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IT-Abteilung im Umbruch: Teil 1 – Der Trend zur „fachbereichsbezogenen Informatik“

31 Mai 2013
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Lesezeit: 2 Minutes

Auf der „World of Cloud“ habe ich interessante Impulse zur der Rolle der IT-Abteilungen in Unternehmen mitgenommen, die ich hier gerne teilen möchte. Die Anregungen stammen insbesondere von Prof. Walter Brenner und Lothar Wieske. In meinem heutigen Beitrag geht es um den Trend zur „fachbereichsorientierten Informatik“.

Fachbereiche können  IT-Lösungen immer öfter prinzipiell selber auswählen und nutzen, da die Angebote als Software-as-a-Service (SaaS) häufig ohne spezifische IT-Investitionen auskommen. Sales Force ist ja im Vertrieb längst eine feste Größe. Aber auch in anderen Bereichen entstehen Cloud-Services, z.B. für die Verwaltung von Personalakten, die pro Mitarbeiter abgerechnet werden. Die Versuchung für die Personalabteilung ist natürlich groß, an der eigenen IT vorbei eine günstigere, einfachere oder sogar funktionsstärkere Lösung zu beziehen. Die klassische IT-Abteilung droht hier zum Anbieter der Basis-Infrastruktur und als Integrator verschiedener Fachbereichslösungen zu degradieren. Herr Wieske vertrat die These, dass in Zukunft sogar 80% der IT-Entscheidungen von den Fachbereichen mitgetroffen werden. Ein Hemmnis für Cloud-Lösungen ist bisher deren mangelnde Integrationsfähigkeit. Doch auch hier ist es nur eine Frage der Zeit bis raffinierte Lösungen entwickelt werden und sich durchsetzen, um bisherige Integrations- und Middlewarelösungen obsolet zu machen.

Im Prinzip bedeutet diese Entwicklung eine konsequente Weiterentwicklung der Idee von Standardsoftware. Standardsoftware basiert auf der Idee, dass in Unternehmen bestimmte Aufgaben immer wieder gebraucht werden (z.B. die eines ERP-Systems), und sich Systeme durch Konfiguration an die Prozesse eines Unternehmens anpassen lassen („Customizing). Software-as-a-Service geht in der Regel noch einen Schritt weiter und schreibt den Geschäftsprozess vor. Manche sprechen hier von Business Process as a Service (BPaaS). Solange dieser nicht zu den kritischen Kernprozessen gehört und nicht zur Differenzierung im Wettbewerb beiträgt (wie bei der Verwaltung von Vertriebsinformationen), spricht aus strategischer Perspektive auch nichts dagegen.

Diese Entwicklung hat natürlich Auswirkung darauf, wie und an wen IT-Lösungen verkauft werden. Heute werden schon direkt die Produktmanager oder die Fachbereichsleiter angesprochen, um über IT-Themen zu verhandeln. Die IT-Abteilung der CIO müssen sich also noch stärker als bisher mit fachlichen Themen beschäftigen und – wie es Herbert Bockers von Dimension Data in seinem Vortrag ausdrückte – vom „IT-Enabler“ zum „Business-Enabler“ werden.

Im nächsten Beitrag werde ich darauf eingehen, dass auch von den Mitarbeitern in den Unternehmen neue Anforderungen an die IT-Abteilungen herangetragen werden, da diese zunehmen die gleiche „Einfachheit“ im Umgang mit der IT erwarten, die Sie zuhause, dank iPad, Smartphone, Dropbox und GMail erleben.

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