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UI-Design für eine geografische Auswahl von kleinen Zielflächen

15 November 2013
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Lesezeit: 2 Minutes

Bei der Auswahl eines Elements von einer geografisch angeordneten Grundmenge an Elementen kann die eindeutige Zuordnung der Auswahl schwierig sein. Speziell, wenn eine Verzerrung der Grössenverhältnisse nicht gewünscht ist und die Dichte der Elemente hoch ist. Ein typisches Beispiel ist die Auswahl eines Landes auf einer Weltkarte (weitere Beispiele finden sich auch in der Verkehrsplanung oder teilweise bei Haltestellenplänen). Durch die unregelmässige Verteilung und auch stark unterschiedliche Ländergrössen wird es für den Anwender unmöglich, bestimmte Elemente eindeutig auszuwählen. Dieses Problem wird zusätzlich verschärft, wenn touchbediente Geräte zum Einsatz kommen, was die Trefferzone im Vergleich zu einem zeigerbedienten System – typischerweise Maus – stark vergrössert. Ein herkömmlicher oder naheliegender Ansatz wäre hierzu, einfach eine Google-Map ähnliche Bedienung anzubieten inklusive Zoom und Panning Funktion. Diese Lösung ist zwar effektiv, d.h. führt zum Ziel, ist aber meistens sehr ineffizient, da der Benutzer viel Zeit mit dem Navigieren benötigt. Was für explorative Zwecke geeignet ist, scheitert bei einem einzigen gezielten Selektions-Task.

Durch wenige einfache Massnahmen lässt sich dieses Problem lösen:

  1. Vergrössern der Trefferzone bei sehr kleinen Elementen. Im Falle von Touchgeräten wird soweit vergrössert, dass die Trefferzone ca. der Berührungsfläche eines Zeigefingers entspricht (ca. 2 cm2).
  2. Es werden zwei, bei komplexeren geografischen Situationen eventuell auch 3 definierte Zoomstufen angeboten.
  3. In Anlehnung an das von Anne Roudaut beschriebene TapTap-Prinzip werden bei einmaligem Klick/Tab die in Frage kommenden Elemente in einem Overlay aufgelistet. Dies aber nur dann, wenn es auch Überschneidungen gibt. Ein erneuter Klick/Tab wählt dann das gewünschte Element aus.

Der Vorteil dieser Methode ist, dass man sozusagen den „Föifer und ds Weggli“ hat: Einerseits 1-click/tab Auswahl, wenn ein Element innerhalb einer Zoomstufe eindeutig gewählt wurde, andererseits wird die Interaktion nie umfangreicher als 3-click/tabs bei nicht-eindeutiger Auswahl. Die Eindeutigkeit ergibt sich aus dem, was der Benutzer tippt, nicht was z.B. die Outlines der Ländervektoren vorgeben. Ein umständliches und zeitintensives Panning entfällt.

Anwendbar ist dieses Interaktionsprinzip sowohl auf mausgesteuerten wie auch touchbasierten Systemen. Je nach Steuerung wird eine passende Grösse der Trefferzone definiert (im Falle der Maussteuerung deutlich kleiner als bei Touchsteuerung).

Ein Beispiel anhand einer iPad-Applikation, wie dies konkret umgesetzt wurde (je ein Beispiel für 1-Klick bei sehr grossen geografischen Flächen -> Auswahl „Australia“, 2-Klick bei mittleren Flächen -> Auswahl „Turkey“, 3-Klick bei sehr kleinen Flächen -> Auswahl „Switzerland“):

Länderauswahl auf einer Tablet-Applikation

Länderauswahl auf einer Tablet-Applikation

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