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Augmented Reality: Erste Eindrücke zur HoloLens

29 Juni 2016
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Lesezeit: 4 Minutes

Hurra – wir haben es geschafft! Seit vergangener Woche sind wir, nach eigener Recherche, eines von rund fünf Unternehmen in Europa, die eine HoloLens von Microsoft haben. Das war nicht einfach. Wir haben uns offiziell auf der Microsoft Website als Entwickler beworben und den Zuschlag bekommen. Dass wir die HoloLens nach Deutschland importieren konnten, haben wir Kerry Lothrop zu verdanken. Beim Registrierungsprozess damals hatte ich so ein Bauchgefühl: Da ließ Microsoft schon durchblicken, dass die Hololens zunächst nur in die USA + Kanada geliefert würde. Ich vermutete, dass Europa und der Rest der Welt dann kurz danach käme. Mit fast schlechtem Gewissen überredete ich meinen Kollegen Kerry mit amerikanischen Wurzeln, die Bestellung zu übernehmen um die HoloLens auf diese Weise vielleicht ein paar Tage früher in den Händen zu halten.

Nach erfolgter Bestellung fühlte ich mich schlecht: Wenn man Zoll, Mehrwertsteuer und Versand hinzurechnet, wäre die HoloLens wahrscheinlich viel teurer und würde vermutlich wenige Tage später auch in Deutschland zu einem dann insgesamt vermutlich niedrigeren Preis in € verfügbar sein. Ein Irrtum, wie wir heute wissen: Bis heute kann man sie immer noch nicht in Deutschland bestellen, und es ist die Frage, ob nach Wave 2 (unsere Bestellung) und der Abarbeitung aller weiteren Waves (bis zu 6 habe ich gehört!) die Bestellung dieses Jahr außerhalb der USA überhaupt noch initiiert werden kann.

Endlich da: Das erste Ausprobieren beeindruckt

Die HoloLens „in echt“ zu benutzen, das ist dann doch etwas ganz anderes als die abgefahrenen Videos, die man vorher gesehen hat. Irgendwie hatte man eine ganz bestimmte Vorstellung, wie die Hololens sein müsste und war sich fast sicher, wie es sich anfühlen würde. Was man damit alles anstellen könnte, das haben wir ja schon die letzten Monate diskutiert. Im diesjährigen Zühlke-Camp hatten wir ja schon einen interessanten Showcase mit Vuforia und Unity-3D auf einem Android-Handy respektive Google Cardboard realisiert nun diese Brille, aber im Grunde müsste es eigentlich etwas Ähnliches sein – oder etwa nicht?

Zühlke Ingenieur testet Microsoft HoloLens

 

Stück für Stück in die augmentierte Realität eintauchen

Etwa. Nämlich eher nicht. Die Hololens fühlt sich doch ganz anders an. Man begreift schnell, dass die Hololens wesentlich weiter geht, als „einfach nur“ ein paar Dinge im Raum zu highlighten. Hier geht es um eine immersivere Erfahrung, man fühlt sich mitten drin – weil man es auch ist, statt einfach nur auf einen Handybildschirm zu gucken. Letzteres ist zwar auch schon cool, aber eine ganz andere Ecke des Universums „Augmented Reality“. Die Hololens ist im Grunde genommen das augmentierte Wohnzimmer. Na gut. Eben der eigene Raum, das eigene Büro. Klingt jetzt nicht so spannend. Ist es aber, wenn man sich Stück für Stück reintastet (ja, ich meine „rein“, nicht „ran“), die Bedienung mit Gesten und Sprache ausprobiert. Spätestens dann merkt man: Das ist mehr. Das ist – die Zukunft. Irgendwie. Bilder, Videos, einfach mal an die eigene Zimmerwand pinnen. Ein Hologram aus der Hutschachtel holen und einfach mal auf dem Sofa platzieren. Oder auf dem Tisch? Drum herumgehen, es von allen Seiten beschauen. Langsam erahnt man erst, was für eine völlig neue Art multimedialer Erfahrung das ist. Dabei ist es gerade reizvoll, dass die eigenen vier Wände zum Showroom werden und man eben nicht in eine völlig künstliche Welt abtaucht.

