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Innovationsfeld Telekommunikation

11 November 2013
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Lesezeit: 4 Minutes

Auf den Vodafone Innovation Days 2013 wurden Ende Oktober „Innovative Ideen der Zukunft“ präsentiert. Die Ideenpalette ging von altbacken bis abgefahren und regte an, die Zukunft mit zu „spinnen“.

Vodafone stellte zusammen mit einigen Partnerunternehmen in den schönen neuen Hallen des Vodafone Campus in Düsseldorf findige und kreative Ideen aus dem Telekommunikationsbereich vor.

Von UMTS zu LTE

Im Jahr 2000 freute sich der damalige Finanzminister Hans Eichel über die „Unerwarteten Mehreinnahmen zur Tilgung von Staatsschulden“ beim Versteigern der UMTS-Lizenzen im guten zweistelligen Milliardenbereich. Damals mochte nicht so recht der Sinn hinter dieser Technologie erkennbar sein. Internet auf dem Handy – die Idee gab es, es machte nur keinen Spaß. Eine Technologie war vorhanden, deren Nutzen sich noch nicht wirklich erschloss. Das änderte sich schlagartig mit dem Siegeszug der Smartphones vor wenigen Jahren. Plötzlich war der große Durchbruch da, der Bedarf an einem schnellen Netz vorhanden.

Die Technologie wurde weiterentwickelt, und heute wird LTE angepriesen. Wir finden eine ähnliche Situation vor wie damals bei UMTS: Man kann erahnen, „dass es gut sein wird“ aber noch nicht recht fassen, wo die Reise hin geht.

LTE: das Überall-Speednetz

Bewaffnet mit dem Wissen um die Möglichkeiten der schönen neuen LTE-Welt enthüllte Vodafone einige Glaskugeln:

Smartphone als Controller

In meinen Augen etwas angestaubt war eine Vorführung eines Roboterarms, den man über eine App auf einem Tablet steuern konnte, der tatsächlich in der Lage war, zwischen drei verschiedenen Kaubonbons das selektierte auszuwählen. Ich finde es ja immer wieder lustig, dass Roboterarme scheinbar so häufig mit dem Thema „Innovation“ in Verbindung gebracht werden. Gerade diese Technik ist ja seit Jahrzehnten wohlbekannt und birgt wenig Innovationspotential. Der Fokus war hier aber weniger die Technik, als vielmehr die Machbarkeit mit einfachen und vergleichbar kostengünstigen Mitteln: Vor wenigen Jahren hätte ein solcher Showcase noch im fünfstelligen Eurobereich gekostet.

Demonstration einer Tablet-App, welche einen Roboterarm veranlasst ein ausgewähltes Kaubonbon zu greifen

Roboterarm + Tablet-App = Innovation?

Internet der Dinge und Dienste

Seit Jahrhunderten kommunizieren Menschen in unterschiedlichster Form mit anderen Menschen. Es wird nun immer mehr die Kommunikation von Devices miteinander und mit Menschen folgen. Seien es Smartphones, Aktoren, Sensoren wie Rauchmelder, Messfühler in Maschinen etc. Durch ein flächendeckendes, kabelloses Netz werden Smart Devices in die Lage versetzt, Änderungen in ihrem Zustand zu kommunizieren und verarbeitbar zu machen. Gezeigt wurde ein Szenario, in dem ein Schiffsbrand im Hafen direkt an alle möglichen Rettungsorganisationen weitergeleitet werden konnte und der Löscheinsatz von einer Leitzentrale per Tablet koordiniert wurde: Neben dem interaktiven Aufzeigen von Rettungswegen per Fingerzeig auf einer Karte über die Steuerung von Pollern am Stand und dem Freischalten von Hydranten zeigte ein Showcase beeindruckend, wie ein solches Szenario in der Zukunft aussehen könnte.

Machine-to-Machine (M2M) Communication

Zusätzlich zur aufwändigen Inszenierung konkreter Beispiele wie oben zeigte Vodafone auch sein Engagement in der Standardisierung von Maschinenkommunikations-Protokollen am Beispiel M2M Lite. Hier wird speziell der Fokus auf Interoperabilität und Flexibilität des Protokolls gesetzt, so dass der Standard nicht zu sehr einschnürt. Wie in so vielen Bereichen bleibt die Frage, ob sich ein Standard wohl durchsetzen wird. Spätestens wenn die Frage aufkommt: Was macht eigentlich Apple?

Neue Märkte

Eine Wand mit vielen einzelnen Monitoren - sie stellen jeweils ein virtuelles Regal dar

Virtuelles Produktregal mit 9 Displays von „Emmas Enkel“

Ansprechend gestaltet war der „virtuelle Tante-Emmaladen“ nach dem Vorbild von Emmas Enkel in welchem demonstriert wurde, wie Produkte mit dem Smartphone von einem virtuellen Produktregal ausgewählt werden können. Die Fächer werden dabei durch Displays mit minütlich wechselndem Inhalt dargestellt. Das jeweilig gezeigte Bild wird mit dem Smartphone erfasst und in einen Warenkorb gelegt. Solche Leinwände können prinzipiell überall stehen, auch an öffentlichen Plätzen, in U-Bahnen etc. Über ein Payment-System mit dem Smartphone, welches Vodafone ebenfalls zusammen mit Visa zur Verfügung stellt, lässt sich der Artikel direkt „kaufen“ (praktischerweise war hier die Vodafone-Kreditkarte hinterlegt) und dann in einer Ausgabestelle der gesamt Einkauf direkt in Empfang nehmen (hier ersetzte noch der Mensch den Roboter, der den Warenkorb dann zukünftig zusammenstellen wird).

Leckere Häppchen – kein Festschmaus

Vodafone scheint sich der Möglichkeiten, welche ein überall verfügbares, schnelles drahtloses Netz bietet, bewusst zu sein. Sie werden als einer der großen Player bei der Zurverfügungstellung der Daten-Infrastruktur von morgen auftreten. Allen gezeigten Exponaten war gemein, dass sie zeigten, was mit heutiger Technik bereits machbar ist. Um es mit den Worten von Jeff Norris von der Nasa zu sagen: Die vorgestellten Ideen bewegten sich im Bereich der Innovation vom ersten Mobiltelefon zum Smartphone, teilweise auch vom Smartphone zum goldenen iPhone.

Disruptive, also technologisch völlig neue und bahnbrechende Ideen und Ansätze wurden hier nicht gezeigt, was unsere Neugierde damit leider nur zum Teil befriedigte, was aus Sicht Vodafones aber auch verständlich sein dürfte.

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