Agilität im Unternehmen ist keine Sozialromantik

22 Februar 2018
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Lesezeit: 3 Minutes

Agilität hilft Unternehmen, sich schneller an sich ändernde Bedürfnisse anzupassen. Die Transformation hin zu agilen Methoden durchdringt alle Bereiche – entsprechend gross muss die Bereitschaft dazu sein.

Bei vielen Unternehmen ist Agilität das Thema, doch was bedeutet es eigentlich, ein agiles Unternehmen zu werden? Manche verstehen unter Agile, dass man nun frei wählen kann, an was man arbeitet und dass es bei Meetings darum, geht sich besser zu spüren. Doch Agilität ist keine Sozialromantik, es steckt ein betriebswirtschaftlicher Nutzen dahinter, nämlich sich schneller an die veränderten Bedürfnisse der Kunden und Märkte anzupassen, mit dem Fokus auf Kunden sowie Mitarbeiterzufriedenheit. Dieser Artikel bezieht sich hauptsächlich zu dem Buch «Agile Organisationen: Transformationen erfolgreich gestalten» von André Häsuling und auf meine Praxiserfahrung als Agile Coach.

Transformation braucht Überzeugung

Damit sich ein Unternehmen in ein agiles Unternehmen transformieren kann, reicht es nicht, Scrum, Kanban oder SAFe als Prozess in IT-Entwicklungsteams einzusetzen – auch wenn das durchaus ein guter Startpunkt sein kann. Andere Dimensionen wie Führungsverständnis, HR, Hierarchische Strukturen und schlussendlich die ganze Unternehmenskultur spielen ebenso eine wichtige Rolle, damit das Leben der agilen Werte und Prinzipien erst möglich ist (siehe TRAFO Modell, HR-Pioneers).

TRAFO Modell nach HR-Pioneers. (Zühlke / Alain Joray)

Agilität ist nicht das Ziel, sondern nur Mittel zum Zweck. Das Unternehmen muss eine globale Vision entwickeln, die über agile Methoden hinausgeht und muss es schaffen, den Menschen innerhalb des Unternehmens den Sinn der agilen Transformation zu vermitteln.

Ein wichtiger Faktor für agile Prozesse ist neben der Umstellung auf ein iterativ-inkrementelles Vorgehen auch die Umverteilung von der Verantwortung. Entscheidungen werden dort getroffen, wo Sie den grössten Wirkungsgrad und die schnellste Reaktion ermöglichen, nämlich im Team. Durch die tägliche Arbeit ist das Team am nächsten an der Wertschöpfung dran und verfügt über die für die Entscheidungen notwendigen Informationen. «Empowerment», also die Ermächtigung der Mitarbeiter zum eigenverantwortlichen Handeln und, damit verbunden, die Steigerung ihrer Motivation, ist die neue Kernaufgabe für Führungskräfte im agilen Kontext.

Neue Strukturen für Feedback

In agilen Unternehmen setzt man bewusst auf kurzfristige Planungen, um auf unvorhersehbare Ereignisse schneller reagieren zu können. Hier passen klassische HR-Instrumente wie die langfristigen Zielvereinbarungen aus Jahresendgesprächen mit dem Chef nicht mehr hin. Mitarbeiter sollen von den Personen beurteilt werden, die durch tagtägliche Zusammenarbeit das genauste Bild von ihrer tatsächlichen Leistung haben, nämlich von den Kollegen aus dem Team. HR kann hier als Katalysator für agile Transformationen dienen und den Teams helfen, die kurzen Feedbackschleifen zu begleiten.

Will man Hierarchien ab- und Transparenz aufbauen, muss man eine Vertrauens- und Fehlerkultur schaffen. Die Mitarbeitenden müssen sicher sein, dass mit geteilten Informationen sorgfältig und wertschätzend umgegangen wird. Geheimniskrämereien in verschiedenen Abteilungen und Silos werden abgebaut. In klassischen Unternehmen versucht man durch Kontrolle und Reporting, Fehler zu verhindern. Fehler in Experimenten zuzulassen und schnell aus diesen Irrtümern zu lernen, ist aber ein fester Bestandteil des agilen Unternehmens.

Transformation agil gestalten

Doch wie geht man vor, um in ein agiles Unternehmen zu transformieren? Statt einen perfekten Plan zu schmieden und dann Agilität mit einem Big Bang einzuführen, liegt es nahe, den Transformationsprozess selbst agil zu gestalten: In Iterationen, kleinen Schritten und einer transparenten Vorgehensweise.

Die Zühlke Agile Consultants können hier auf jeder Stufe beraten und unterstützen. Sei es bei der Gestaltung der Transformation, auf Portfolio-Ebene mit Lean Budgeting und ökonomischer Priorisierung von grösseren Vorhaben, auf Program-Ebene mit Scaled Agile Frameworks (SAFe) und Stakeholder Management, sowie auf Team-Ebene mit Coaching von Schlüsselrollen wie Scrum Master und Product Owner. Zudem bietet die Zühlke Academy verschiedene Kurse zu dem Thema Agilität an:

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