Augmented Reality für die Medizintechnik

Digitalisierung bis der Arzt kommt – behandelt uns bald der „HoloDoc“?

13 Dezember 2017
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Star Trek ist ein Technologie-Orakel: Der Communicator als erstes Smartphone und die Bedienung von Computern direkt auf den Bildschirmen der Kommandobrücke sind nur zwei von vielen Beispielen. Überall in dieser Serie finden wir Technologien, die Jahre später in unseren Alltag eingezogen sind. Das rasche Fortschreiten der Digitalen Transformation in der Medizintechnik lässt dabei eine Frage zu: Gehört bald auch der „HoloDoc“ des Raumschiffs Voyager dazu? Haben wir schon bald einen virtuellen Arzt, der uns im Krankenhaus behandelt oder sogar zu Hause im Wohnzimmer besucht?

KI ist noch nicht so weit

Hologramme zu erzeugen, sie über Devices zu sehen und mit ihnen mittels Gesten zu kommunizieren funktioniert schon ganz gut. Augmented-Reality-Techniken von Microsoft, Google und Apple erschaffen problemlos Hologramme in einem Raum. Mit Datenbrillen wie der HoloLens kann man auch mit ihnen interagieren. Theoretisch ist es auch möglich, menschliche Hologramme zu erzeugen und in andere Räume zu teleportieren. Allerdings ist es auch mit dieser Technologie noch immer ein Mensch, der die Untersuchung durchführt und eine Diagnose stellt. Der HoloDoc aus Star Trek ist jedoch ein Computer-Programm mit künstlicher Intelligenz. Hier zeigen YouTube-Videos mit Alexa, Google Assistent, Siri & Co., dass es wohl noch ein weiter Weg ist bis zur realen künstlichen Intelligenz. Wenn wir uns allerdings ein wenig von Star Trek entfernen und die Datenbrille nicht den Patienten, sondern den Ärzten aufsetzen, dann ist ein HoloDoc schon heute denkbar.

Herausforderungen für Medizintechnikunternehmen

Wenn Ärzte – aber auch Pflegekräfte oder Servicetechniker – die Möglichkeiten der Augmented Reality nutzen, könnte dies Medizintechnikunternehmen bei der Bewältigung ihrer größten Herausforderungen helfen: Wie schaffe ich es, neue Produkte schneller und innerhalb des vorgegebenen Budgets auf den Markt zu bringen – und das bei steigenden regulatorischen Anforderungen? Wie kann ich die Nutzer meiner Geräte besser unterstützen – und damit die Wirksamkeit von Therapien erhöhen? Und wie kann ich bei immer komplexer werdenden Geräten und Systemen sicherstellen, dass der Service und die Wartung effizient und zuverlässig funktionieren? Augmented Reality ermöglicht bereits in der heutigen Ausbaustufe eine neue Dimension der Interaktion von digitaler und realer Welt. In den Industrien Automotive oder Maschinenbau wurden im letzten Jahr zahlreiche erste Proof-of-Concepts entwickelt, die teilweise auch in Piloten umgesetzt wurden oder gar in Betrieb gegangen sind. Guided-Repair-Apps beispielsweise können schon heute Servicetechniker wirkungsvoll bei ihrer Arbeit unterstützen.

Spannende Szenarien für die Medizintechnik

Von diesen Erfahrungen profitieren auch Medizintechnikunternehmen, für die sich spannende Use Cases ergeben:

  • Durch die Visualisierung der Patientendaten beim Eingriff vor Ort können Ärzte ihre nächsten Schritte besser planen – beispielsweise, wenn Bilder aus dem MRT direkt am Patienten angezeigt werden. So werden Eingriffe präziser und bringen für den Patienten einen größeren Therapieerfolg.
  • Auch Training des Personals oder die Anleitungen zur fehlerfreien Bedienung der Medizingeräte können durch AR Lösungen auf ein ganz neues Level gebracht werden.
  • AR-Technologien bieten Medizintechnikunternehmen im Bereich Remote Service neue Möglichkeiten, um den Service kosten- und qualitativ optimiert zu unterstützen.

Diese Lösungen lassen sich in den nächsten zwei bis fünf Jahren flächendeckend einführen. Wichtig ist dabei: Auch für Medizintechnikunternehmen ist Augmented Reality nicht die alleinige Lösung, sondern ein Puzzle-Teil des Gesamtbilds. Dazu gehört die Vernetzung von Medizintechnikgeräten zur Datengenerierung (Medical IoT), die Vernetzung von Patienten bzw. die Erfassung von Zustandsdaten aber auch die Vernetzung der Healthcare-Branche, um die richtigen Informationen für eine ideale Behandlung und Medikation zur Verfügung zu stellen. Für Fans von Star Trek bietet Augmented Reality übrigens ebenfalls einen Anknüpfungspunkt. Schließlich erinnern einige der Datenbrillen stark an ein anderes Gadget aus der visionären Science-Fiction-Serie: Den Visor von Geordi La Forge aus Star Trek: The Next Generation.

Weitere vertiefende Informationen

 

Business Development Manager

Jan Horvat

Bei Fragen kontaktieren Sie mich gerne unter jan.horvat[at]zuehlke.com!

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