Digitalisierung geht uns alle an

23 November 2015
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Lesezeit: 3 Minutes

Modewort oder ernst zu nehmender Trend? Bedrohung oder Chance? Eines ist klar: Das Wort „Digitalisierung“ lässt heute niemanden mehr kalt. An den diesjährigen Zühlke Late Afternoon Talks berichteten Experten aus unterschiedlichen Branchen, wie sie die eigene Wertschöpfung dank Digitalisierung erhöhen konnten. Mir haben die Präsentationen einmal mehr vor Augen geführt: Die Digitalisierung betrifft alle – vom etablierten Anbieter von Sicherheitssystemen bis zum aufstrebenden Start-up.

Die letzten Jahre haben Eines gezeigt: Die Digitalisierung verändert die Welt mit rasender Geschwindigkeit. Da liegt die Frage auf der Hand, was sie für Unternehmen, aber auch für den einzelnen Menschen konkret bedeutet. An unseren Late Afternoon Talks sprach Bruno Messmer, Head of Commercial, Workspace & Collaboration bei Swisscom, daher über die Auswirkungen der Digitalisierung auf unsere Arbeitswelt. Kann unser Jahrtausende altes Gehirn überhaupt mit den heutigen Wachstumsgeschwindigkeiten umgehen? Machen uns all die neuen Technologien wirklich erfolgreicher und glücklicher? Nun ja, die Frage ist wohl viel weniger ob, sondern wie wir damit glücklicher werden. Bruno Messmer lieferte auch gleich den Ansatz für die Zukunft: „Bring your own Brain“. Sprich: Bleib am Ball und eigne dir die richtige Medienkompetenz an, nimm dir Zeit zur Selbsterkenntnis und vor allem: Lerne, dich zu fokussieren! Oder anders gesagt: Wer einfach stehen bleibt und den technologischen Wandel an sich vorbei ziehen lässt, der verpasst den Zug – privat wie auch beruflich.

Dasselbe gilt für Unternehmen. Und zwar für alle. Egal von welcher Grösse oder in welcher Branche. Wer den digitalen Wandel verschläft, wird abgehängt und zwar immer schneller. Daher müssen sich auch erfolgreiche, seit Jahren etablierte Unternehmen mit dem Thema Digitalisierung auseinandersetzen. Die Securiton AG, ein führender Anbieter von Sicherheitssystemen, hat dies getan. Für sie heisst das Stichwort „Internet of Things“ – also die Vernetzung von Sensoren, Maschinen und Menschen. Jörg Furrer, Leiter Entwicklung bei Securiton, zeigte uns, mit welchen Fragen sie sich dabei beschäftigen. Eine Frage, die sich bei diesem Unternehmen stellt, ist offensichtlich: Wie gehen Sie mit dem Thema Sicherheit um? Cloud, Vernetzung oder Big Data – einem Anbieter von Sicherheitssystemen wäre es bei diesen „Buzzwords“ vor einigen Jahren noch kalt den Rücken herunter gelaufen, tut es vielleicht auch heute noch. Aber das Thema Sicherheit kann und muss gelöst werden. Und vor allem darf es – da zeigte sich Jörg Furrer überzeugt – auf keinen Fall einen Hinderungsgrund darstellen, sich überhaupt mit dem Thema der Digitalisierung auseinanderzusetzen.

Mit etwas weniger sicherheitskritischen Problemen setzt sich das Start-up „Setza“ auseinander. Das Thema Internet of Things ist für sie aber genauso entscheidend. Denn sie vernetzen Meetingräume. Am Anfang stand ein Problem, das Setza-Gründer Roger Meier immer wieder am eigenen Leib miterlebte: In Grossunternehmen klappt das Buchen von Sitzungszimmern selten. Doppelt gebucht, länger gesessen, gar nicht gebucht. Seine Firma möchte daher die Organisation von Meetings vereinfachen und setzt dazu auf die neuesten Vernetzungsmöglichkeiten. Dank IoT hat er eine Geschäftschance gesehen – mit seinem Start-up möchte er sie nun nutzen.

