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Application Modernisation

Mehr als nur die Systeme modernisieren

29 Oktober 2019
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Lesezeit: 3 Minutes

Bei grossen Modernisierungsvorhaben von relevanten Anwendungen muss stets auch beachtet werden, welche organisatorischen Veränderungen begleitend nötig sind. Denn die isolierte Betrachtung der Systeme stellt ein häufiger Fehler dar.

Die umfassende Modernisierung von relevanten Applikationen oder zentralen Applikationslandschaften kann aus verschiedenen Gründen nötig sein und etwa durch unzureichendes Management der Anwendungen punkto fachlicher Anforderungen oder technischer Schulden bedingt sein. Dem zugrunde liegt häufig auch ein rasches Wachstum der Organisation und damit einhergehend neue Anforderungen an die Anwendungen sowie disruptive Veränderungen im Geschäftsumfeld des Unternehmens.

Make or buy

Der Wegfall von internen und externen Knowhow-Trägern auf fachlicher oder technischer Seite kommt zusätzlich erschwerend hinzu sowie oftmals eine Silo-Problematik zwischen verschiedenen Abteilungen mit unterschiedlichen externen Partnern. Dies kann zu innenpolitischen Problemen und Befindlichkeiten führen: Aufgrund von Betriebsblindheit und Entwicklerstolz scheint dabei ein notwendiger Systemwechsel für gewisse Stakeholder nicht vorstellbar.

Viele Unternehmen – insbesondere in der Schweiz, verglichen mit dem angelsächsischen Raum – überschätzen dabei ihre Einzigartigkeit und bestehen auf die Individualentwicklung von Software. Dabei wäre der Einsatz von eingekauften Standardsystemen in den allermeisten Fällen viel zielführender.

Verankerung im Top-Management

Allen Szenarien gemein, ist die gleichzeitige Notwendigkeit, neben den Anwendungen auch die Organisation anzupassen. Denn im Endeffekt geht es bei solchen Vorhaben in erster Linie um Menschen und nur vordergründig um ein Software-Projekt – gerade auch im Zusammenhang mit dem herrschenden Fachkräftemangel im IT-Bereich.  Deshalb muss ein Modernisierungsvorhaben im Unternehmen sehr gut und vor allem weit oben verankert sein. Sponsor und Steuerungsausschuss müssen aus dem Top-Management besetzt werden.

Doch allzu oft bestehen im Unternehmen nur wenig Erfahrungen mit solchen Transformationsvorhaben. Auch reichen die internen Kapazitäten selten aus. Daher lohnt es sich, während der Transformation einen externen Partner mit einem entsprechenden Skillset einzubinden – gerade auch wegen dem Faktor Zeit im Changemanagement.

Externe Perspektive bei Transformation

Entscheidend ist es, regelmässig eine externe und unabhängige Perspektive auf die Transformation einzubringen. Ein externer QA Review sollte die gesamte Organisation – interne wie externe Komponenten – auf die jeweils relevanten Aspekte untersuchen und entsprechend berichten. Der Auftraggeber solcher Reviews ist der Sponsor oder Vertreter desjenigen Bereiches, welcher die Ergebnisse aus der Transformation in den Betrieb übernehmen soll. Diese Personen müssen zwingend auch im Steuerungsausschuss vertreten sein.

Werden also in einem Unternehmen grössere Modernisierungsprojekte von Applikationen oder Systemen in Angriff genommen, muss dieses Vorhaben stets auch auf der organisatorischen Ebene begleitet werden. In einem iterativen Prozess muss sich die Organisation mit der Applikationslandschaft entwickeln und bewähren. Geschieht dies nicht, droht das Vorhaben zu scheitern.

 

Principal Business Consultant

René Neuner

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