Industrialisierung für Start-ups

Vom Prototyp zum Produkt: Fünf Insights aus der Zusammenarbeit mit Start-ups

28 September 2018
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In der Schweiz werden jährlich rund 43’000 Unternehmen gegründet, viele davon als klassische Start-ups. Für die Umsetzung ihrer Ideen arbeiten Start-ups häufig mit externen Partnern zusammen. Wir übernehmen als Partner für Business Innovation Verantwortung und helfen mit unserer Erfahrung, komplexe Projekte von A bis Z umzusetzen.

Smarte Pins für das Fitness-Studio, ein Stuhl, der keiner ist oder ein Anzug für Menschen mit Muskelschwächen – Start-ups entwickeln Produkte für die Welt von morgen. In den letzten Jahren haben wir zahlreiche Industrialisierungsprojekte mit Start-ups durchgeführt. Dafür ist es essentiell, die Welt der Start-ups und deren Eigenheiten zu verstehen und mit den Start-ups auf Augenhöhe zu arbeiten.

Folgende Eckpunkte zeichnen unsere Zusammenarbeit mit Start-ups aus:

1. Ein starker Partner sein

Ein CEO eines Start-ups hat kürzlich in einer frühen Projektphase zu mir gesagt: «We are basically married.» Ganz Unrecht hatte er nicht. Er meinte damit, dass unser gemeinsam geschmiedeter Plan bis zur erfolgreichen Markteinführung noch einigen Belastungstests ausgesetzt sein wird. Der Erfolg unserer Zusammenarbeit wird von der Fähigkeit abhängen, schnell auf Veränderungen zu reagieren und den Plan falls nötig anzupassen. Wie in einer Beziehung ist dabei das gegenseitige Vertrauen zwischen Start-up, Investoren und uns essentiell.

2. Sinnvolle Milestones setzen

Die erfolgreiche Markteinführung und zufriedene Kunden sind Ziele, die wir jederzeit im Auge behalten müssen. Weil die Produkte von Start-ups fast ausschliesslich in einem dynamischen Umfeld industrialisiert werden, ist die Bedeutung der Milestones umso grösser. Sind sie im Einklang mit der gesamten Entwicklung, liefern sie rechtzeitig Antworten auf richtungsweisende Fragen. Der Abgleich mit den Investoren und die Freigabe von Investment-Tranchen gehören ebenfalls dazu. Ein guter Milestone ist keine Formalität im Projektablauf, sondern bringt das Start-up weiter.

3. Excellence vs. Good enough

Die Zeit und die Finanzierung reichen für Start-ups normalerweise nicht aus, um ein Produkt mit maximaler Prozesstreue von A bis Z zu entwickeln, wie dies etablierte Produktfirmen können. Abkürzungen sind notwendig, jedoch müssen die davon betroffenen Bereiche gut gewählt werden. Es ist essentiell, zu wissen, wann das Produkt Spitzenleistung erbringen muss, und wann Kompromisse möglich sind. Diese Überlegungen betreffen etwa Zulassungen, Herstellkosten oder Produktfunktionen.

4. Speed vs. Patience

Die Komplexität eines erfolgreichen Produktes ist jeweils nur so hoch wie nötig. Einfach gehaltene Produkte bringen mehrere Vorteile mit sich. Dazu gehören etwa tiefere Kosten und bessere Robustheit. Oft ist die erste Produktlösung, die gefunden wird, nicht die einfachste. Dieser iterative Prozess braucht Zeit. Geduld in einer frühen Phase zahlt sich für den weiteren Produkt-Lebenszyklus aus.

5. Vorsicht mit dem Begriff MVP

Die Welt der Start-ups ist vom Begriff MVP geprägt: Das Minimal Viable Product. Dieses minimal brauchbare Produkt wird aufgebaut, um Ideen schnell an Kunden zu testen, ohne grossen Aufwand und hohen Investitionskosten. Jedoch birgt der Begriff MVP Potential für Missverständnisse. Ist damit ein Experiment, der erste Produktrelease, der Prototyp, das Funktionsmuster oder doch nur ein Mock-up gemeint? Unserer Erfahrung hat gezeigt: Für den Begriff MVP sollte immer eine gemeinsame Definition gefunden werden. Zusammen mit den Start-ups elaborieren wir zu Beginn des Prozesses, was sie unter MVP verstehen und welche Ziele sie mit dem Minimal Viable Product erreichen wollen.

Start-ups arbeiten schnell, agil und interdisziplinär. Wir unterstützen sie mit unserer Erfahrung und Führung und lassen die Dynamik weiterleben. So generieren wir den grösstmöglichen Erfolg aus dem Dreieck Start-up, Investoren und Business Partner.

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