en
de
Erweiterte und virtuelle Realität

Zühlke Workshop bei PostFinance

3 Oktober 2016
| |
Lesezeit: 5 Minutes

„Was sind Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) und wie lassen sich diese Technologien nutzen?“, diese Frage geistert im Moment in vielen Köpfen umher. Schuld daran ist nicht zuletzt der Hype um das Mobiltelefonspiel Pokémon Go, das zurzeit regelmässig für Schlagzeilen sorgt. In diesem – an und für sich simplen – Spiel jagen die Spieler in der virtuell angereicherten realen Welt digitale Pokémons und fangen diese ein. Je nach Position und Bewegung der Spieler – festgestellt mittels GPS-Tracking – kommen andere Pokémons, Portale oder weitere Objekte in Reichweite. Anhand der Horden von Pokémon Go Spielern, welche täglich die öffentlichen Plätze verstopfen, wird sich aber manch einer nach dem ersten Augenrollen die Frage gestellt haben, ob diese Technologie nicht auch anderweitig genutzt werden könnte – dies natürlich durchaus zu Recht! Neben dem spielerischen Einsatz von Augmented Reality existieren bereits heute immer mehr Anwendungsfälle, die Verbesserungen für den Alltag und die Arbeitswelt mit sich bringen. Dazu gehören professionelle Anwendungen im medizinischen Bereich, den digitalen Verkaufskanälen bis hin zum digital unterstützten Mitarbeitenden.

Augmented Reality und Virtual Reality Workshop von Zühlke bei PostFinance

Die Augmented Reality ist dabei nur ein Ausschnitt des „Virtual Reality Continuums“, das Milgram und Kishino 1994 in ihrem wissenschaftlichen Artikel „A Taxonomy of Mixed Reality Visual Displays“ vorstellten. Folgt man deren Idee, gibt es zwischen der rein realen Welt und der komplett virtuellen Welt ein Kontinuum, das man mittels unterschiedlicher Technologien und Geräten/Displays bespielen und erkunden kann. Neben verkabelten und unverkabelten „Brillen“ (so genannten Head Mounted Devices) kommen dabei unter anderen GPS-Sensorik, Gyroskope mit Lagesensoren und Computer Vision mit unterschiedlichen Bildalgorithmen für die Live-Kamera zum Einsatz. Während zum Beispiel für die Nutzung des realen Raums ein Display mit sehr hoher Komplexität wie die unverkabelte und mächtige aber sehr teure Hololens von Microsoft nötig ist (Zühlke verfügt als eines der ersten Unternehmen in Europa über eine Hololens und hat einige erste Eindrücke gesammelt. Augmented Reality: Erste Eindrücke zur HoloLens ), sind die für einfachere Anwendungen benötigten Sensoren in modernen Smartphones bereits verfügbar. So hat praktisch jeder ein AR-fähiges Gerät in der Tasche. Verständlicherweise ist deshalb das Interesse der Unternehmen an diesen Technologien und ihren Einsatzmöglichkeiten gross.

So signalisierte auch das Innovationslabor von PostFinance in Bern diesen Sommer grosses Interesse an einem «informell-kreativen Hands-On» Anlass zu diesem Thema. An dieser Schnittstelle zwischen innovativer Geschäftsidee, Technologie und dem Benutzererlebnis können wir von Zühlke mit Innovations- und Technologiespezialisten die notwendigen Kompetenzen zur Verfügung stellen, um Firmen bei der Organisation und Durchführung dieser Art von Workshops in verschiedenen Grössen zu den unterschiedlichsten Themen zu unterstützen. Sehr gerne haben wir deshalb die Gelegenheit wahrgenommen, diesen Fragen im Rahmen des gemeinsam organisierten Innovations-Workshops von PostFinance nachzugehen. Unter der Anleitung von Technologiespezialisten von Zühlke konnten Mitarbeitende von PostFinance Ende Juni das Kontinuum zwischen Augmented und Virtual Reality anhand unterschiedlichster Geräte kennenlernen, selbst erfahren und ausprobieren.

