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Recap WWDC – Das Wichtigste von Apples Entwicklerkonferenz

14 Juni 2017
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Lesezeit: 4 Minutes

Vom 5.-9. Juni fand in San Jose, Kalifornien die jährliche Apple Entwicklerkonferenz WWDC statt. Neben diverser neuer Hardware, wie dem Siri-Lautsprecher HomePod, wurden die neuen Versionen von Apples Betriebssystemen und Entwicklungswerkzeugen vorgestellt. Wir, Robin Wiegand und Jonas Wisplinghoff, zwei Software-Ingenieure vom Zühlke-Standort in Frankfurt, waren vor Ort und berichten von den Neuerungen.

Neue Frameworks

Im Folgenden werden die wichtigsten Neuerungen an Apples Plattformen und Frameworks vorgestellt.

iPad Produktivität
Ein großer Teil der Neuerungen in iOS betrifft das produktive Arbeiten auf dem iPad. In iOS 11 wird es möglich sein, beliebige Daten per Drag&Drop sowohl innerhalb einer App, als auch zwischen mehreren Apps auszutauschen. Damit eine App dieses Feature unterstützt, müssen neue APIs für Drag- und Drop-Events genutzt werden.
Ausserdem erhält das iPad künftig mit der Files-App einen Dateibrowser vergleichbar mit dem Finder auf macOS oder dem Explorer unter Windows. Über den UIDocumentPickerViewController können auch Apps auf das Dateisystem zugreifen. Dabei können auch 3rd-Party Storage-Provider wie bspw. Dropbox genutzt werden. Durch Features wie Drag&Drop und eine systemweite Dateiablage entwickelt sich das iPad immer mehr zu einer ernstzunehmenden Alternative zu herkömmlichen mobilen Computern.

MLKit – Machine Learning auf dem Gerät
MLKit bringt Machine Learning auf mobile Geräte. Dabei werden direkt auf dem Gerät Machine Learning Modelle sehr effizient ausgeführt. Dies kann zum Beispiel zur Bildanalyse, Gesichtserkennung oder Natural Language Processing genutzt werden. Auch 2D-Barcodes können künftig mit Hilfe des sogenannten Vision-Frameworks erkannt werden.

ARKit – Apples Einstieg in die Augmented Reality
ARKit ist ein neues Framework, das es Entwicklern ermöglicht, sehr einfach AR-Anwendungen für iOS-Geräte zu entwickeln. Das Framework analysiert das Kamerabild und die Bewegungssensoren des Gerätes, um feste Anker im Raum zu erzeugen, an denen 3-dimensionale Objekte im Raum platziert werden können. Wie bei der Microsoft HoloLens scheinen diese virtuellen Objekte fest im Raum platziert zu sein. Es bleibt abzuwarten, ob Apple künftig auch eine Augmented-Reality-Brille auf den Markt bringen wird. Das ARKit-Framework bietet die Grundlage für die Entwicklung von AR-Anwendungen.

CoreNFC
Mit CoreNFC ermöglicht es Apple nun auch App-Entwicklern, den in den iPhones verbauten NFC-Chip zu nutzen. Mit CoreNFC können NDEF-Inhalte von NFC-Chips ausgelesen werden, sodass beispielsweise Links, Kontaktdaten oder Passwörter leicht ausgetauscht werden können.

watchOS
Auch bei Apples Betriebssystem für Smartwatches geht es vorwärts. Künftig wird CoreBluetooth, Apples Framework zur BLE-Kommunikation, auch unter watchOS verfügbar sein. Dies ermöglicht watchOS-Apps die direkte Kommunikation mit externer Hardware, ohne einen Umweg über das iPhone machen zu müssen.

Badge vor der Eröffnungskeynote

Tools

Besonderes Augenmerk wurde auf Apples Entwicklungsumgebung Xcode gelegt. Neben lang erwarteten Verbesserungen fanden auch einige neue Features Einzug in die IDE.

Überarbeitung des Source Editors
Der Source Editor hat eine Rundumerneuerung spendiert bekommen. Laut Apple wurde der Code komplett in Swift neugeschrieben. Das bietet vor allem den Vorteil einer wesentlich besseren Performance. Gerade beim Scrollen durch sehr große Dateien soll sich diese bemerkbar machen.

