en
de

Ist „solide“ ein Auslaufmodell? – Teil 1

12 Februar 2019
| |
Lesezeit: 3 Minutes

Ist die Party vorbei? Nach Rekordzahlen in den vergangenen Jahren mehren sich die Stimmen, die vor einem merklichen Abkühlen der Wirtschaft warnen. Sogar das böse Wort von der Rezession macht die Runde. Doch wie können sich Unternehmen hierauf vorbereiten – vor allem in exportorientierten Branchen wie dem Maschinenbau? Welche Firmen werden die nächste Krise am besten überstehen? Meine These: Die „soliden“ werden nicht unbedingt dazugehören, dafür aber die Mutigen und die Agilen.

Anzeichen dafür, dass die Wirtschaft in Europa und Deutschland in schwieriges Fahrwasser gerät, gibt es genügend: Sei es der IFO Geschäftsklimaindex, die jüngste Prognose des deutschen Wirtschaftsministeriums oder einfach die Tatsache, dass wir uns derzeit in der zweitlängsten wirtschaftlichen Expansion der letzten 161 Jahre befinden, die erfahrungsgemäß irgendwann ein Ende haben wird. Dazu kommen beunruhigende Entwicklungen auf der politischen Ebene. Angefangen beim Brexit über einen drohenden Handelskonflikt zwischen den USA und China bis hin zu einem stärkeren Trend hin zum Protektionismus in zahlreichen Ländern weltweit.

Man muss nicht so weit gehen wie Henrik Müller von Spiegel Online, der das deutsche Exportmodel insgesamt vor dem Aus sieht. Doch man muss auch kein ausgesprochener Pessimist sein, um ein paar wirtschaftliche Entwicklungen zu bemerken, die gerade exportorientierte Branchen wie den Maschinenbau vor Herausforderungen stellen dürften. Die entscheidende Frage ist dabei: Wie gehen Unternehmen mit diesen Herausforderungen um? Welche sind auf mögliche Krisen am besten vorbereitet? Und welche können eventuell sogar davon profitieren?

Wie sieht die Zukunft im Maschinenbau aus?

Jede Krise ist einzigartig – und jede Krise erfordert andere Maßnahmen und Eigenschaften. Bislang war eine gewisse Bodenständigkeit durchaus eine Stärke deutscher Maschinenbauunternehmen. Doch wie sieht es mit der nächsten Krise aus? Wie reagieren hochspezialisierte Hidden Champions, wenn ihre gewohnten Absatzmärkte schrumpfen, wenn sie mit neuen Konkurrenten konfrontiert sind oder wenn ihre angestammte Nische durch Startups oder neue technische Entwicklungen überflüssig wird? Meine These: Maschinenbauunternehmen, die aus der nächsten Krise gestärkt hervorgehen wollen, brauchen diese Eigenschaften:

Maschinenbauunternehmen mit Zukunft denken und handeln ganzheitlich und wissen: Damit sie mit ihren Produkten und Dienstleistungen erfolgreich sind, genügt es nicht, dass diese technisch umsetzbar sind. Entscheidend ist auch, dass sie ein echtes Bedürfnis am Markt bedienen und dass sie wirtschaftlich tragfähig sind.

Maschinenbauunternehmen mit Zukunft haben von Startups gelernt – und eine entsprechende Innovationskultur sowie ein agiles Mindset entwickelt. Sie reden nicht nur mit ihren Kunden – sie haben ein tiefgreifendes Verständnis für sie. Sie wissen, was ihre Kunden brauchen und zwar nicht heute, sondern dann, wenn das neue Produkt auf den Markt kommt. Gleichzeitig sind sie agil genug, um schnell auf Kunden- und Marktbedürfnisse reagieren zu können. Das kann auch dabei helfen, Krisen zu nutzen, um sich von obsoleten Angeboten oder Produkten zu verabschieden.

Maschinenbauunternehmen mit Zukunft haben ihre Infrastruktur darauf vorbereitet, flexibler zu sein, mehr Daten zu erfassen und zu verarbeiten sowie sich mit anderen Akteuren im Rahmen von Ecosystems auszutauschen – ohne dabei den Aspekt der Security zu vernachlässigen. Erst Schritte hin zu einer OT/IT-Integration sollten bereits unternommen worden sein – schließlich handelt es sich hierbei um einen wesentlichen Kompetenzfaktor für eine datengetriebene Innovationskultur. Nach unserer Erfahrung unterschätzen viele Unternehmen, welcher Aufwand sich dahinter verbirgt, um die vorhandene IT-Infrastruktur und Applikationswelt für die Integration der Digitalisierungsprojekte zu modernisieren.

Ist Digitalisierung die Lösung für den Maschinenbau?

Viele dieser Eigenschaften können auch Nebenprodukte von Digitalisierungsprojekten sein. Maschinenbauunternehmen, die in den vergangenen Jahren in diesem Bereich ihre „Hausaufgaben“ gemacht haben, sind also im Vorteil. Vor diesem Hintergrund wird auch schnell klar, dass der Reflex, als erstes bei Innovations- und Digitalisierungsprojekten zu sparen, in der heutigen Zeit fatal sein kann.

Unternehmen, die so reagieren und sich vermeintlich solide auf ihr vertrautes Kerngeschäft fokussieren, werden die ersten Verlierer der Krise sein. Die Zukunft im Maschinenbau gehört den agilen Unternehmen, die mutig genug sind, sich an die neuen Herausforderungen anzupassen. Hierbei kommt es weniger auf den einen großen Schritt an, sondern auch die Menge der Innovationsprojekte schrittweise auf die Erfolgsspur zu bringen.

Doch auch diese Unternehmen dürfen sich nicht ausruhen, wollen sie auf mögliche Krisen gut vorbereitet sein. Denn die oben genannten Eigenschaften machen es nur leichter, auf Herausforderungen zu reagieren. Sie garantieren aber noch nicht, dass Unternehmen die sich bietenden Chancen auch tatsächlich nutzen. Was Maschinenbauunternehmen hierfür schon heute tun können, erfahren Sie im zweiten Teil dieses Blogposts, der Ende Februar hier erscheinen wird.

Falls Sie benachrichtigt werden wollen, wenn der zweite Teil dieses Blogposts erscheint, klicken Sie bitte hier.

 

Ansprechpartner

Deutschland

Director Business Development

Gerald Brose

Schweiz

Director Business Development

Rolf Höpli

Österreich

Business Development Manager

Bernhard Zimmermann

Kommentare (0)

×

Updates

Schreiben Sie sich jetzt ein für unsere zwei-wöchentlichen Updates per E-Mail.

This field is required
This field is required
This field is required

Mich interessiert

Select at least one category
You were signed up successfully.

Erhalten Sie regelmäßige Updates zu neuen Blogartikeln

Jetzt anmelden

Oder möchten Sie eine Projektanfrage mit uns besprechen? Kontakt aufnehmen »