Hands-On und spannende Diskussionen statt geforderte Kreativität

Nach der Eröffnung des Workshops durch die Vertreter von PostFinance, durften wir den Teilnehmenden mittels einer kurzen Präsentation die wesentlichen Begriffe und Anwendungsgebiete näherbringen und abstecken. Insbesondere die diversen Fallbeispiele aus den unterschiedlichsten und durchaus fachfremden Einsatzgebieten fanden grossen Anklang beim Publikum.

 

Im Anschluss an den Vortrag ging es los mit dem Ausprobieren der mittlerweile kommerziell erhältlichen Geräte. Um den Teilnehmenden einen möglichst ungezwungenen Zugang zu den verschiedenen Anwendungsgebieten zu ermöglichen, achteten wir schon bei der Planung und Umsetzung des Workshops ganz besonders darauf, möglichst die ganze Bandbreite von den einfachsten, billigen Kartongeräten bis hin zu den teuren aber mächtigen High-End Geräten aufzuzeigen. Dank der in der Energie-Lounge vorhandenen Nischen, die die Posten auch räumlich voneinander trennten, konnten wir eine Umgebung schaffen, in der das persönliche Ausprobieren und Erleben der Anwendungsmöglichkeiten und Wirkungen der virtuellen Welten im Zentrum stand. Die Liste der eingerichteten Posten umfasste dabei sechs verschiedene Typen von AR/VR Geräten, die sonst hauptsächlich den Experten von Zühlke für Entwicklungen und Tests zur Verfügung stehen. Neben den bereits etwas bekannteren Google Cardboards, einer Oculus Rift DevKit 2, einer HTC VIVE, mehreren Samsung Galaxy Gear VR und den verschiedensten Apps, fand als grosses Highlight auch die Microsoft Hololens begleitet von Kollegen aus Deutschland den Weg zu den begeisterten Teilnehmenden.

Bahnfahrt mit der Oculus und Zaubern mit der VIVE

Obwohl der spielerische Umgang mit den Geräten und das Erleben der erweiterten und virtuellen Realitäten mittels «Hands-On» Erfahrung im Zentrum des Workshops stand, haben wir grossen Aufwand betrieben, um die gezeigten Demos und Applikationen dennoch soweit wie möglich von der Spieleindustrie zu lösen. Dies war uns deswegen ein Anliegen, damit den Teilnehmenden verdeutlicht werden konnte, dass es sich bei den AR/VR-Konzepten schon lange nicht mehr nur um «Spielereien» handelt und gleichzeitig die Ideen und Diskussionen bereits in Richtung potentieller Anwendungen in ihrem Business zu lenken. Die beeindruckende Anzahl an Geräten und Applikationen machte es uns dabei nicht ganz einfach, ausschliesslich Applikationen auszuwählen die sowohl die technischen Möglichkeiten der Geräte aufzeigen als auch mögliche Anwendungsfelder skizzieren konnten. Wir sind jedoch der Meinung, dass uns dies beispielsweise mit der Visualisierung von Immobilien und Ladenflächen auf den Galaxy Gear VR, einer Schulungsfahrt auf einer SBB-Strecke mit der Oculus Rift und der Visualisierung von Ferienfotos und 360° Fotos der Zühlke Büros in der Cardboard ganz gut gelungen ist.

Dass die Loslösung von der Spielindustrie nicht immer nötig war, zeigte aber auch die grosse Belustigung, welche die HTC VIVE mit dem Waltz of the Wizzards Spiel ausgelöst hat. Insbesondere die Möglichkeit, die Perspektive des Spielers auf dem daneben aufgestellten Bildschirm in Echtzeit zu verfolgen, führte dazu, dass dieser Posten einer der am besten besuchten des Workshops war. Dass das Spiel mehrfach neu gestartet werden musste, weil die Besucher virtuell die ganze Bude auseinander genommen hatten, sei hier nur am Rande erwähnt.

