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How to become a Scrum Developer – Tag 3

28 November 2013
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Lesezeit: 3 Minutes

Auch wenn es schade ist: Der letzte Tag hat begonnen. Wie bereits Tag 2 beginnt auch dieser Tag mit einem Spiel, um uns zum Denken anzuregen. Diesmal sollen wir mit ein paar wenigen Spaghetti, Schnüren und Klebeband eine Struktur erstellen, die einen Marshmallow für kurze Zeit so hoch wie möglich hält. Die Zeit ist wie immer sehr knapp, weshalb die beiden konkurrierenden Teams gleich loslegen.

Im Review zeigt sich, dass die beiden Teams noch einiges zu lernen haben. Anstatt sich inkrementell mit permanenten Tests dem Maximum anzunähern, setzten beide Teams alles auf eine Karte und versuchen es ähnlich dem Wasserfall Modell mit einer Big Bang Integration. Natürlich scheitern wir grandios. Auch hier wären wir mit dem Scrum Prozess erfolgreicher gewesen, doch uns bleibt ja noch ein Tag.

Die Entwickler tüfteln an der optimalen Konstruktion.

Mit Spaghetti und Klebeband soll ein Marshmellow eine 1 Minute so hoch wie möglich gehalten werden.

Als erste Theorieeinheit steht das Kapitel „Code Quality“ auf der Agenda. Wer schon mal unter schlechtem Code gelitten hat (und wer hat das nicht), kennt die Bedeutung dieses Themas. Es gibt übrigens auch einen separaten Kurs dazu und ratet mal wer den gibt. Glücklicherweise hat dieses Thema in den letzten Jahren zunehmend Wertschätzung erfahren, so dass eigentlich alle Punkte auf ungeteilte Zustimmung stossen.

Theorie != Praxis

In der Folge diskutieren wir Probleme bei der Anwendung von Scrum in der Praxis. Viele der beschriebenen Situationen sind einigen unserer Ingenieure bereits widerfahren und entlocken damit das eine oder andere Schmunzeln. Die meisten Schwierigkeiten sind auf Widerstände zurückzuführen, deren Auflösung viel Fingerspitzengefühl oder Managementkompetenz erfordert. Solche Hürden sind wohl auch dafür verantwortlich, dass häufig nicht Scrum, sondern „Scrum But“ praktiziert wird. Fest steht, dass sich die Wahrscheinlichkeit erfolgreich durchgeführter (Scrum-)Projekte erhöht, wenn die Unternehmung das Prozessmodell von Scrum akzeptiert und die beteiligten Personen über ein fundiertes Verständnis ihrer Rollen verfügen.

Welcome to the real world

Am Nachmittag nehmen wir den letzten Sprint in Angriff. Wir beginnen mit dem Sprint Planning und versuchen die User Stories in Tasks zu gliedern und mit Informationen anzureichern, so dass alle Entwickler im Stande sind, die Aufgaben zu meistern. Kurze Zeit später sitzen wir paarweise vor unseren Rechnern und kümmern uns um die Implementierungsdetails. Dann passiert es: Mitten im Sprint platzt Peter in der Rolle des CEOs herein und fordert die Behebung eines kritischen Fehlers.

Peter tritt als CEO auf.

Mitten im Sprint taucht Peter in der Rolle des CEOs auf und wirbelt die Planung der Scrum Teams durcheinander.

Die Teams reagieren erst etwas verunsichert, da sie normalerweise solche Anfragen vom Product Owner erhalten. Nach einer kurzen Rücksprache mit diesem ist das Taskboard neu priorisiert und ein Entwickler kümmert sich um die fehlerhafte Funktionalität. Dadurch wird der CEO besänftigt ohne das Sprintziel aus den Augen zu verlieren. Im anschliessenden Review zeigen sich dann auch die Fortschritte im Vergleich zum ersten Review. Die Demo gelingt, alle Sprintziele sind erfüllt und die am Review beteiligten Personen verlassen die Sitzung zufrieden. Was will man mehr?

Leider ist damit fast auch das Ende unseres Kurses erreicht. Der letzte Punkt betrifft die Retrospektive des Kurses. Mit den Werkzeugen der Sprint-Retro halten wir fest, dass ausnahmslos alle Spass an den Pairprogramming Sessions hatten. Wir haben nicht nur viel Neues gelernt, sondern auch bestehende Freundschaften vertieft und neue Kontakte geknüpft.

Easy to learn, difficult to master

Ein Fazit nach dreitägigem Kurs und mittlerweile bestandener PSD-Prüfung fällt leicht: Es war klasse! Der Kurs legt auf die Sachen Wert, die auch in einem realen Projekt gebraucht werden. Ein erster Schritt zum Professional ist damit getan. Die Begeisterung für das Arbeiten nach Scrum sowie die theoretischen Grundlagen und die praktische Umsetzung hat uns Peter in den drei Tagen mit Leidenschaft vermitteln können. Seine drei Rollen als Trainer, Product Owner und CEO hat er jederzeit mit Charme ausgefüllt, um uns Scrum näher zu bringen.

Nun beginnt der anstrengende Teil, um ein Professional zu werden: das Anwenden in der harten Alltagswelt der Projekte. Scrum – easy to learn but difficult to master. Es hat uns schliesslich niemand gesagt, dass es leicht werden wird, als wir uns für die Softwareentwicklung entschieden haben.

Hier geht’s zu Tag 1 und Tag 2.

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