Das noch etwas grobe Vermessen der Welt

Anders als vorherige Experimente wie Google Glass scheint die HoloLens von eben diesen Räumlichkeiten abzuhängen. Mit der vorinstallierten Software kann man direkt mit anschauen, wie der eigene Raum gescannt und vermessen wird, alles mit Polygonen überzogen wird. Dabei scheinen die Polygone noch recht grobrasterig zu sein. Dieses Vermessen des Raumes scheint auch mehr im Sinne von Platzieren von Objekten gedacht zu sein. Man darf vermuten, dass die Auflösung derzeit noch nicht so hoch ist, als dass die HoloLens in der Lage wäre, kleine filigrane Gegenstände zu erkennen. Hier helfen dann aber vielleicht auch Lösungen wie die Portierung von Vuforia auf die HoloLens weiter, so dass in der Kombination aus HoloLens API und Tools von Drittanbietern, alles vereinigt unter dem Dach von Unity-3D, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten vielleicht jetzt schon weit offen steht. Wir werden es definitiv herausfinden, in den nächsten Tagen und Monaten.

Entwicklerversion überzeugt mit Stabilität und guter Spracherkennung

Insgesamt macht die Hololens jetzt schon in der reinen Entwicklerversion einen recht runden Eindruck. Die Gestenerkennung läuft zuverlässig, die Plattform stabil – wir haben bislang keinerlei Abstürze erlebt. Endlich habe ich mal einen echten Showcase für Spracheingabe gefunden. Klar macht es ab und an Sinn, Siri im Auto eine kurze Mail oder SMS zu diktieren. Mit der HoloLens auf dem Kopf merkt man aber: Hier sind definitiv die Grenzen einer Tastatur erreicht. Das klappt zwar auch – sie schwebt mit im Raum – ist aber recht mühsam mit einzelnen Gesten zu bedienen. Hier merkt man dann, dass es zusammen mit der Spracherkennung erst richtig rund wird.

Mehr Ideen als Zeit: Das Augmented-Reality-Team im Entwicklungsrausch

Wie wird es weiter gehen? Eine ganze Reihe von Showcases drängen sich mir direkt auf. Es gibt so viele Ideen, die wir am liebsten alle gleichzeitig umsetzen würden. Am besten einen Klon ins Kundengeschäft schicken und unsere ganze Zeit auf die HoloLens verwenden. Dinge, die man sonst nur aus Star Wars oder Star Trek kannte, sind nun definitiv Realität. Die Zeit ist reif. Die HoloLens hat bei uns eingeschlagen wie eine Bombe. Allen Testern hat sie bislang ein verzücktes Grinsen auf die Lippen gezaubert. Wenn man davon erzählt, bleiben Reaktionen nicht aus – gleichgültig ist eigentlich keiner, interessiert jeder, die Reaktionen gehen bis „Schaum vor dem Mund“. Wir sind sehr froh, dass wir bereits im frühen Vorfeld eines der Geräte sichern konnten und werden alles daran setzen, nun bald auch eigene Apps auf der HoloLens zum Laufen zu bringen. Der Ideen-Köcher ist prall gefüllt mit Pfeilen, und nun hoffen wir, dass die HoloLens auch ähnlich gut zu programmieren ist, wie wir es von Kinect und anderen Vorgängertechnologien gewohnt sind. To be continued!

Weitere Artikel rund um Zühlke und die Hololens:

Unser Angebot rund um die HoloLens
Ingenieur.de – Mit dieser Brille klebt das Internet an der Wand
Offizielle Zühlke Pressemitteilung – Erste Microsoft Hololenses in Deutschland
Bild.de – Microsoft HoloLens: Deutscher Dienstleister unter Entwicklern

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