Eine Karte sagt mehr als 1000 Worte

13 Dezember 2013
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Lesezeit: 2 Minutes

Karten als Hilfsmittel für die effiziente Erledigung von Aufgaben stossen in immer mehr Anwendungsgebiete der Informatik vor. In einem aktuellen Beratungsprojekt für BERNMOBIL, dem Bus- und Trambetreiber der Stadt Bern, plant Zühlke die Einführung von elektronischen Karten für die Fahrplangestalter.

Fahrplanerstellung

Fahrpläne – jeder, der die öffentlichen Verkehrsmittel benutzt, weiss, dass es diese gibt. Kaum einer macht sich Gedanken, wie sie entstehen. Dabei ist dies ein Prozess mit vielen Rahmenbedingungen: Fahrzeuge, Personal, Geld, Nachfrage. Weiter gibt es nicht nur einen Fahrplan, sondern bei jeder Baustelle, bei jedem Sonderanlass (in Bern z. B. dem „Zibelemärit“) muss für alle betroffenen Linien ein eigener Fahrplan erstellt werden.

Heute erstellt BERNMOBIL Fahrpläne auf einer veralteten Software. Neue Funktionen können nicht mehr realisiert werden. Die Fahrpläne stehen in Tabellen, eine grafische Veranschaulichung der Linienverläufe ist nicht möglich. Gerade bei der Planung von Baustellen oder neuen Linienverläufen bringt eine Karte grosse Arbeitserleichterung. Vorhandene Haltestellen sind ersichtlich und können ausgewählt werden. Mögliche Wegführungen sind schnell ausprobiert, Strecken und Zeiten auf der Karte gemessen bzw. berechnet. Karten mit Anzeige der relevanten geografischen Informationen sind also eine kleine, aber bedeutende Prozessinnovation bei der Fahrplangestaltung.

OpenStreetMap

Mit der dynamischen Kartendarstellung hat der Fahr- oder Dienstplaner rasch eine Übersicht über den Linienverlauf. Anpassungen, zum Beispiel neue Haltepunkte bei Baustellen, kann er direkt in der Karte erfassen. So kann er schneller arbeiten und es passieren weniger Fehler.

OpenStreetMap

Brandneu ist dabei, dass die avisierte Lösung auf OpenStreetMap als Kartenprodukt setzt. Was Wikipedia für die Lexika ist, ist OpenStreetMap für die Karten: Gestaltet durch eine Gemeinschaft Freiwilliger, die sich auf die Fahne geschrieben haben, eine gute elektronische Karte zur Verfügung zu stellen, die  alle kostenfrei nutzen können.

Firmen, auch Bernmobil, entdecken OpenStreetMap für ihr Geschäft. OpenStreetMap ist ein zwar gemeinfreies, aber durchaus businessrelevantes Produkt geworden. Die Parallelen zu Linux sind unverkennbar: Wieder wird ein Community-Projekt, das anfangs als Spielerei belächelt wurde, salonfähig.

Der Moment der Wahrheit kommt allerdings erst, wenn die Anwenderfirma bei der Kartenanpassung mitmacht. Erfahrungen von Transportunternehmen aus Deutschland bestehen, und diese sind durchaus zwiespältig. Für ein kommerziell orientiertes Unternehmen muss der Umgang mit der Weiterentwicklung freier Produkte erst geübt werden. Es bleibt spannend…

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