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The Future of Business

Der Wandel als Chance

1 Mai 2019
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Lesezeit: 3 Minutes

Dass Veränderung die einzige Konstante im Leben ist, wusste bereits Heraklit. Doch wieso tun sich viele von uns damit immer noch so schwer, obschon die Dynamik in unserem Umfeld laufend zunimmt? Eigentlich sollten wir uns doch an den stetigen Wandel gewöhnt haben.

Wir sollten souverän damit umzugehen wissen – tragen wir doch alle genügend Erfahrung in uns, wo uns Veränderungen, sei es im Beruflichen oder Privaten, grossartige neue Chancen eröffnet haben, für die wir rückblickend äusserst dankbar sind.

Was steckt dahinter, dass die wenigsten Menschen und Führungskräfte Veränderungen lieben? Es ist das Bedürfnis nach Sicherheit, das dazu führt, am Althergebrachten und an Routinen festzuhalten. Es ist allerdings bloss eine vermeintliche Sicherheit, die es so eigentlich nicht gibt. Denn wir alle wissen, dass in einem sich stetig verändernden Umfeld bisherige Erfolgsrezepte keine Garantien für zukünftige Erfolge sind.

Unternehmerisches und persönliches Potenzial bleibt unerschöpft

Laut Wirtschaftspsychologen sind acht von zehn Fehlentscheidungen darauf zurückzuführen, dass wir nicht bereit sind, uns zu verändern oder loszulassen (Quelle: Matthias Herzog). Weil wir Veränderungen nicht mögen, schöpfen wir unser unternehmerisches und persönliches Potenzial nicht aus. Im Umkehrschluss: Wir sollten uns viel öfter vor Augen führen, dass Veränderungen neue Chancen und Weiterentwicklung bieten.

Dieses Bewusstsein zu schärfen und zu artikulieren, ist in erster Linie eine zentrale Aufgabe von uns Führungskräften. Nur wenn wir Führungskräfte vorleben, dass wir Wandel als Chance sehen und Veränderungen mit Leidenschaft angehen, können wir unsere Teammitglieder dazu motivieren, mutig und vertrauensvoll den Weg der Ungewissheit zu beschreiten, den es braucht, um neue Möglichkeiten zu erschliessen – für sich und für das Unternehmen.

Mehr Freiräume schaffen

Durch meine Arbeit habe ich das Privileg, immer wieder Jungunternehmerinnen und -unternehmer kennenzulernen oder sie bei ihren Präsentationen zu erleben. Allen diesen Gründern und Innovatoren ist eines gemeinsam: eine enorme Begeisterung für das, was sie tun. Ich treffe auch viele Personen aus etablierten Unternehmen, und mir kommt kaum eine Situation in den Sinn, in der ich auch nur annähernd denselben Spirit gesehen habe, den ich bei den jungen Start-up-Gründern wahrnehme. Diese jungen Persönlichkeiten versprühen Enthusiasmus und glauben an ihre Chance, obwohl davon auszugehen ist, dass sie mehr Rückschläge erleiden als ein Manager in einem etablierten Unternehmen.

Was braucht es, dass auch erfahrenere Führungskräfte in etablierten Unternehmen den Wandel vermehrt als Chance sehen? Aus meiner Erfahrung müssen wir uns mehr Freiräume schaffen, um uns inspirieren zu lassen, sei es durch den Kontakt zu Gründern und Innovationsdienstleistern oder durch Aktivitäten, die ausserhalb des gewohnten Alltags und Themengebiets stattfinden. Und natürlich sollten wir Innovationen und neue Technologieanwendungen selbst nutzen. Nur so können wir unsere Teams inspirieren und neue Chancen identifizieren, die nicht bloss Antworten auf Schwierigkeiten sind.

Inspiration ist überall

Nur: Wie geht das? Ich habe vor Kurzem aus folgenden Situationen Inspiration geschöpft:

  • Aus der League of Leading Ladies Conference: Hier habe ich fantastische und faszinierende Speaker und Persönlichkeiten kennenlernen dürfen, aus vielen verschiedenen Tätigkeitsgebieten. Ich habe viel Energie getankt und neue Gedanken mit nach Hause genommen.
  • Aus einem Volunteering-Einsatz, bei dem wir Schülern die Robotik und das Programmieren nähergebracht haben. Dies hat mir und dem Team viel positive Energie gegeben, insbesondere, weil wir sehen konnten, wie sich auch Kinder, die es in der Schule nicht immer einfach haben, enorm engagiert haben und die Aufgabenstellungen mit Freude erfolgreich gemeistert haben.
  • Aus der Führung durch unsere Innovationsausstellung mit einem C-Level-Vertreter eines internationalen, mittelständischen Unternehmens. Ich liebe diese persönlichen Eins-zu-eins-Führungen, da mich die bei uns im Hause gezeigten Innovationen faszinieren und ich bei jeder dieser Führungen sehen kann, mit welcher Begeisterung meine Besucher das Gebäude verlassen. Zudem entstehen in dieser Zeit des Zeigens und Diskutierens meistens Ideen für Anwendungsfälle in anderen Branchen – sehr inspirierend!

Wenn Sie an einem solchen Gedankenaustausch interessiert sind, dann melden Sie sich bei mir. Ich freue mich.

Zu weiteren Artikeln der «Future of Business»-Reihe:

Zühlke ist Partner des Swiss Economic Forum SEF. Das Forum findet am 23. und 24. Mai in Interlaken statt.

Die Autorin

Managing Director Business Development

Sibylle Kammer

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