Glänzende Augen und ein Raunen im Publikum

Bereits während des Workshops konnte man spüren, dass das Konzept des ungezwungenen, persönlichen Erlebens durch die Teilnehmenden sehr gut aufgenommen wurde. Dieses Gefühl schlug sich dann auch direkt im Feedback nieder, welches diese überraschend rege abgaben. Dass sie die Hololens als momentan wohl eines der europaweit exklusivsten Geräte ebenfalls ausprobieren konnten, sorgte bereits bei der Ankündigung zu Beginn des Workshops für glänzende Augen und ein Raunen im Publikum.

Auch im Debriefing des OK auf Seiten PostFinance und Zühlke durften wir erfahren, dass sowohl die Vorbereitung als auch der Anlass selbst auf grosse Resonanz stoss. Sämtliche anwesenden Betreuer berichteten von angeregten Diskussionen, viel Spass und etlichen persönlichen «Dankeschöns». Die eingegangenen Rückmeldungen waren durchwegs so positiv, dass der Workshop in der Form sicherlich noch das eine oder andere Mal stattfinden wird.

Lessons Learned

«Wer aufhört, besser zu werden hat aufgehört, gut zu sein» hat Philipp Rosenthal gesagt – und da wir ja zu den Besten gehören wollen, gibt es natürlich auch aus diesem Anlass einige Lehren mitzunehmen. Grundsätzlich ist zu sagen, dass insbesondere der ungezwungene und bewusst wenig strukturierte Ablauf durchwegs geschätzt wurde. Dass auch ohne direkte Moderation eine Fülle an Ideen zu Stande kommen kann, sieht man an den zahlreichen Einträgen am Ideenboard, welche wir von den Teilnehmenden abholen konnten. Die offene und kreative Atmosphäre des Workshops hat den Ablauf sichtlich belebt und viele gute Gespräche ermöglicht.

Damit ein solches Format funktionieren kann ist es jedoch eminent wichtig, eine möglichst grosse Bandbreite an Experten vor Ort zu haben. So können die Ideen gleich generell aus technischer Sicht auf Herz und Nieren geprüft werden und unsere Experten können sich kompetent in die angeregten Diskussionen einbringen. Als wünschenswerter Nebeneffekt ergibt sich so die Chance, die reichlich vorhandenen Kompetenzen von Zühlke aufzeigen und die Firma als vielseitigen und kompetenten Innovationspartner zu positionieren.

Wichtig ist jedoch auch festzuhalten, dass die Anzahl der Teilnehmenden grossen Einfluss auf den Ablauf und die Tiefe des Workshops hat. So lässt sich eine Hololens in ihrer Mächtigkeit in unter fünf Minuten schlichtweg nicht erfassen, weil Anfänger in dieser Zeit grad knapp mit der Beherrschung der Gestensteuerung zurechtkommen und so der ganz grosse «Aha» Effekt ausbleibt. Für eine tiefere Diskussion und Erarbeitung konkreter Umsetzungen müssen deswegen auf jeden Fall 15-20 Minuten pro Teilnehmer zur Verfügung stehen.

Die vielen glücklichen Gesichter, die lustigen Momente und die guten Gespräche haben uns aber ganz klar aufgezeigt, dass das Konzept des Workshops funktioniert. Durch die gute Zusammenarbeit mit dem Innovationsteam von PostFinance und Zühlke hat auch die Organisation des Events viel Spass gemacht. So dass wir bei einer neuen Anfrage zu dem Thema ganz klar sagen «Jederzeit wieder!»

Kommentare (0)

×

Updates

Schreiben Sie sich jetzt ein für unsere zwei-wöchentlichen Updates per E-Mail.

This field is required
This field is required
This field is required

Mich interessiert

Select at least one category
You were signed up successfully.

Erhalten Sie regelmäßige Updates zu neuen Blogartikeln

Jetzt anmelden

Oder möchten Sie eine Projektanfrage mit uns besprechen? Kontakt aufnehmen »