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Ein nordisches Austauschsemester

2 März 2016
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Lesezeit: 3 Minutes

Vetenskap och Konst (Wissenschaft und Kunst): Mit diesem übermannsgrossen Schriftzug werden die Besucher auf dem Campus der ältesten und grössten Universität Schwedens – der KTH – empfangen. Über 12‘000 Studenten belegen hier Studiengänge, die ein weites Feld im Ingenieurbereich abdecken. Gemäss QS Ranking wird die KTH in der Sparte Maschinenbau weltweit unter den besten 25 und europaweit unter den besten 9 gelistet. Ein hohes Mass an Internationalität und eine gute Infrastruktur machen die Hochschule attraktiv für Studenten aus aller Welt. Die zentrale Lage der KTH zeigt, welchen Stellenwert Wissenschaft in der Stadt Alfred Nobels heute noch hat.

Auslandsstipendium Zühlke: Stockholm KTH Bibliothek

Die lichtdurchflutete und begrünte Hochschulbibliothek der KTH in den frühen Morgenstunden. Bild: Michael Kühni

Anders als an Schweizer Universitäten sind die Semester hier in zwei Studienperioden mit darauffolgenden Prüfungssessionen gegliedert. Dies hat eine etwas andere Unterrichtsstruktur als in Zürich zur Folge. Je Periode haben die Studenten nur zwei bis drei unterschiedliche Kurse im Stundenplan, die dadurch jedoch deutlich zeit- und arbeitsintensiver ausfallen. Im Unterschied zum Bachelor an der ETH waren die besuchten Kurse an der KTH viel projektorientierter. Besonders lehrreich und interessant ist mir der Kurs Advanced Prototyping in Erinnerung geblieben. Hier wurde den Studenten eine breite Palette an modernen additiven Fertigungstechniken gelehrt. In einem gut ausgerüsteten Scan- und Drucklabor und mit einem Projektbudget ausgestattet, konnten diese Techniken anschliessend in kleineren mechatronischen Projekten umgesetzt werden. Neben den Vorlesungen und Projekten in Hydraulik und innovativem Design habe ich meine Sprachkenntnisse mit Kursen in Schwedisch und Englisch weiterentwickelt.

Auslandsstipendium Zühlke: Stockholm Gamla Stan

Blick vom Turm der Stadthalle auf die Altstadt Gamla Stan. Bild: Michael Kühni

Während meiner Zeit in Stockholm sind mir zwei Sachen besonders aufgefallen. Zum einen merkt man wie Schweden der Forschung und Lehre einen grossen Stellenwert beimisst und stolz darauf ist. So werden die Studenten beispielsweise zur Begrüssung in die Stadthalle, wo drei Monate später die Nobelpreisträger dinieren, eingeladen. Zum anderen ist mir aufgefallen, dass studentische Traditionen an der KTH ein grosses Gewicht haben und mit Leidenschaft gepflegt werden. So sind die verschiedenen Fachvereine in sogenannten Sektionen organisiert, die sich durch farbige Overalls, Aufnäher und eigene Pubs voneinander unterscheiden. Zweimal pro Semester, nämlich jeweils nach den Prüfungen, öffnen die Pubs auch für Studenten anderer Sektionen.

Auslandsstipendium Zühlke: Stockholm Slussen

Nächtliche Aufnahme des Stockholmer Verkehrsknotenpunkts Slussen. Bild: Michael Kühni

Bei der Wahl einer Universität für mein Austauschsemester ist die KTH mit ihrem ausserordentlich breitgefächerten Angebot an Kursen in den Bereichen Maschinendesign und Produktentwicklung heraus gestochen. Der angewandte und projektorientierte Fokus dieser Kurse hat mich überzeugt und meine Erwartungen vollständig erfüllt. Neben den fachlichen Herausforderungen konnte ich von den internationalen Kontakten profitieren und das Kennenlernen der schwedischen Kultur erweiterte meinen Horizont.
Im Februar 2016 geht es weiter an der ETH Zürich mit dem Ziel, den Masterabschluss im Winter 2017 zu erreichen. Die Schwerpunkte sowohl in den Kursen, als auch in den wissenschaftlichen Arbeiten möchte ich weiterhin auf Rapid Product Development und Produktdesign legen. Je nach Ausgestaltung der GESS-Fächer werde ich nach dem Masterstudium das Didaktikzertifikat der ETH abschliessen. Mein Ziel ist es, nach dem Studium mit einem Traineeprogramm oder einer Direktanstellung in die Produktentwicklung im Medizinaltechnikbereich einzusteigen. Mit dem Abschluss des Didaktikzertifikats strebe ich parallel dazu Herausforderungen in der Lehre in betriebsinternen oder schulischen Ausbildungen an.

Michael Kühni absolviert seinen Master in Maschinenbau an der ETH Zürich. Der Gewinn des Zühlke Auslandsstipendiums 2015 unterstützte ihn bei seinem Auslandssemester an der KTH Stockholm. Aktuell vergibt Zühlke wieder ein Auslandsstipendium in der Höhe von max. CHF 15‘000.-. Die Hochschule bestimmst du. Verpflichtungen gegenüber Zühlke gehst du keine ein. Bewerbungen werden noch bis zum 23. Mai 2016 entgegen genommen.

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