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IoT-Regel Nummer 4: Step-by-Step statt Grossprojekt

18 Mai 2016
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Lesezeit: 3 Minutes

Die bisherigen Blog-Beiträge zu meinen IoT-Regeln Nummer eins bis drei lieferten Ratschläge und Ideen, wie Sie die IoT-Vision und -Mission für Ihr «New Business» erarbeiten, Ihre Customer Journey mit der digitalen Welt abgleichen und sich mit den richtigen Partnern zusammenschliessen. Alles mit dem Ziel, das Kundenerlebnis zu verbessern. Damit ist jedoch nur der erste Schritt getan. Was müssen Sie nun bei der Umsetzung bzw. bei der tatsächlichen digitalen Transformation berücksichtigen?

Das Wichtigste: Ihre IoT-Strategie muss in die digitale Strategie Ihres Unternehmens eingebettet sein oder noch besser als eine einheitliche Strategie daherkommen. Aus dieser werden alle digitalen Initiativen und somit auch die IoT-Initiativen abgeleitet und umgesetzt. Gartner sieht den Vorteil einer solchen einheitlichen Strategie darin, dass  damit ein maximaler «Return on Effort» erreicht werden kann.

In meinen Gesprächen mit Firmen, die bereits IoT-Initiativen lanciert haben, habe ich deren Strategie und die Umsetzung thematisiert und sie nach «Lessons Learned» gefragt. Die wichtigste Aussage lautet wenig überraschend: «Starten Sie klein und gehen Sie Schritt für Schritt». Diese Erkenntnis kann ich nur unterstreichen. Meine Erfahrung auch aus «herkömmlichen» IT- und Entwicklungsprojekten zeigt, dass mit kleinen Schritten die grössten Erfolge erzielt werden. Und damit komme ich zu meiner vierten und letzten IoT-Regel: «Step-by-step statt Grossprojekt».

IoT-Regel Nummer 4: Step-by-Step statt Grossprojekt

Der Aufwand, um die erarbeitete IoT-Vision und -Mission in einem Unternehmen in die Tat umzusetzen, mag auf den ersten Blick riesig erscheinen. Um Ihnen die Angst zu nehmen, erinnere ich Sie an folgendes:

  • Sie können auf Bekanntem aufbauen: Um dem digitalen Alptraum zu entkommen, dass neue Unternehmen – allenfalls sogar Start-Ups – Ihre Branche revolutionieren, braucht es Weitblick, innovative Ideen und ein flexibles Organisationsmodell. Vergessen Sie nicht, dass Sie in Ihrem Unternehmen bereits auf sehr viel Bestehendem aufbauen können. Mittels einer Analyse ihrer Prozesse und den unterschiedlichen Einflussfaktoren können Sie schnell identifizieren, was Ihnen intern bereits zur Verfügung steht und was Sie noch zusätzlich brauchen. Dabei geht es einerseits darum, die fehlenden Kompetenzen zu etablieren. Andererseits müssen Sie Agilität in ihrer Organisation verankern und dazu allenfalls interne Innovationsgefässe wie beispielsweise ein Startup im Grossunternehmen ins Leben rufen. Nur so kommen Sie bei der digitalen Transformation auch wirklich voran.
  • Ihr Anspruch, schnell Resultate zu sehen, ist richtig: Starten Sie kein Grossprojekt. Leiten Sie aus Ihrer Vision kleinere Teilziele ab, die Sie Schritt für Schritt umsetzen können. Am besten definieren Sie jeden Schritt bzw. jedes Teilziel als Minimum Viable Product (oder wie heute häufig genannt: Minimum Desirable Product). Auf diese Weise können Sie Ihre Idee bzw. Ihr Produkt bereits sehr früh am Markt testen. Und was sind dabei die Vorteile? Nebst dem direkten Feedback vom Markt lernen Sie mit jedem Schritt dazu und werden schneller, die Risiken werden geringer und die Kosten können über die Zeit verteilt werden. Kommt Ihre Innovation nicht zum Erfolg, haut Sie das nicht um. Denn es gilt: «fail fast, but cheaply».

 

Haben Sie sich auch schon dabei ertappt, dass Sie wegen einem der unten genannten Gründe mit dem Entscheid gezögert haben, digitale bzw. IoT-Initiativen zu starten?

  • Unklare Standards
  • Sicherheitsbedenken
  • Die Möglichkeit von neuen Regulationen
  • Änderungen in der Technologie oder bei Applikationen

 

Falls ja, keine Angst. Sie sind nicht allein. In meinen Gesprächen mit Unternehmen wurde mir bei den «Lessons Learned» mehrmals bestätigt: Unsicherheiten gehören zu IoT-Initiativen einfach dazu! Der vorgeschlagene Schritt-für-Schritt Ansatz hilft Ihnen jedoch, neue Erkenntnisse oder Änderungen im Entwicklungsprozess schnell zu adressieren. Weiter ist es essentiell, dass Sie in Ihrer Business Analyse und beim Requirements Engineering Sicherheitsfragen von Anfang an berücksichtigen (empfehlenswert dazu die Kolumne meines Kollegen Hansjürg Inniger auf inside-it).

Was heisst nun ein Step-By-Step Ansatz bei IoT-Initativen – sowohl für das Unternehmen als auch für die Strategie?

  • Es handelt sich nicht um ein einmaliges Projekt. Sie brauchen viel mehr eine IoT-Roadmap, entlang welcher Sie Ihre IoT-Angebote Schritt für Schritt weiterentwickeln und deren Reifegrad erhöhen.
  • Sie werden nicht nur in der Umsetzung der IoT-Initiativen Änderungen erfahren, sondern auch Ihre Strategie muss iterativ angepasst werden. Nur so können Sie auf neue Erkenntnisse reagieren.
  • Eine breite Kommunikation ist wichtig, da die ganze Organisation durch IoT betroffen ist. Eine gute Kommunikationsstrategie ist bei der Umsetzung einer solchen Initiative unabdingbar.
  • Das Involvieren von verschiedenen Stakeholdern ist essentiell – nebst IT, R&D und business-relevanten Disziplinen auch Kunden oder Vertreter aus anderen Branchen: Verwenden Sie zum Beispiel bereits ab dem ersten Schritt eine Visualisierung der IoT-Vision und -Mission. Dies erlaubt es den involvierten Personen, Fragen zu stellen und Anforderungen zu formulieren, an die sie sonst nicht gedacht hätten.

 

Damit bin ich bei meiner vierten und letzten IoT-Regel angelangt. Haben Sie dazu Anregungen oder Ergänzungen? Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Falls Sie meine ersten drei Blogs verpasst haben:

Auf unserer Webseite finden Sie weiterführende Informationen zum Thema Internet of Things.

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