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Start-up Herausforderung Nummer 1: die Industrialisierung

21 Oktober 2016
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Lesezeit: 2 Minutes

Man nehme ein paar smarte Köpfe und eine durchschlagende Idee und fertig ist das erfolgreiche Start-up. Stimmt. Aber die grossen Herausforderungen kommen erst dann, wie die Statistik verrät. Durchschnittlich werden in der Schweiz pro Tag etwa 30 Unternehmen gegründet, nach fünf Jahren existiert noch ungefähr die Hälfte. Eine grosse Hürde ist dabei die Industrialisierung eines Produktes.

Skalierbarkeit ist bei der Gründung eines Start-ups entscheidend

Schaut man die Anfänge der Industrialisierung an und liest Aussagen der damaligen Pioniere, geht es vor allem um eines: nicht jedes Mal ein Einzelstück zu produzieren, sondern die „Magic-Formula“ für die Multiplikation zu finden, es geht um Skalierbarkeit. Und bei der Skalierbarkeit nicht den Fehler zu machen, wie ihn Henry Ford schon erkannte: „…weil fast alles, was wir machen viel komplexer ist als es sein müsste.“
Wir arbeiten oft mit Start-ups zusammen, bei denen genau diese Thematik aktuell ist. Die Idee, dass nach der Konzeption schon Investoren überzeugt werden können, hält sich hartnäckig, aber die Industrialisierung ist eine riesige Herausforderung. Das übergeordnete Ziel ist die Reduktion der Kosten und somit die Erreichung des Economies of Scale. Und seit der Digitalen Transformation kommt neu noch die Vernetzung dazu. Es braucht nicht nur Hardware, die skaliert, sondern eben auch Software, damit auch bei grössten Zugriffszahlen Stabilität gewährleistet werden kann. Bei den Internet of Things (IoT) Projekten wird die Logik der IT mit der Logik der Hardware verbunden.

Industrialisierungsprozess

Wir gliedern die Industrialisierung in drei Unterpunkte:
a.    Produktkonzept und -Architektur
b.    Realisierung, definitives Produktdesign
c.    Produktion

Dabei werden die Herausforderungen für die Realisierung und Produktion oft unterschätzt. Der Prozess braucht viel Erfahrung und Know-how.
Der Nutzen des Produktes und seine Eigenschaften müssen klar definiert sein. Der Kompass dafür ist der Markt und der Kunde. Der Fokus geht weit über die R&D-Herausforderung hinaus. Denn der Erfolg eines Produktes wird am Markt und damit am Kundennutzen gemessen. Das bedeutet aber nicht, dass zwingend immer die bestmögliche Qualität erreicht werden muss, sondern die nötige Qualität – eben ganz nach Henry Ford.

Der Weg zur erfolgreichen Industrialisierung

Zühlke arbeitet deshalb nach folgendem, erfolgreichen Prinzip:

  1. Ein Team, das sich kennt, dieselbe Sprache spricht und nach gleichen Prozessen arbeitet. Ein langwieriger Abstimmungsprozess wird umgangen.
  2. Ein Team, das zeitnah an einem festgelegten Datum verfügbar ist, und nicht zuerst aus dem operationellen Business herausgelöst oder gar rekrutiert werden muss.
  3. Eine bestehende, funktionierende Infrastruktur mit ERP, CAD, Server usw. Eine eigene, umfassend ausgestattete Werkstatt, ein Integrationslabor, Test Equipment, Einrichtung und Räumlichkeiten, Arbeitsfläche mit flexiblen Projektbüros und repräsentative Meetingräumlichkeiten. Die Investitionen dafür sind immens, bei Zühlke aber schon vorhanden.
  4. Ein Netzwerk mit aufgebautem Vertrauen zu Zulieferern, Investoren und weiteren Stakeholdern. Wir liefern damit einen „Trust-Transfer“ für oft unbekannte Start-up-Organisationen.

Ein Start-up oder KMU muss sich bei der Beurteilung eines Industrialisierungsprojektes immer fragen, wie hoch die Opportunitätskosten sind, wenn es all diese Punkte selber abdecken muss. Noch fundamentaler ist die Frage, ob das Start-up diese Aufgaben ohne Partner bewältigen.

Partnerschaft mit SEF4KMU für Start-ups

Genau an diesem Punkt setzt auch das SEF4KMU an. Die Wachstumsinitiative des Swiss Economic Forum bietet KMU und Start-ups eine kostenlose Review ihrer Markt- und Vertriebsstrategie. Zühlke ist Partner des SEF4KMU und macht Industrialisierungsreviews für die Bewerber. Während eines Workshops werden die wichtigsten Schritte und Fragen besprochen. Selbst die detaillierte Auseinandersetzung mit den Fragestellungen bringt die SEF4KMU Kandidaten schon weiter. Zudem ist es eine gute Plattform, um sich und sein Business zu präsentieren und sich mit anderen Start-ups und KMUs oder noch wichtiger potenziellen Investoren zu vernetzen.
Verläuft die Prüfung des SEF4KMU erfolgreich, bekommt der Bewerber das „SEF High Potential KMU“-Label und damit vereinfachten Zugang zu Wachstumskapital.

Kommentare (1)

Avatar

Markus Schwarz

29 Oktober 2017 um 20:34

In Ihrem Artikel fühle ich mich klar bestätigt. Ich danke Ihnen für die klare und präzise Darstellung des Industrialisierungsprozesses. Gute Ideen alleine genügen nicht um ein Start-up zum Fliegen zu bringen.
Für eine Weiterführung des Dialogs bin ich offen. Freundliche Grüsse, Markus Schwarz
Mission Statement:
„Sustainable support of the Industialization in Emerging Market with Swiss Production Technology under the aspects of Industry 4.0, Advanced Manufacturing and the SDG’s 2030“

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