

Einen interessanten Überblick zu diesem Thema gibt es auf dem Seminar von Zühlke  „Willkommen im Datenrausch„.

Kommentare (1)

[…] Kollege Moritz Gomm hat in seinem Blog-Beitrag Von Raketen und Teflon-Pfannen. Oder: Was steckt hinter dem Hype um “Big Data”? dargestellt welchen Einfluss Big-Data Technologien und Cloud Computing auf die IT für vernetzte […]

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