Scaled Agile Framework

Agil und Lean vom Team zum Management

1 Oktober 2014
| |
Lesezeit: 2 Minutes

Viele Entwickler-Teams sagen, dass sie nach einem agilen Prozess arbeiten. Oft sind sie aber in einem übergeordneten Wasserfall eingeklemmt, was zum Verzicht auf einzelne wichtige Praktiken führt. Ausserdem hat die Agilität des Teams im Firmenkontext kaum positive Auswirkungen. Die Lösung: Agilität skalieren. Doch das Skalieren entlang der Linienorganisation  oder etwas links und rechts davon will nicht wirklich fruchten. Auf der Suche nach Skalierungsmöglichkeiten für Agile bin ich auf SAFe (Scaled Agile Framework) gestossen. Die Schulung zum SAFe Program Consultant bei Dean Leffingwell hat mir einige Erkenntnisse gebracht.

Ein Unternehmen muss entlang der Wertschöpfungskette statt über das Organigramm skalieren. Das Management ist verantwortlich, diese Wertschöpfungskette zu erkennen und im Unternehmen transparent werden zu lassen. Somit muss es das agile Gedankengut verstehen und leben, um so die Organisation agile skalierbar zu gestalten. Als Startpunkt empfehle ich die Schulung „Leading SAFe„, welche sich an das Management richtet. Diese Schulung vermittelt agile Grundwerte wie das „House of Lean“, agile Leadership, sowie bewährte Techniken eines agilen Programm- und Portfolio-Managements.

Die Vorteile:

  • Sie lernen, wie Agile Release Trains entlang des Wertes aufgebaut werden können
  • Mechanismen und Werkzeuge, welche die klassischen Kontrollinstrumente ersetzen und so ein professionelles Tracking und Controlling in einem agilen Umfeld ermöglichen
  • Sie lernen einen Werkzeugkasten kennen, der einen kontinuierlichen und nachhaltigen Wertschöpfungsfluss in Gang setzt

Konkreter Mehrwert:

  • Dem Benutzer schnell die richtigen neuen Features bereitstellen und der Konkurrenz zuvor kommen
  • Eigene innovative Ideen schneller auf den Markt bringen
  • Weniger Zeit in Abhängigkeiten und Verwaltung dieser verbringen

SAFe selbst wird laufend gepflegt und angepasst. Jährlich erscheint eine Major-Version. Ich selbst besuchte die Schulung zu Version 2.5. Version 3.0 ist mittlerweile publiziert. Einige Themen, vor allem im Bereich Portfolio Management, wurden klarer aufgearbeitet. Nicht vorenthalten möchte ich, dass SAFe viel berechtigte, aber auch unberechtigte Kritik hat einstecken müssen. „SAFe is good but not good enough“ ist eine Lektüre wert. Doch in Zeiten, in denen sich Entwicklerteams in Wasserfallprozessen agil zu bewegen versuchen, bin ich persönlich froh um jedes Werkzeug, das mir hilft, Agilität weiter zu den Entscheidungsträgern hochzutragen. Und SAFe bietet mir solche Werkzeuge. Denn agil laufen in einem Wasserfall-Hamsterrad bringt zu wenig Mehrwert und verkürzt weder den Feedbackzyklus noch die Time to Market; kurz und gut: macht nicht glücklich.

Ich persönlich warte nicht auf einen perfekten agilen Prozess oder ein perfektes agiles Framework, das alle mögen. Wenn etwas für mein Umfeld funktioniert, wieso soll ich es ignorieren? Inspect and Adapt heisst für mich, offen für andere Techniken und Werkzeuge zu sein, die nicht aus meinem Garten kommen. SAFe kann, muss aber nicht als ganzes eingeführt werden. Klauen Sie einige gute Ideen. SAFe ist meiner Meinung nach dafür sehr gut gelungen. Zum ersten Mal sehe ich Möglichkeiten, Agilität unternehmensweit zu etablieren und Mehrwert schneller auf den Markt zu bringen.

Lassen Sie sich von SAFe und seinen Vorteilen inspirieren.

Kommentare (0)

×

Updates

Schreiben Sie sich jetzt ein für unsere zwei-wöchentlichen Updates per E-Mail.

This field is required
This field is required
This field is required

Mich interessiert

Select at least one category
You were signed up successfully.