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Mit Früherkennung gegen die Demenz

31 Januar 2017
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Lesezeit: 3 Minutes

Demenz wird oft mit Alzheimer gleichgesetzt – was nicht ganz richtig ist, denn Alzheimer ist zwar die häufigste Form von Demenz (60%), aber nur eine der Unzähligen. Nun denn, was genau ist Demenz? Gemäss internationaler Definition ist es ein Krankheitsbild, welches einerseits chronisch fortschreitend ist und sich anderseits durch die Störung von mehreren Hirnleistungsbereichen auszeichnet. Diese Bereiche sind: Aufmerksamkeit, Sprache, Lernen und Gedächtnis sowie Wahrnehmungsleistungen und Fähigkeiten der sozialen Interaktion. Kurz gesagt: Über die Betroffenen legt sich nach und nach der Schleier des Vergessens!

Der Verlauf ist unterschiedlich und abhängig von der Art der Demenz selbst. Einflussfaktoren sind das Alter des Patienten, der allgemeine Gesundheitszustand und letztendlich der Diagnosezeitpunkt. Was alle Arten von primärer Demenz jedoch gemeinsam haben – eine Heilung ist ausgeschlossen! Es gibt jedoch diverse Möglichkeiten, den Verlauf mit medikamentöser Behandlung aufzuhalten und die Nebenerscheinungen einzudämmen. Eine möglichst frühe Erkennung und somit eine Verlangsamung des Krankheitverlaufs ist sehr wichtig.

Krankheitsverlauf Demenz

Krankheitsverlauf Demenz

Demenz betrifft uns alle

Nun stellt sich die Frage, warum man sich schon in jungen Jahren mit dieser Alterskrankheit beschäftigen sollte? Die Antwort ist einfach: Die Ausbreitung der Krankheit geht Hand in Hand mit unserer demographischen Entwicklung. Demzufolge ist ein Anstieg der Betroffenen die logische Folgerung. Denn das Demenzrisiko hängt wesentlich vom Alter ab (65% der Menschen mit Demenz sind über 80 Jahre alt). Die aktuellsten Zahlen von Studien im Jahr 2014 gehen von 119’000 Menschen aus – Tendenz steigend. Das BAG rechnet bis 2050 mit ungefähr 300’000 Erkrankten. Die direkten sowie indirekten Kosten sind immens (total 6,94 Milliarden). Das gleiche gilt für die Pflege der Kranken, welche oft durch das soziale Umfeld und die Angehörigen übernommen wird – somit ist der Einschnitt in die Bevölkerung noch grösser als die relative Zahl der Betroffenen. Nicht zu verschweigen sind auch die Folgekosten in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht. Von den konkreten Zahlen abgesehen ist das Leid, die Einschränkung und die Hilflosigkeit aller Involvierten gross. Oft leiden die Angehörigen noch mehr als die Betroffenen selbst.

Zühlke in der Vorreiter Rolle

Wie bereits schon im Blog-Beitrag zu NCD erwähnt, sind wir hier bei Zühlke der Überzeugung, dass «Vorbeugen besser ist als Heilen». Wir sprechen hier von der Prävention – von innovativen Ansätzen – neuen Modellen – Früherkennung und schlussendlich der Eigenverantwortung. Auf gutem Weg sind wir gesellschaftlich betrachtet sicherlich schon mit dem Trend der s.g. Quantified Self. Einerseits werden so wichtige Daten gesammelt und anderseits das Bewusstsein zum mündigen Patient gefördert. Mündig in dem Sinne, dass er in Gesundheitsfragen Eigenverantwortung übernimmt. Es stärkt das Bewusstsein, dass der eigene Lebensstil einen immensen Einfluss auf die langfristige Gesundheit hat.

Zühlke hat in den letzten paar Monaten mit unterschiedlichen Fachexperten – von Fachhochschulen über gesundheitliche Organisationen bis hin zu Gedächtnistrainern – einen aktiven Gedankenaustausch gepflegt. Es wurden unterschiedlichen Aspekte wie etwa medizintechnische Lösungen, Unterstützung der Angehörigen durch mobile Lösungen und Ideen zur Eindämmung der enormen Betreuungskosten besprochen.

Jedes Treffen lieferte Antworten auf bestimmte Fragen, gleichzeitig tauchten aber immer wieder neue limitierende Aspekte auf.  Es zeichnete sich bald ab, dass ein weiteres technisches Device im Bereich ALL (z.B. Notfallarmbänder, Herdabschaltung, etc. ) nicht die innovative Lösung für die Demenzbetreuung sein kann.  Denn 1. gibt es bereits sehr viele Anbieter auf diesem Gebiet,  2. ist die Zielgruppe teilweise gar nicht mehr in der Lage, diese zu bedienen oder darauf zu reagieren und 3. sind die Kosten für die Anschaffung oft ausserhalb des Budgets des Patienten.

Auch wäre es keine Lösung, die hinsichtlich Prävention im Bereich Demenz einen Mehrwert für alle Beteiligten generiert was eigentlich unser Ziel ist. Konkret heisst das, dass wir unseren Fokus verstärkt auf die Analyse von Diagnosedaten und Vitaldaten verschieben sollten und dies bereits zu einem frühen Zeitpunkt.

Durch neue analytische Verfahren auf persönliche Gesundheitsdaten, sehen wir die Möglichkeit, eine Früherkennung von Demenz zu begünstigen. In Kombination mit einer Zusatzversicherung erlaubt dieser Ansatz bereits «in finanziellen guten Zeiten» Vorsorge zu leisten. Die frühzeitige Auseinandersetzung der finanziellen Abdeckung stärkt das Bewusstsein für einen gesunden Lebensstil. Dies führt im Ernstfall zu einer Verzögerung des Krankheitsverlaufs, wodurch schlussendlich Kostenträger, Betroffene und Angehörige davon profitieren.

Erste Gespräche mit Krankenkassen sind vorgesehen, um die durch Demenz verursachten Betreuungskosten zu verringern. Zühlke’s Beitrag wäre hierbei die Aufbereitung und Analyse der Gesundheitsdaten. Bereits heute haben erste innovativen Krankenkassen dedizierte Angebote für die Betreuung von Demenzpatienten.

Somit könnte einerseits hinsichtlich Prävention ein gesunder Lebensstil belohnt werden. Anderseits, und bezüglich Demenz noch viel elementarer ist die Früherkennung. Je früher Demenz erkannt wird, desto effektiver kann der Krankheitsverlauf und der Übergang in das nächste Krankheitsstadium hinausgezögert werden und somit Betreuungskosten eingespart werden.

In Zukunft können sogenannte theranostische Implantate die Therapie von chronischen Krankheiten (NCD) stark verbessern. Theranostische Implantate sind intelligente Systeme, welche die Möglichkeit der Diagnostik und die patientenspezifische Therapie in einem System verknüpft. Die krankheitsspezifischen Parameter werden selbständig ermittelt und die Therapie kann optimal danach angepasst werden.

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