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Grundlagen für neue Ideen schaffen

5 März 2019
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Lesezeit: 3 Minutes

Durch den digitalen Wandel sieht sich der Handelssektor zunehmend dem Innovationsdruck ausgesetzt. Schaufensterbummel und individuelle Beratung durch den Lieblingsverkäufer wurden durch das Handy ersetzt. Auch das Kundenverhalten hat sich weiterentwickelt. Der Handel muss seine alten Wege überdenken und neue Ideen entwickeln, um seine Kunden glücklich zu machen – und in der digitalen Welt zu überleben. Für viele bedeutet dies, bestehende Denkweisen, Organisationsformen und Prozesse zu hinterfragen.

Globalisierung, neue Technologien und Veränderungen im Konsumverhalten bringen viele Herausforderungen, aber auch Chancen mit sich. Doch viele Handelsunternehmen haben im Bereich der Innovation noch viel Nachholbedarf. Oftmals fehlen die Grundlagen, um neue Technologien und Prozesse in ihre tägliche Arbeit zu integrieren. Die Probleme sind vielfältig: starre Prozesse, komplexe IT-Systeme, Organisationssilos, Produkt- statt Kundenorientierung oder gar das Fehlen einer übergreifenden Digitalisierungsstrategie.

Digitalisierung ohne Strategie, Strategie ohne Digitalisierung

Die Digitalisierung ist – auch heute noch – in vielen Unternehmen kein strategisches Thema. Sicher, Leuchtturmprojekte werden spezifiziert und umgesetzt, oft aber nicht langfristig und ohne Blick auf das grosse Ganze. Managementteams zögern häufig, über neue Ideen zu diskutieren – oft, weil ihnen selbst das notwendige Know-how fehlt. Was hier helfen kann, ist, eine externe Expertenstimme für eine unvoreingenommene Perspektive einzubringen. Unternehmen müssen ihre Denkweise ändern. Das Management muss eine ganzheitliche, bereichsübergreifende Strategie definieren und aktiv vorantreiben, um Innovationen für das gesamte Unternehmen zu ermöglichen, anstatt einzelne Teams in individuellen Bereichen arbeiten zu lassen. Oder mit anderen Worten: Wann haben Sie sich zuletzt gefragt, ob Ihre Strategie fit für die Digitalisierung ist?

Aufbrechen von Hierarchien

Wir sehen oft, dass starre, festgefahrene Prozesse und Strukturen innovatives Denken verhindern. Viele Unternehmen folgen noch immer einer ausgeprägten Silomentalität. Daten und Informationen werden nicht weitergegeben, nicht für alle zugänglich gemacht und umfassend genutzt. In der Folge werden Kunden und ihre wahren Bedürfnisse nicht vollständig verstanden, wertvolles Wissen geht verloren und Ressourcen bleiben ungenutzt.

Das IT-Labyrinth

Der Schlüssel zur erfolgreichen Digitalisierung hängt zudem in gewisser Weise mit dem Zustand der IT-Systeme zusammen. Kein Wunder: Komplexe IT-Strukturen lähmen den Wandel. Unternehmen arbeiten nicht mit einheitlichen Lösungen, was die Erfassung und Analyse von Daten erschwert. Ein reibungsloser Datenfluss zwischen den Systemen ist jedoch für eine ganzheitliche Betrachtung und den Aufbau neuer Technologien unerlässlich.

Die Verschmelzung von On- und Offline

Eine weitere Herausforderung, die sich oft stellt, sind Unsicherheiten über die mögliche Kannibalisierung von Off- und Online. Das ist verständlich, und ja, manchmal gibt es keine einfachen Lösungen. Doch besser, sich selbst zu kannibalisieren, als von jemand anderem überholt zu werden. Im Idealfall ergänzen sich Online- und Offline-Kanäle. Innovative Online-Lösungen können Offline-Services erweitern und diese für den Kunden komfortabler und einfacher machen – wie z.B. intelligente Spiegel, die das Anprobieren einer Brille erlauben. Viele Supermärkte bieten bereits Self-Checkout-Tools an. Kunden können ihre Einkäufe scannen und an einem Bildschirm am Schalter bezahlen, ohne lange in einer Schlange stehen zu müssen. Dies macht das Einkaufen von Lebensmitteln nicht nur schnell und einfach, sondern auch zu einem unterhaltsamen Erlebnis. Eine weitere gute Möglichkeit, neue Technologien zu nutzen, sind intelligente Werbebildschirme im Geschäft, die über Gesichtserkennung Produkte zeigen, die dem Geschlecht und Alter des Kunden, dem Wochentag (z.B. Heftklammern am Montag, Champagner am Freitag) oder sogar dem Wetter draussen entsprechen. Der Bildschirm kann auch genutzt werden, um Kunden durch interessante Inhalte oder spezielle Online-Angebote auf die Website zu führen.

Denken Sie daran: Der Kunde ist König.

Der natürliche Impuls ist, von innen nach aussen zu denken, beginnend mit dem eigenen Produkt. Doch nicht das Produkt, sondern der Kunde muss im Mittelpunkt allen Handelns eines Unternehmens stehen, auch bei Innovationen. Es hilft nichts, wenn der Online-Shop alle Funktionen hat, die man sich ausdenken kann, aber nicht intuitiv zu bedienen ist, der Check Out ewig dauert oder unklar ist, ob die Zahlung sicher ist. Ein gutes Beispiel für kundenorientierte Innovationen sind intelligente Umkleideräume. Ausgestattet mit einem Bildschirm, können die Kunden ihre Etiketten scannen, um mehr über das Kleidungsstück zu erfahren oder verschiedene Grössen beim Verkaufspersonal zu bestellen, wenn die Kleidung nicht passt.

Das Geheimnis erfolgreicher Innovationen

Was muss sich ändern, damit Innovationen nicht nur möglich, sondern auch erfolgreich sind?

Das Wichtigste zuerst: Entwickeln Sie eine übergeordnete Strategie. Digitalisierung muss zu einem strategischen Managementthema gemacht werden. Zweitens schauen Sie sich Ihre Unternehmensstruktur an. Seien Sie agil, führen Sie flache Hierarchien und einfache Prozesse ein, damit Sie die Innovationspipeline stärken, Innovationsprojekte umsetzen und schneller auf Veränderungen in Ihrer Umgebung reagieren können. Richten Sie Prozesse in Abstimmung mit der Customer Journey ein. Alles sollte letztlich den Bedürfnissen der Kunden entsprechen. Punkt. Schlussendlich sollten Sie Ihre IT-Landschaft überdenken. Brechen Sie veraltete Systeme auf und führen Sie einen einheitlichen Omni-Channel-Ansatz ein.

Es gibt keine einfache „Innovations-Box”, die Sie abhaken können. Innovation ist eine Denkweise. Dennoch gibt es Fundamente, die geschaffen werden können. Sie fördern neue Ideen, neue Angebote, neue Geschäftsmodelle, die zum langfristigen Erfolg des Unternehmens beitragen.

Zu weiteren Artikeln in der Commerce-Reihe:

Kunden in den Mittelpunkt der Innovation stellen von Melanie Tschugmall und Nadine Stoyanov
Shopping 4.0 – wie sieht das aus? von Melanie Tschugmall und Nadine Stoyanov

Ansprechpartner

Schweiz

Melanie Tschugmall

Business Development Commerce

Melanie Tschugmall

Schweiz

Nadine Stoyanov

Principal Business Consultant

Nadine Stoyanov

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