Performance
Die Geschwindigkeit der IDE ist generell ein gutes Stichwort. Neben dem Source Editor profitieren nun auch der Indexer, sowie der Build-Vorgang von einer deutlich besseren Performance. Gerade große und komplexe Projekte, die sowohl Swift- als auch ObjectiveC-Code beinhalten, sollen durch Precompiled-Bridging-Header schneller gebaut werden können. Apple selbst sagt, dass diese Optimierungen dazu geführt haben, dass die eigene Musik-App nun 40% schneller gebaut werden kann.

Github Integration
Eine gute Neuigkeit gibt es für alle Github-Nutzer. Sowohl Xcode, als auch Github haben an einer gegenseitigen Integration gearbeitet. Auf Github können Projekte nun mittels einem Klick in Xcode importiert werden. In Xcode selbst wurde der Source Control Workflow inklusive Kommunikation zu Github neu implementiert. Projekte werden nun einfach importiert und neue Commits genau so schnell auf das Remote-Repository zu Github gepusht.

Debugging und Testing
UITests haben jetzt die Möglichkeit auch auf andere Apps zuzugreifen. Vorher war es somit nicht möglich, beispielsweise Tests abzubilden, die ein Wechsel zu einer anderen App, wie z.B. der Einstellungen-App, voraussetzen. Neben der Erweiterung bestehender Teststrukturen wurde auch die Ausführung dieser optimiert. War es bisher nötig, Tests auf verschiedenen Simulator-Geräten (z.B. iPhone 6S & iPhone 7) nacheinander auszuführen, können diese nun auch parallel gestartet und abgearbeitet werden. Diese Optimierung führt auch direkt zum nächsten Punkt: nämlich dem Simulator. Dieser hat ebenfalls eine Überarbeitung erfahren. Neben einem neuen Design besticht der neue Simulator durch die nun mögliche Parallelität. Verschiedene Simulator-Instanzen können zeitgleich ausgeführt und genutzt werden. Ein weiteres neues Feature ist die Möglichkeit, Apps auf echten Geräten ohne Kabel debuggen zu können. Sprich: Wireless Debugging.

Refactoring
Einer der wichtigsten Punkte zum Schluss: Refactoring. Lange Zeit war einer der Hauptkritikpunkte an Apples IDE die fehlenden oder unzureichenden Refactoring-Möglichkeiten. Es war durchaus kompliziert und zeitaufwändig eigentlich einfache Refactorings durchzuführen. Allein die globale Umbenennung von Variablen wurde zuvor nur unzureichend von Xcode erfüllt. Gerade durch den Wunsch nach besseren Refactoring-Möglichkeiten konnte sich beispielsweise Jetbrains IDE AppCode am Markt platzieren. Neben dem Renaming-Feature gibt es noch einige weitere Funktionen. Das Beste ist allerdings: Apple stellt die Refactoring-Engine als Open-Source zur Verfügung. Somit ist damit zu rechnen, dass zukünftig noch viele neue Features durch die Community ergänzt werden.

Fazit

Die diesjährige WWDC brachte spannende neue Hardware und lang erwartete Erweiterungen, sowie neue Features der Entwicklungslandschaft. So ist es mit Apples Entwicklungsumgebung Xcode nun möglich, umfassende Refactorings durchzuführen und kabellos Anwendungen zu debuggen. Aber auch an den Plattformen wurde gearbeitet. Mit dem vorgestellten Framework ARKit stellt Apple die Grundlage für AR-Anwendungen unter iOS zur Verfügung, mit MLKit können künftig Machine Learning Algorithmen direkt auf dem Gerät effizient arbeiten und mit Drag&Drop und der Files-App wird das iPad immer mehr zu einem produktiv nutzbaren Gerät.

Neben der großartigen Atmosphäre und vielen interessanten Vorträgen über die neuen Technologien sind vor allem die sogenannten Labs ein wichtiges Argument für den Besuch der WWDC. Hier können sich Entwickler direkt mit Apple-Ingenieuren über die neuen Technologien und mögliche Probleme mit diesen austauschen.

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