Connected Products – Die Marktchance nutzen

29 November 2013
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Lesezeit: 3 Minutes

Hier bei Zühlke faszinieren uns die Möglichkeiten vernetzter Produkte schon seit einiger Zeit. Wir suchen Gespräche mit Kunden in den unterschiedlichsten Märkten, die dieses Potential erkennen und nutzen wollen, um durch die Vernetzung ihrer Produkte Mehrwerte zu schaffen.

Auf der Connected Products 2013 trafen sich eben so gesinnte Unternehmen. Das Themenspektrum reichte von funkenden Baggern, über im Internet verbundene Körperwaagen bis hin zum Hype-Thema Industrie 4.0.

Der Nutzen vernetzter Produkte

Durch eine Vernetzung entstehen neuartige Dienstleistungen – ein gutes Beispiel ist der Reparatur- oder Servicefall: von einer gezielten Ferndiagnose profitieren Anbieter und Kunden gleichermaßen, weil so Kosten und Ausfallzeiten drastisch reduziert werden können.

Visualisierungsaspekte sind ein weiterer wichtiger Treiber der Vernetzung. Dashboards helfen, die gesammelten Daten im Überblick anzuzeigen und beispielsweise Einsatzzwecke verschiedener Geräte oder Produkte miteinander zu vergleichen.

Daten einzelner Geräte können aber auch in einen historischen Kontext gesetzt und grafisch aufbereitet werden, um Benutzern oder dem Service-Personal auf Tablets oder Smartphones schnelle und tiefe Einblicke zu geben. Daraus entstehen neue Einsichten in die tatsächliche Nutzung der Produkte, die so zuvor kaum möglich waren. Nutzer können direktes Feedback geben. Hersteller können die nächste Produktgeneration auf die tatsächlichen Bedürfnisse ihrer Kunden optimieren.

Die Nutzenpotentiale der Vernetzung sind vielfältig und der Appetit kommt bekanntlich beim Essen…

Die Veranstaltung

Die Vorträge auf der Connected Products 2013 setzten gezielte Impulse, um die eingangs erwähnten Nutzenpotentiale und Praxiserfahrungen aufzuzeigen. Die Teilnehmer hatten so die Chance, über den Tellerrand zu schauen, intensiv zu diskutieren und von Produkten zu lernen, die bereits im Markt etabliert sind.

Dr. Moritz Köhler von der Koubachi AG aus Zürich gewährte den Teilnehmern tiefe Einblicke in die Welt der Appcessories – Gerätschaften, die nur in Kombination mit Apps und dedizierten Cloud-Diensten überhaupt Sinn machen – und bereits heute aufzeigen, wie die Welt der Vernetzung von morgen aussehen wird.

Vom Pflanzensensor über die vernetzte Körperwaage bis hin zu modernen Sport-Accessoires war das diskutierte Produkt-Repertoire sehr breit.

Besonders spannend erwiesen sich in diesem Zusammenhang die Diskussionen neuartiger Geschäftsmodelle. Erläutert wurden Geschäftsideen, die funktionieren, aber es wurde auch über Fälle berichtet, in denen sich Benutzer im B2C Umfeld anders verhalten, als man dies gemeinhin annehmen könnte.

Security – die dunkle und die helle Seite

Besondere Highlights der Veranstaltung waren in diesem Jahr reale „War Stories“ aus dem Bereich Security. Erschreckend, wie sehr sich die Angriffe auf Industrieanlagen in den letzten Jahren häufen. Noch erschreckender, wie einfach die Abwehrmöglichkeiten gewesen wären.

Demonstriert wurde unter anderem die Suchmaschine Shodan, die kinderleicht wie Google verwendet werden kann, um vernetzte und schlecht abgesicherte Produkte, Maschinen oder Anlagen zu finden. Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig es ist, Security-Betrachtungen im Themenfeld des Internets der Dinge voranzutreiben.

Auf humorvolle Weise präsentierte Tobias Schrödel wie man USB Sticks mit Viren bestückt. Solche Viren kann jeder für rund 250€ von russischen Websites beziehen. Man lasse den Stick vor dem Gebäude eines Konkurrenten fallen und warte solange, bis die größte Sicherheitslücke zuschlägt: gutmütige, neugierige, in Punkto Sicherheit meist ungeschulte Mitarbeiter. Die stecken den Stick in einen Firmenrechner und der Zugang zum Firmennetz wird unbemerkt im Hintergrund installiert – die NSA lässt grüßen.

Übrigens – hier mehr dazu, wie unterhaltsam eine Security-Schulung sein kann.

Aber das Thema hat natürlich auch positive Seiten: nämlich dann, wenn Mieter beim Umzug auch den Rauchmelder mitnehmen. Kommt das Produkt aus dem Hause Techem, erkennt der Rauchmelder diesen Umstand und meldet es an den Vermieter, der den Rauchmelder bezahlt hat. Natürlich ist dieses Konzept analog auf andere vernetzte Produkte übertragbar.

Schlagwort Industrie 4.0

Ein weiterer Schwerpunkt der diesjährigen Veranstaltung war das Thema Industrie 4.0. Es wurde von verschiedenen Seiten betrachtet – von der Forschung, wie auch von diversen Marktteilnehmern, die das Thema in einem sehr unterschiedlichen Reifegrad sehen.

Sehr interessant war die Aussage von Lucas Wintjes von Bosch Rexroth, der das Engagement der Deutschen Bundesregierung für Industrie 4.0 sehr lobte, weil viel Geld in Forschung und Förderung firmenübergreifender Kooperationen investiert wird. Im Vergleich dazu vertrauen Politiker in seinem Geburtsland Niederlande alleine auf die Initiative der Industrie – mit mäßigem Erfolg – was bei der Komplexität des Themas kaum verwundert.

Die zwei Tage der Fachtagung waren vollgepackt mit einem Mix an Vorträgen, die uns den Wandel in der Industrie von verschiedenen Standpunkten aus näherbrachten. Neben der „frontalen Beschallung“ war es höchst erfrischend im World Café gemeinsam mit allen Besuchern der Connected Products zu diskutieren.

Das wichtige Ziel der Veranstaltung, die Teilnehmer untereinander zu vernetzen, wurde deshalb ganz natürlich erreicht. Es war deutlich zu erkennen, dass jeder sehr individuelle Erkenntnisse aus dieser Veranstaltung gewonnen hat und diese auch sicher in sein Unternehmen zurückfließen lassen wird.

Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Connected Products als Basis für Industrie 4.0

Mobilität und vernetzte Geräte in der Medizintechnik

Four Guidelines for Developing Connected Products„.

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