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Augmented Reality hilft das Einkaufserlebnis zu verbessern.

26 Juli 2016
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Lesezeit: 3 Minutes

Es ist Samstagmittag und ich möchte in der Filiale eines Telekommunikationsanbieters an der Bahnhofstrasse in Zürich mein, nun schon ein bisschen in die Jahre gekommenes, Smartphone durch ein neues ersetzen. Dabei möchte ich mich auch gleich beraten lassen, welcher Vertrag für mich optimal wäre. Ich komme in die Filiale und bin schier überwältigt wie viele Kunden bereits auf eine Beratung warten, es ist ja schliesslich auch Samstagmittag. Das wird ja Stunden dauern, denke ich und begutachte entmutigt die ausgestellten Smartphones. Einige würden mir bereits sehr gut gefallen. Leider kenne ich den genauen Preis nicht, da dieser abhängig von meinem aktuellen oder zukünftigen Vertrag sein wird. Die kleinen Produktbeschreibungen rechts neben dem Smartphone helfen mir dabei auch nicht weiter da diese lediglich statischen Informationen enthalten. Aus diesem Grund muss ich wohl oder übel warten bis ein Mitarbeiter für mich Zeit hat.

Das Ziel einer Zusammenarbeit zwischen einem Telekommunikationsanbieter und Zühlke war es, ein Proof-of-Concept (PoC) für das oben-genannte Szenario zu realisieren und den Smartphone Käufer bei seiner selbständigen Entscheidungsfindung zu unterstützen. Dadurch sollen die Shop-Mitarbeiter entlastet und das Einkaufserlebnis für den Kunden verbessert werden.

Der Kunde soll die Kamera seines Smartphone auf die Produktbeschreibungen richten und die Informationen über das Produkt, dessen möglichen Variationen (Speicherplatz, Farbe, usw.) sowie den aktuellen Preis direkt im Kamerabild eingeblendet bekommen. Darüber hinaus soll der Kunde auch mögliche Vertragsverlängerungen oder -wechsel erkunden können. Der Kunde kann sich daher selbstständig auf eine spielerische, innovative Art über die Produkte informieren ohne dabei auf einen Mitarbeiter warten zu müssen. Idealerweise entscheidet sich der Kunde direkt für ein Produkt und kann dies gleich an der Kasse beziehen.

Technische Umsetzung

Target recognition und tracking

Augmented Reality Applikation benötigen einen Marker/Tracker um die Position des Smartphones respektive des dargestellten Objektes in Relation zu der Umgebung bestimmen zu können damit der 3D-Inhalt eingeblendet werden kann. Im Rahmen dieses PoC-Projektes wurden die Produktbeschreibungen als Marker verwendet. Mittels des Vuforia Frameworks von Qualcomm können diese Marker leicht im Live Kamerastream erfasst und verfolgt werden (Tracking) und die Positionsinformationen an eine 3D Engine geliefert werden. Obwohl die Produktbeschreibungen relativ wenig eindeutige Features besitzen funktionierte das Tracking zuverlässig.

Augmented-Reality_Telekommunikation_Scan-Produkt

3D rendering

Für das Rendering der 3D Elemente, welche in das Live Kamerabild eingeblendet werden, wurde die Unity Spielengine verwendet. Mit dem Unity Editor ist es sehr komfortabel die 3D Elemente zu erstellen und in der erweiterten Welt zu positionieren. Zudem existiert ein Unity Plugin für Vuforia, welches die Integration des Vuforia Frameworks sehr vereinfacht. Die einzublendenden 3D Elemente sind im wesentlichen 3D Flächen, welche die Produktinformation visualisieren sowie auch virtuelle Buttons, über welche der Benutzer mit der Augmented Reality interagiert. Unity ist Cross-Plattform fähig und bietet daher als weiteren grossen Vorteil die Möglichkeit das Projekt als Android oder iOS App zu exportieren. Es ist auch ohne grösseren Aufwand das Unity Projekt in bestehende Apps zu integrieren.

Integration mit Backendservices

Die Produktinformationen und insbesondere die Vertragsoptionen sind natürlich nicht statisch in der App hinterlegt, sondern werden zum Zeitpunkt der erfolgreichen Objekt Erkennung und Tracking durch Vuforia vom Backend geladen und dem Benutzer angezeigt. Unity bietet die Möglichkeit C# Skripte zu schreiben, welche an verschiedene Ereignisse innerhalb Unity gebunden werden können. Basierend auf dem Tracking Ergebnis vom Vuforia Plugin werden dann die Daten per REST API vom Backend geladen und dem Benutzer angezeigt.

Augmented Reality im Telekommunikation-Shop

Fazit

Ohne Anpassungen an den ausgestellten Geräten oder an den Produktbeschreibungen vorzunehmen konnte eine App entwickelt werden, welche das Potential von Augmented Reality auf einfache aber faszinierende Weise aufzeigt.

Bei der Konzeption von Augmented Reality Applikationen sollten jeweils auch die Bereiche Usability, Computer Vision, Imageprocessing, Machine Learning einbezogen werden sowie die begrenzten Rechenleistung der Target Geräte bedacht werden. Daher sollte möglichst früh ein technischer Berater beigezogen werden.

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