Workshop-Methoden

Dialog im Park

Sprache, Kooperation und Vernetzung sind der Nährboden für Innovationen. Mit diesen Fähigkeiten gelang es den Menschen von Generation zu Generation, Innovationen zu verbreiten, zu rekombinieren und weiterzuentwickeln (Harari, 2015 (14), S. 35). Erwiesenermassen haben wir Menschen durch das kollektive Lernen die Produktivität durch Innovationen stetig steigern können (Pagel, 2013, S. 27).

Es gibt zahlreiche Workshop-Methoden, die zur gezielten Generierung von Innovationen und zur Förderung von Kreativität eingesetzt werden. Dabei soll das implizite und das explizite Wissen der Workshop-Teilnehmer zu einem vorher bestimmten Thema offengelegt und bewusste und unbewusste Denkstrukturen aufgedeckt werden.

Auffällig ist: Die meisten Methoden werden in einem relativ kurzen Zeitraum angewendet. Das lässt die erfolgreiche Förderung der Kreativität und das schnelle Produzieren der Ergebnisse in den Kreativitätsframeworks so attraktiv erscheinen.

Folgende Werte und Vorgehen kommen bei den meisten Kreativitätsframeworks kaum zum Zuge, obschon auch diese zur Kreativitätsproduktivität positiv beitragen können:

  • Zeit lassen für die Kreativität und so ausserhalb eines gesteckten Zeitrahmens Vernetzung und kollektives Lernen ermöglichen.
  • Den Dialog als gegenseitigen Prozess des Hinterfragens, der Reflexion und mit Verständnis für die Einstellung aller Beteiligten garantieren.
  • Ist die Gruppe lose, formiert und vernetzt sie sich unterschiedlich während des Kreativitätsprozesses.

Bei Zühlke haben wir uns darüber Gedanken gemacht, wie oben Genanntes in einer Kreativitätstechnik berücksichtigt werden kann.

Das Ergebnis ist der Workshop «Dialog im Park». Wir greifen die Idee des kollektiven Lernens und des Netzwerkens auf und implementieren diese im Workshop-Aufbau.

Die Leitlinien sind:

  • Der Ideen-Geber ist nicht allein, und seine Idee wird nicht einfach in den Ideen-Pool aufgenommen: Es wird vielmehr Raum für den Dialog zwischen den Teilnehmern geschaffen, um so die Ideen zu entwickeln.
  • Die persönliche Entwicklung ist zu fördern, es gilt, eigene Denkstrukturen weiterzuentwickeln, um dadurch ganz neue Ansätze zu identifizieren (Kahneman, 2012, S. 42).
  • Der Informationsaustausch zwischen den Teilnehmern soll verlangsamt vonstattengehen, um die jeweiligen Gedanken oder die geäusserten Ideen ausformulieren und reflektieren zu können (Plate, 2013, S.165).
  • Nicht die Quantität der Ideen, sondern die Interaktion der Teilnehmer und die Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Thema stehen im Vordergrund. Ebenso das Ziel, vereint Neues zu schaffen.

Für die Durchführung des Workshops bietet sich ein offener Raum wie etwa ein Park an. Die Teilnehmer bewegen sich dort in Paaren oder Kleingruppen und führen einen Dialog zu einem vorgegebenen Thema. Erkenntnisse werden zum Beispiel auf vorhandenen Pinnwänden festgehalten und so sichtbar für andere Teilnehmer dargestellt. Die Paare werden in mehreren Runden regelmässig neu zusammengestellt.

Konkret:

  1. Das Thema darstellen und erste Paare bilden.
  2. Die Paare führen den Dialog.
  3. Die Paare halten wichtige Erkenntnisse fest.
  4. Die Paare werden neu gebildet – und der Dialog wird erneut gestartet.
  5. Die Ergebnisse werden zusammengebracht, die wertvollsten Ideen herausgegriffen und aufgearbeitet.

Unser Workshop bringt weitere positive Ergebnisse. So wird die Gefahr bestimmter sozialer Effekte, mit der eine Gruppe zu tun haben kann, minimiert. Denn jeder kann sich ausführlich zu seiner Idee äussern und sich damit intensiv auseinandersetzen. Die eigene Überzeugung kann noch und nöcher hinterfragt werden. Zudem wird den Workshop-Teilnehmern jede Gelegenheit eingeräumt, Assoziationen zu bilden und auch von den anderen zu lernen. All dies wirkt sich günstig auf die Ergebnisse aus.

Insofern wird gerade diese Methode der immer komplexer werdenden Welt und ihren Systemen gerecht. Denn um das Komplexe zu ergründen, benötigt man: Zeit.

Bücher zum Thema:

Harari, Y.N., Eine kurze Geschichte der Menschheit, München (14) 2015

Kahneman, D., Schnelles Denken, Langsames Denken, München (5) 2012

Pagel, M. D., Wired for Culture, New York 2013

Plate, M., Grundlagen der Kommunikation, Göttingen 2013

Advanced Business Analyst

Beatritsche Malova

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