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Elektronik für Softies

18 Juni 2014
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Lesezeit: 2 Minutes

Ich verfolge gespannt, wie der Internet-of-Things-Hype (IoT) rund um Connected Products bei uns zu einer interessanten Entwicklung führt: Als Embedded-Entwickler mit Hardware-Hintergrund fragen mich immer häufiger sogar Kollegen aus dem Enterprise-Bereich, wie sie etwa einen Lagesensor an ihr Arduino-Board bekommen. Sobald ich dann mein Fachchinesisch anstimme, blicken mir meistens nur noch fragende Gesichter entgegen.

Ich stehe also vor einer Herausforderung: Wie erkläre ich einem Software-Entwickler, der höchstens tief vergrabenes Schulwissen zum Thema Elektronik hat, was er wissen muss?

Bereits im vergangenen Jahr nutze ich unsere jährliche Ausbildungswoche, das Zühlke-Camp, um genau diese Themen im Kreis der Embedded-Softies zu diskutieren. Allerdings hatte ich damals noch den Vorteil, dass die Embedded-Kollegen doch deutlich mehr einschlägiges Vorwissen mitgebracht haben. Aller Anfang ist schwer, aber ich denke es lohnt sich, die Mühe zu investieren und eine gemeinsame Sprache zu entwickeln.

Der IoT-Hype wird uns künftig mit Sicherheit noch viele disziplinübergreifende Projekte bringen, für die wir durch regen Austausch bereits heute eine gute Grundlage legen.

Alles eine Spannungs-Frage

Ich sehe die Schnittstelle zwischen der Elektronik und der Software in einem Microcontrollersystem beispielsweise bei den I/O-Pins. Genau an dieser Stelle versuche ich in die Diskussion einzusteigen. Wie ich Software-seitig Signale auf die Pins bekomme, setze ich hier einfach mal voraus. Dieses Wissen haben die Softies meistens schon oder lernen es relativ schnell selbst.

Erklärungsbedürftig sind die vielen Einstellungenmöglichkeiten, die ich bei modernen Microcontrollern habe. Hier fallen Begriffe wie Open-Collector, Push-Pull, Tri-State, Pull-up, usw. Mit diesen Einstellungen kann ich im Extremfall sogar meine Hardware zerstören. Genau dieses Bewusstsein muss unbedingt geschaffen werden.

Es fordert mir einige Analogien ab, um den Kollegen die grundlegenden Transistorschaltungen, mit denen wir typischerweise konfrontiert werden, verständlich zu machen. Besonders schön finde ich den Wasser-Transistor, den ich aus den Kosmos Elektronik-Baukästen von früher kenne. Als Belohnung verwandeln sich die fragenden Gesichter in interessierte, als allen klar wird, dass alles nur eine Frage der Spannung ist.

Diskussion im Strom

Mit dem geweckten Interesse stellen die Kollegen schließlich auch sehr spannende Fragen. Wir diskutieren etwa über relevante Merkmale eines Microcontrollers, um eine geeignete Auswahl zu treffen. Und wir überlegen, ob man etwa einen I2C-Bus einsetzen sollte, um einen abgesetzten Sensor mit mehreren Metern Kabeln anzubinden. Oder ob doch differenzielle Feldbusse oder gar eine Funkanbindung bessere Alternativen darstellen.

Für mich hat es sich gelohnt, den Software-Kollegen die Hardware-Sprache näher zu bringen. Für unser diesjähriges Zühlke-Camp planen wir nun den Spieß umzudrehen: Dann sind die Hardware-Kollegen dran die Software-Sprache kennenzulernen. Ich bin gespannt und freue mich sehr darauf.

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Weiterer Campbeitrag: Das Zühlke Camp im Zeichen des Internet of Things

Kommentare (1)

[…] Weitere „Camp-Artikel“ beschäftigen sich beispielsweise mit den Themen “How Connected Products merge into the Internet of Things” und “Elektronik für Softies“. […]

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