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Innovationskultur

Über den Mut, eine Firma für vier Tage zu schließen

27 Juni 2017
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Lesezeit: 3 Minutes

Innovationskultur am Beispiel des Zühlke Camps – Von 30. Mai bis 2. Juni haben wir die operativen Tätigkeiten unsere Firma für vier Tage de facto eingestellt und alle Mitarbeiter der Zühlke Engineering GmbH haben sich zu einem „Offsite“, dem Zühlke Camp, in der Nähe von Heidelberg eingefunden. Das sind über 230 Personen, entsprechend ist damit ein hoher Aufwand für Logistik und Investitionen verbunden. Seit Jahren führen wir diese Veranstaltung regelmäßig durch und sie ist somit fester Bestandteil der Kultur und jedes Jahr freuen sich die Mitarbeiter auf das Weiterbildungs-Camp. Ein Aus- und Weiterbildungsbudget, das weit über dem Marktüblichen liegt, ist bei uns ein fester Bestandteil und dieses Camp ist Teil davon.

Wie jedes Jahr liegt die inhaltliche Organisation des Camps bei den Teilnehmern selbst. Selbstverständlich geben wir als Geschäftsleitung  den strategischen Rahmen vor, die Umsetzung jedoch liegt bei allen. Und somit auch die Verantwortung für die Inhalte. Es wird programmiert, diskutiert, geschult, erarbeitet – die Formate sind ebenso frei und unterliegen auch einem ständigen Wandel. Eine Hierarchie ist nicht erkennbar, jeder spricht mit jedem und dies von morgens bis spät in die Nacht. Das räumliche Zusammenkommen aller Mitarbeiter von den fünf deutschen Zühlke Standorten hat immense Vorteile, oft werden auch operative Projekt-Themen noch im Camp gelöst. Der Satz „das besprechen wir kurz nächste Woche im Camp“ gehört zu den meist gesagten Sätzen in der Woche davor.

Weiterbildung bezieht sich auf alle Ebenen. Erfahrene wie jüngere Mitarbeiter sind dabei und das Management begnügt sich nicht mit einer Zuschauerrolle, sondern wird gleichermaßen gefordert. Ergänzend gibt es spezielle Formate für Information und Kommunikation, da diskutierten dann schon mal 100 Mitarbeiter mit den Vertretern der Geschäftsleitung über die Unternehmenskultur im Rahmen einer „Fish Bowl Session“.

Hoher Aufwand, hohe Kosten

Dieses Format bringt viele Nachteile mit sich. Zunächst einmal hohe Kosten für Reisen, Übernachtung und Verpflegung, ebenso die Infrastruktur wie spezielle Server oder Netzwerke, die Wochen im Voraus geplant werden müssen. Aus unternehmerischer Sicht ist jedoch die fehlende Verrechenbarkeit in dieser Zeit der gravierendste Faktor. Keine Einnahmen in dieser Zeit führen jedes Jahr dazu, dass das Betriebsergebnis im entsprechenden Monat drastisch schlechter ist.

Und auch gegenüber unseren Kunden, gerade den Neukunden, haben wir erheblichen Erklärungsbedarf. Das Konstrukt ist oft unbekannt, unverständlich und führt zunächst zu Ablehnung, da das Projekt in dieser Zeit langsamer vorangeht. Es zeigt sich aber auch, dass bestehende Kunden sich daran gewöhnt haben und oft sogar nachfragen, was wir in der Zeit spannendes gemacht haben.

Der Nutzen überwiegt

Nach langjähriger Erfahrung kommen wir immer wieder zu dem gleichen Ergebnis: Der Nutzen überwiegt. Es profitieren jeder Mitarbeiter für sich, die Organisation Zühlke und unsere Kunden von unserem Zühlke Camp:

  • Die Aus- und Weiterbildung ist hocheffizient und im Vergleich relativ günstig. Alle sind da, jeder hat Zeit, die Veranstaltung ist lange im Voraus geplant.
  • Ich denke es ist die Woche, in der wir intern am Schnellsten agieren. Das bezieht sich nicht nur auf Weiterbildung, sondern zieht sich durch alle Themen – vom Strategiethema bis zum Technologieentscheid. Jeder ist verfügbar und „hat mal 5 Minuten Zeit“.
  • Gerade bei Informationen zeigt sich, dass wir flächendeckend und umfassend informieren können. Oftmals sind in der mündlichen Information Nuancen entscheidend, hier erreichen wir alle und sind auch für Rückfragen verfügbar.
  • Teamwork wird intensiv gefordert und gefördert. Neue Teams formieren sich, das vereinfacht den Start in Kundenprojekten.
  • Wir begeistern damit auch potenzielle neue Mitarbeiter für unser Unternehmen. Das Zühlke Camp ist eine Marke am Markt, die eine bedeutende Strahlkraft hat. Das hilft uns exzellente Personen einzustellen.
  • Und last-but-not-least: Werte werden gelebt und hängen nicht in einem Bilderrahmen an der Wand. Wir entwickeln unsere Kultur in diesen Tagen aktiv weiter.

Und der Nutzen für unsere Kunden?

Wir haben schon sehr kritische Stimmen gehört, bis hin zu Sätzen wie „ach, und das bezahlen wir auch?“. Am Ende sind wir aber davon überzeugt, dass wir für unsere Kunden einen immensen Wert schaffen. Und dies bekommen wir auch regelmäßig zurückgespiegelt.

  • Wir betreiben massives Risikomanagement für Projekte. Technologien, Methoden, Tools etc. – alles wird auf den Prüfstand gestellt. Sind die Dinge reif für den Projekteinsatz? Welchen Nutzen bringen sie wirklich? Wie interagieren sie mit Bestehendem? Wie hoch ist der Lernaufwand? Hier werden Monate und Jahre Projektarbeit gespart, weil wir die Probleme früh und einmalig lösen.
  • Time-to-Market: Als Innovationsdienstleister sind wir gefordert eine möglichst schnelle Time-to-Market zu erreichen. D.h. es geht darum nicht am Markt vorbei zu entwickeln und dies schnell und kundenorientiert. Der Mix aus Technologien, Methoden, Tools und der Abstimmung zwischen diesen ist komplex und wird gleichermaßen im Camp verprobt. Im Ergebnis werden wir deutlich schneller in unseren Kundenprojekten.

Probieren Sie es aus!

Das Camp ist mit Sicherheit eine der intensivsten Zeiten in unserem Business. Aber der Aufwand lohnt sich und wir möchten Sie ermuntern, so etwas selbst einmal auszuprobieren. Es lohnt sich. Wenn Sie darüber hinaus Interesse an unserer Innovationskultur haben, dann sprechen Sie uns bitte an. Wir führen auf Anfrage Innovations-Touren für das Top-Management von Industrieunternehmen aller Branchen durch.

Jürgen Pronebner,
Mitglied der Geschäftsleitung

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