Ob Start-Up oder etabliertes Unternehmen, Daten spielen bei der Digitalisierung die entscheidende Rolle. Welche Daten brauche ich? Welche Muster kann ich darin erkennen? Wie kann ich diese für den Kunden und auch für mein Unternehmen gewinnbringend nutzen? Genau diesen Fragen gingen die beiden Data Analytics Spezialisten von Zühlke, Nadja Ulrich und Philipp Morf, am Ende der Late Afternoon Talks nach. Dabei wagten sie einen Blick in die Zukunft und zeigten: Dank Data Analytics wird sich unser Alltag verändern. Elektronische „Assistenten“ werden uns anhand von ausgeklügelten Algorithmen immer besser unterstützen. Und was heisst das für Unternehmen? Grundsätzlich sehen die beiden drei Gründe, warum sich ein Unternehmen mit Data Analytics-Initiativen auseinandersetzen muss: Data Analytics erlaubt faktenbasierte Entscheidungen, es kann Prozesse optimieren – zum Beispiel durch predictive Maintenance – und es führt zu neuen, innovativen Produkten und Services.

Und damit sind wir wieder beim Endkunden: Das einzige, was er letztlich will, ist ein gutes Erlebnis. Dass die Digitalisierung ein entscheidendes Mittel ist, um dieses Erlebnis zu verbessern, haben die Referenten an unserem Late Afternoon Talk aus verschiedenen Perspektiven eindrücklich aufgezeigt. Damit ist für mich auch klar: Es ist nicht das Unternehmen, das sich für oder gegen eine Digitalisierung entscheiden kann – es sind die Kunden, die die Digitalisierung verlangen.

Kommentare (1)

MaxKritisch

20 Januar 2016 um 00:04

„Die Digitalisierung verändert die Welt mit rasender Geschwindigkeit.“
=> Ja, nur blöd, dass der Fokus nur auf Dingen ist, und der Mensch ziemlich egal ist.

„Machen uns all die neuen Technologien wirklich erfolgreicher und glücklicher?“
=> …

„Nun ja, die Frage ist wohl viel weniger ob, sondern wie wir damit glücklicher werden.“
=> Quatsch! Die erstere Frage war schon richtig. Und ich denke: nein, die neuen Technologien machen nicht glücklicher.

Denn im Grunde ist dahinter nur Automatisierung (oder wie ich es gernen nennen: NHN: NoHumanNeeded). Damit verlieren langfristig immer mehr Menschen gute Jobs, während dem die Übrigbleibendem in Unternehmen in der „Insel der Seeligen“ sind und ihren Gewinn maximieren können. Vielleicht spaltet diese Automatisierung irgendwann unseren Gesellschaft.
Denn manchmal muss man auch sozial die Gesellschaft erblicken:
Vielleicht muss man Nutzer von Automatisierung viel stärker besteuern, als dies jetzt der Fall ist.
Denn ein Grundsatz ist: Von Automatisierung muss jeder profitieren, nicht nur der Firmenchef, der seinen Maschinen zusehen kann und die ganz grosse Kohle einsackt.
Und dies geht nur mit einer Automatisierungs-Steuer. Mit Automatisierung meine ich selbstverständlich auch, Film-Vervielfältigung, usw.
Es gibt „Industrien“ die sich eine allzu goldene Nase verdient haben, durch Automatisierung.
Manchmal muss man um der Menschheit Willen auch mal gesetzlich einen Ausgleich darbieten, sonst schauen wir in ein Paar Jahren blöd aus der Wäsche, wenn die Gesellschaft so gar nicht das geworben ist, was wir naiv gedacht haben.

„Damit ist für mich auch klar: Es ist nicht das Unternehmen, das sich für oder gegen eine Digitalisierung entscheiden kann – es sind die Kunden, die die Digitalisierung verlangen.“
=> Verwirrende Aussage. Es sind Geschäftskunden, die ordentlich von NHN profitieren wollen, die Digitalisierung wollen.
Der einzelne Mensch (Max Mustermann zum Beispiel, oder ihr Opa oder Vater)… will doch nicht wie wild die Digitalisierung!
Und wenn Sie ganz ehrlich sind, und mal von Ihrem Job absehen… vielleicht brauchen auch sie nicht die wilde Digitalisierung.
Zumal heutztage viel Freiheitsverlust (und Rechteverlust) mit der sogennanten Digitalisierung anheim geht. (Ausspionieren durch proprietäre Software, usw. usw.)

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